Warum am 03.09. zum Antikriegstag nach Dortmund und Berlin?
Veröffentlicht am 23. August 2005
Seit nunmehr knapp zweieinhalb Jahren nach Beginn der “Entwaffnung des Iraks und der Befreiung seiner Bevölkerung” vergeht kein Tag ohne Meldungen über blutige Selbstmordanschläge auf Einrichtungen der neugebildeten Regierung, ihr Mitglieder oder ihre Schutzeinrichtungen. Die Antwort der USA auf die Anschläge sind meist nicht weniger blutige Gegenoffensiven. Ein Ende des Blutvergießens scheint in naher Zukunft nicht absehbar.
Tage an denen einige hundert Menschen an gewaltsamen Handlungen sterben mehren sich. Die westliche Welt gibt sich pazifistisch, verurteilt die Gewalt der irakischen Aufständischen als barbarischen Terrorismus. Der anfängliche Protest über die völkerrechtswidrigen Handlungen der USA und ihrer Verbündeter ist längst verstummt. Übersehen wird jedoch nur allzu oft, wer sich hinter den Kontrahenten verbirgt. Auf der einen Seite die USA, als letztverbliebene Supermacht dieser Welt, hochtechnologisiert, wohlhabend, Ressourcenhungrig. Auf der Anderen, Iraker, deren Land, zerrüttet in den Machtgeplänkeln um Öl und Einfluß während des Kalten Krieges, überfallen und zerbombt wurde, mit dem Versprechen Freiheit, Demokratie und Wohlstand zu bringen. Nachdem anfangs noch recht viele Iraker den us-amerikanischen Verheißungen verfallen sind, tritt nunmehr bei einer immer größer werdenden Zahl “Befreiter” Ernüchterung ein.
Statt der versprochenen Freiheit, gibt es verordnete Folterexzesse in Internierungslagern. Die Macht im Land wird Männern übertragen, deren Entscheidungsfreiheit nicht an das Wohl des Volkes, sondern an die Gewinnerwartungen ausländischer Investoren gekoppelt ist. Vom versprochenen Wohlstand keine Spur, der bleibt nur für die zahlreichen amerikanischen und europäischen Unternehmen, die dankbar für die längst fällige Erweiterung des Absatzmarktes das Land, seine billigen Arbeitskräfte und Ressourcen schröpft so weit es nur geht.
Was als Befreiung und Demokratisierungsprozess verkauft worden ist, entpuppt sich als Imperialismus in seiner vollendetsten Form. Doch dieses Spiel der USA ist nicht neu. Kämpfte man ein fast halbes Jahrhundert lang gegen die Ausbreitung des Bolschwismus, schickt man sich neuerdings an, die Welt mit der amerikanischen Version von Demokratie, Frieden und Freiheit zu beglücken. Dass vor den beiden letzten Stationen, Afghanistan und Irak, eine Blutspur durch weit mehr als 20 Länder liegt, läßt auch im Hinblick auf die neuerlichen Drohungen gegen den Iran, auf eine nicht gerade friedliche Zukunft schließen.
Das “alte Europa” gefällt sich sehr gut in der Rolle, des tadelnden Saubermanns. Was aber gerne übersehen wird, ist, dass wir nicht weniger als das amerikanische Volk auf derartige, brutale Eroberungszüge angewiesen sind. Der Wohlstand des einen, kann nur durch die Unterdrückung und Ausbeutung des anderen gewährleistet werden. Das kapitalistische System benötigt immer neue Absatzmärkte, Hungerlöhner und Billigressourcen. Was würden wir tun, wie würden wir leben, ohne die Ausbeutung afrikanischer Minenarbeiter, asiatischer Textilfabrikanten, irakischer Ölfelder?
Jeder einzelne der nach den Spielregeln des Kapitalismus spielt und wie die meisten Westeuropäer Glück hat auf der Sonnenseite des Spielfeldes zu stehen, ist verantwortlich für Not und Elend auf dieser Welt, und eben auch dafür, dass Staaten ihre, etwa durch hochentwickelte Waffentechniken gegebenen, Möglichkeiten nutzen diesen Kapitalismus auf kriegerische Art und Weise zu beschleunigen, zu verbreiten oder etwaige non-konforme Systeme zu beseitigen.
Imperialismus ist lediglich ein blutiges Werkzeug des Kapitalimus und die USA haben gelernt es am geschicktesten zu bedienen. Krieg zu verurteilen, ist nur berechtigt, wer die wahren Ursachen erkannt hat und dementsprechend handelt.
Keine Imperialismuskritik ohne Kapitalismuskritik,
keine USA-Kritik ohne Selbstkritk!
Gegen Aggressionskriege und Imperialismus
Für freie Völker in einer freien Welt
Nie wieder Krieg


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