Geldsackaristokratie verteidigt Hartz IV
Veröffentlicht am 14. Dezember 2004
Zur Verteidigung der asozialen Reformpolitik der neoliberalen Koalition von Grünen bis CSU meldete sich eine Gruppe Prominenter zur Verteidigung der Hartz-Reformen zu Wort. Laut Anzeige in der „Süddeutschen Zeitung“ sei Hartz IV „überlebensnotwendig für den Standort Deutschland“. Unterzeichner ist eine erlauchte Runde von 62 Managern, Ex-Politikern und Besserverdienenden, die zu den Profiteuren der Senkung des Spitzensteuersatzes gehören, die am 1. Januar parallel zu Hartz IV in Kraft treten soll. In vollständiger Pervertierung des damaligen Schlachtrufes übertitelte man die Unterstützung für den Klassenkampf von oben auch noch mit „Auch wir sind das Volk!“.
Zu den unterzeichnenden Kollaborateuren der kapitalistischen Ausbeutung gehören der Fernsehproduzent Georg Althammer, der Werbeunternehmer Peter Amberger, der ehemalige Dresdner Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer (ex-SED), Unternehmensberater Roland Berger, Kanzlerberater Wolfgang Bissinger (ex-„konkret“), Wilhelm Friedrich Boyens (Personalberatung Egon Zehnder International), Hero Brahms (Linde AG, Deutsche Post AG), der Vermögensberater Jürgen Conzelmann, Harald Eschenlohr (Germania Vermögensanlagen AG), Joachim Fehling (Kohlenhandelskonzern RAG Trading), Michael Frenzel (TUI), der Osnabrücker Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip (SPD), der Filmregisseur Jürgen Flimm, Peter Glotz (SPD, Vorsitzender der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen), der unsägliche Günter Grass, Jürgen Großmann (Georgsmarienhütte Holding), Ulrich Grillo (Rheinzink, ehemals STN Atlas Elektronik und Rheinmetall), Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, Michael Jürgs (ehemals Chefredakteur des Stern), Wolfgang Kaden (ehemals Chefredakteur des „manager magazins“), Hans Peter Keitel (Hochtief-Baukonzern), Walter Klosterfelde (Unternehmensberatung), Martin Kohlhaussen (Commerzbank), Rolf-Dieter Leister (ehemals Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Telekom), Klaus Liedtke (National Geographic), Johann C. Lindenberg (Gruner + Jahr-Medienkonzern), Thomas Middelhoff (KarstadtQuelle), Werner Müller (Vorstandsvorsitzender RAG-Industriegruppe), Marius Müller-Westernhagen (Rock-Opa), Eberhard Reuther (Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbauer), Volksschädling Michael Rowogski (Bundesverband der Deutschen Industrie), Albert Speer Junior (genau DER!!!), Bernd Schiphorst (Hertha BSC), Gerd Schulte-Hillen (Bertelsmann), Helmut Thoma (ehemals RTL), Gunter Thielen (Bertelsmann), Dieter H. Vogel (ehemals Commerzbank und Thyssen), Christoph Walther (ehemals Daimler), Jürgen Weber (ehemals Lufthansa), Kurt Wessing (Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland) oder Wendelin Wiedeking (Porsche).
Wir wiederholen anlässlich dieses schlagenden Beispieles erneut unsere These: Angehörige der Kapitalistenklasse haben nur ein einziges Interesse, und zwar Profitmaximierung, soziale Ungleichheit und effektive Ausbeutung. Mit obskuren Volksgemeinschaftsträumen ist, wie die Geschichte lehrt, diesen Umtrieben nicht zu begegnen. Wer immer noch von Volksgemeinschaft und Kapitalismus mit humanem Antlitz träumt, dem ist nicht mehr weiterzuhelfen.
Dem Klassenkampf von oben den Klassenkampf von unten entgegensetzen!
Autor/Quelle: Christian Klee / Die Kommenden






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