Wem nutzt der “Exportweltmeister”?

Veröffentlicht am 9. Februar 2007

Das Wirtschaftsministerium jubelt. Nach dem Titelgewinn im Handball meldet sich auch Wirtschaftsminister Glos (CSU) zu Wort: »Deutschland ist wieder Exportweltmeister«, heißt es zufrieden in einer Presseerklärung vom 8. Februar 2007. Zum vierten Mal in Folge hätten die deutschen Exporte im vergangenen Jahr Rekordhöhe erreicht: mit einem Plus von 13,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Exportierte Waren erzielten demnach im vergangenen Jahr einen Rekordwert von 893,6 Milliarden Euro. Das waren 13,7 Prozent mehr als 2005, wie das Statistische Bundesamt am 7. Februar mitteilte. Platz zwei im Welthandel belegen demnach die USA vor China. Was das Wirtschaftsministerium nicht mitteilte: Was haben die Deutschen davon? Wo ist das Geld geblieben, würde nicht nur den Hartz-IV-Empfänger interessieren? Und wieviele Arbeitsplätze hat dieser grandiose Aufschwung gebracht? Die Große Koalition suggeriert ja immer gern, daß auch die »große Wende auf dem Arbeitsmarkt« nur über Wirtschaftswachstum und »Lohnzurückhaltung« der Restbeschäftigten zu machen sei.
Daß dem fanal-gleichen Bericht des Wirtschaftsministeriums keine ebenso freudige Nachricht der Kollegen vom Ressort Arbeit und Soziales gefolgt ist, zeigt, daß das ganze Wirtschaftssystem faul sein muß. Das Geld landet in der Regel in den falschen Kassen, und vom wirtschaftlichen Aufschwung haben auch in Deutschland in erster Linie die Kapitalanleger etwas. Man fragt sich, wie lange sich die Deutschen dies noch gefallen lassen werden.

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