Offener Brief von Christian Worch an das NPD-Präsidium

Veröffentlicht am 19. Dezember 2004

Die meisten Empfänger dieser Rundmail werden meinen Offenen Brief vom September an das Parteipräsidium der NPD kennen. Wenn von den wenigen, die damals noch nicht im e-mail-Verteiler waren, einer den Zusammenhang ohne Kenntnis dieses Offenen Briefes nicht versteht, sende ich gern noch mal eine Kopie.

Knapp zwei Monate später wurde dieser Offene Brief von einem Mitglied des neugewählten Parteivorstandes der NPD zunächst fernmündlich beantwortet. Obwohl ich in den Mann persönlich vollstes Vertrauen habe, bat ich der guten Ordnung halber noch um schriftliche Bestätigung. Diese liegt mir zwischenzeitlich vor.

Kernpunkt dieser schriftlichen Bestätigung ist, daß die Aus- und Abgrenzungsbeschlüsse (= „Redeverbote“) gegen Steffen Hupka und mich durch Nicht-Bestätigung durch den neu gewählten Parteivorstand ihre Gültigkeit verloren haben, mithin also nicht mehr bestehen. Hinsichtlich von Aus- und Abgrenzungsbeschlüssen (= „Redeverboten“) gegen Hartmut Wostupatsch und Gerd Ittner erfolgten Klarstellungen, die entweder alte Mißverständnisse ausräumen oder aber zu neuen Mißverständnissen führen werden; grundsätzlich jedoch wahrscheinlich klärungsfähig sind.

Damit ist für mich das wesentliche Hindernis für eine eventuelle neuerliche Zusammenarbeit mit der NPD entfallen.

Zur Zeit wird diese Zusammenarbeit allerdings eher punktuelle Züge tragen, denn an dem öffentlich vorgestellten und gerade auch in parteifreien Kreisen viel diskutiertem neuen Konzept der „Volksfront von rechts“ (inzwischen: „nationalen Volksfront“) ist mir noch nicht klar, was daran wirklich neu ist und als eigenständiges Konzept dieser „Volksfront“ gelten kann oder ob es sich dabei nicht lediglich um die Neubenennung und Neuschöpfung von etwas handelt, was es früher bereits gegeben hat.

Vor allem ist in dem Zusammenhang auch klarzustellen, daß ich einen großen Unterschied mache zwischen „Unterstützung von“ oder „Zusammenarbeit mit“. Für die reine (einseitige) Unterstützung der NPD bzw. eines Wahlbündnisses verschiedener nationaler Parteien sehe ich zur Zeit keine Veranlassung; eine (zwei- bzw. mehrseitige) Zusammenarbeit ist eine Frage wechselseitiger Leistung und Gegenleistung.

Weitergehende Überlegungen erscheinen mir erst sinnvoll, wenn das für mich noch höchst nebulöse angeblich neue Konzept der „Volksfront“ einmal soviel Klarheit und Kontur gewinnen sollte, daß eine echte Beurteilung möglich ist. Dies bleibt abzuwarten; genauso, wie abzuwarten bleibt, ob die nach den Wahlerfolgen von NPD (Sachsen) und DVU (Brandenburg) entstandene Welle der Euphorie überhaupt anhalten wird oder wieder abflachen wird.

Autor/Quelle: Christian Worch





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