Bernburg: Gedenken ist Gedenken- wir lassen uns nicht abbringen!

Veröffentlicht am 14. Februar 2007

Nur wer sich selbst achtet, ist wert, Mensch zu sein. Mensch ist nur, wer Vergangenheit und Zukunft lebendig in sich trägt,- denn nur der steht über der Stunde Gegenwart. (Wulf Sörensen)

Heute, am 13 Februar, gedachten wir den über 250000 Toten, die im alliierten Bombenangriff auf Dresden starben. Die Opfer von Dresden stehen dabei exemplarisch für alle Opfer des 2. Weltkriegs, für jeden einzelnen Gefallenen im Kampf an der Heimatfront. Es ist und war nie unsere Absicht ein Gedenken zu politisieren, in diesen Stunden schlagen unsere Herzen alleine für die Toten. Und doch standen „Kripo“ und andere BRD Institutionen Kopf, nur weil Jugendliche einen Blumenstrauß an Soldatengräbern niederlegen wollten. Liebe Freunde, wir leben in einer Zeit, in der das Gedenken an Verstorbene zu einem Kriminalfall wird. Wo sind die Demokraten, die stets von Meinungs-, Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit tönen? Wie demokratisch ist ein Staat, der sich gegen Trauernde totalitär gebärt? Gewiss kann man unsere Anschauungen ablehnen, vielleicht oft mehr oder minder begründet, aber dieses totalitäre Verhalten zu dulden, bedeutet kein Demokrat mehr zu sein. Ist nicht der Geist der Freiheit ein Pfeiler unserer Gesellschaft? Scheinbar werden viele Menschen immer erst dann zu Demokraten, wenn sie ihre eigenen Interessen umsetzen wollen. Ein echter Demokrat jedoch ist um die eigene Freiheit genau so besorgt, wie um die seines gerechten Widersachers.
Trotz alledem standen wir bei kühlem Wetter an den Gräbern um zu dokumentieren, dass sich die deutsche Jugend gegen menschenverachtende Aktionen in der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart und in der Zukunft wendet. So hieß es auch in der Ansprache eines jungen Kameraden:

“Wir gedenken heute den Bürgern von Dresden, die auf grausame Art und Weise den Tod fanden. Wir mahnen zugleich, dass sich dieser alliierter Bombenholocaust, endlich aufhört. Denn Dresden war und ist den Mördern nicht genug: Gestern war es Dresden, Saigon, Bagdad und morgen ist es vielleicht Teheran. Völker, die ihr Recht auf Souveränität gelten machen möchten, werden von Kriegstreibern und Massenmördern daran gehindert.[...] Ihr seid die wahren Verbrecher und wir -die deutsche Jugend- werden nicht länger ruhen, bis ihr der Vergangenheit angehört.”

In ganz Sachsen- Anhalt fanden Mahnwachen statt, bei unserer Aktion lief es aber wohl am Turbulentesten ab…
Der Zustand, dass fast eine gesamte Hundertschaft den Treffpunkt belagerte, beeinflusste das Trauern in keiner Weise. Trotz schikanöser Behandlung durch die Exekutivgewalt fanden noch über 25 Mann den Weg zum eigentlichen Gedenkort, so durchschritt ein Kamerad bei Fackelschein mit dem Trauergesteck einen formierten „Tunnel“. 2 mahnende Ansprachen umrahmten unsere Aktion. Denkt die Polizei allen Ernstes, dass wir uns durch 20 Polizeiwagen eingeschüchtert fühlen? Von uns aus können doppelt so viele Autos durch alle nahen Dörfer fahren, wir werden trotzdem unsere völlig legalen Aktionen durchführen. Gewiss springt der Eine oder Andere ab, aber trotzdem werden sich 95 % nicht brechen lassen; der große, harte Kern ist eh immer dabei! ;)

Vielen Dank an alle Teilnehmer!

“Unsere Mauern brachen, unsere Herzen brechen nie!”





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