Bericht zur Demo in Potsdam
Veröffentlicht am 30. Oktober 2004
Die heutige Demonstration in Potsdam konnte mit geringfügigen Planänderungen erfolgreich durchgeführt werden. Etwas über 500 Kameradinnen und Kameraden hatten sich versammelt. (Zählungen zwischen 520 und 540 Teilnehmer.) Anfangs war ein wenig Warten angesagt, denn Linksextremisten randalieren an bzw. auf der “Langen Brücke”, dem Zuweg in die Innenstadt. Die dortigen Ausschreitungen müssen relativ heftig gewesen sein; nach glaubwürdigen Berichten sollen es 500 bis möglicherweise 600 gewalttätige Linke gewesen sein, die Barrikaden bauten, Steine und Flaschen warfen und sich Auseinandersetzungen mit an diesem Ort konzentrierten ca. 400 Polizisten lieferten. Warum diese 400 Beamten trotz Unterstützung durch Wasserwerfer und anderes Schweres Gerät der Lage nicht Herr wurden, kann wohl eher mit (mangelndem) politischen Wollen erklärt werden als mit polizeitaktischen oder kräftemäßigen Problemen. Immerhin demonstrierten mit Matthias Platzcek und Jörg Schönbohm auch der Ministerpräsident und der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister des Landes Brandenburg gegen uns. Wenngleich die beiden Herren auch nicht beim aktiven Barrikadenbau oder beim Steinewerfen beobachtet werden konnten, teilten sie doch das politische Wollen der Gewalttäter und dürfen daher durchaus mit ihnen in einem Atemzug genannt werden.
Ansonsten scheinen Herr P. und Herr S. nicht so wahnsinnig viel Anhang zu haben, denn bei der Kundgebung, an der sie teilnahmen, waren laut Medienberichten nur ca. 400 Personen beteiligt. Insgesamt sollen (Gewalttäter und bürgerliche Linke oder sonstige Gutmenschen) 2.000 Leute gegen uns demonstriert haben, was stimmen kann, aber nicht stimmen muß.
Daß die Polizei also die Lange Brücke nicht räumen konnte, entspricht einer immer wieder anzutreffenden Linie. Aber das störte uns nicht weiter: Wir verlegten daraufhin in den schönen und kulturhistorisch bedeutsamen Stadtteil Babelsberg. Die Militanten an der Langen Brücke hatten sich damit irgendwie selbst eine Grube gegraben, taktisch gesehen. Denn so wenig, wie die Polizei sie von da verdrängte und den eigentlich angemeldeten Umzugsweg freimachte, waren sie ihrerseits imstande, auf die andere Havelseite und damit an uns heran zu kommen. Das schafften nur vielleicht fünfzig (oder knapp über fünfzig) Antifa-Figuren, die von vornherein in Bahnhofsnähe postiert gewesen waren und uns freundlicherweise mit Führerreden beschallt hatten. (Die dürfen bekanntlich - wir nicht. Also darf man es als freundlichen Akt ansehen, daß sie unserer historischen Bildung nachhelfen wollten. Zumal wir wahrscheinlich zu Reden von Adolf Hitler ein unverkrampfteres Verhältnis haben als Antifas und “Antideutsche” und ähnliche Leute…..)
Ein wenig verloren mögen sie sich da schon vorgekommen sein, mit uns zusammen auf der östlichen (=rechten!) Havelseite und das Gros ihrer Genossen auf der linken (!) Seite des Flusses. Was für ein Glück, daß wir nicht so gewaltorientiert sind wie die Antifa; das hätte für das kleine Häuflein eine verdammt schmerzhafte Angelegenheit werden können.
Als Störpotential waren sie nicht mal von akustischem, sondern allenfalls von humoreskem Wert.
Auf der Zwischenkundgebung sprachen Gordon Reinholz aus Eberswalde, Alexander Hohensee aus Hamburg und meine Wenigkeit.
Weiterhin problemlos, wenngleich bei sich verschlechterndem Wetter, ging es dann zurück zum Bahnhof, wo die Veranstaltung ordnungsgemäß aufgelöst wurde.
Ob die Barrikadenkämpfe später noch andauerten, ist mir zur Zeit nicht bekannt.
Verläßliche Statistiken darüber, wieviele Polizeibeamte bei diesen
Ausschreitungen verletzt und wie wenige Störer festgenommen worden sind,
liegen auch noch nicht vor.
Ebenso ist bisher nicht bekannt, ob die Herren P. und S. sich in gebührend-gutmenschlicher Weise von der überschäumenden Energie ihrer barrikadenbauenden auch-Demonstranten abgegrenzt haben oder ob im Lande Brandenburg künftig Barrikadenbau als ein zumindest inoffizielles Mittel der Regierungspolitik angesehen werden darf….
Man darf sagen, daß der Tag wohl für jeden außer uns eher peinlich verlief; wir hingegen können uns darüber freuen, daß die erwartete Teilnehmerzahl um weit mehr als das Doppelte überschritten werden konnte.
Mit besten Grüßen
quelle Christian Worch







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