Als der Tod nach Freiberg kam

Veröffentlicht am 8. Oktober 2008

Vor 64 Jahren, am 7.Oktober 1944 wurde die Stadt Freiberg zum Ziel angloamerikanischer Terrorbomber. Eine Schlechtwetterfront über der heute in der tschechischen Republik liegenden Stadt Brüx wurde der Bergstadt und ihren Menschen zum tragischen Schicksal. Nach den Anweisungen ihrer Befehlshaber suchten die feindlichen Bomberverbände nach Ausweichzielen. Eine Bombergruppe aus drei Staffeln mit 24 viermotorigen B17-Flufzeugen wählte Freiberg als Ziel. 60 Tonnen Bomben fielen auf die Stadt und der Tod hielt grausame Ernte. Neben 153 total, 270 schwer, 313 schwer bis mittel und 697 leicht beschädigten Haushalten bezahlten auch 172 Freiberger den Angriff mit ihrem Leben.

Bereits seit einigen Jahren haben freie Aktivisten es sich zur Aufgabe gemacht, dieses tragische Ereignis durch verschiedene Aktionen in die Köpfe der Menschen zurückzurufen. In diesem Jahr wurde eine Mahnwache vor der Jacobikirche im Herzen der Stadt durchgeführt, an der sich etwa 30 Aktivistinnen und Aktivisten beteiligten. Schon am Vormittag hatten junge Menschen am Denkmal auf dem städtischen Friedhof sowie an der Gedenktafel im Stadtinneren Kränze und Gestecke niedergelegt.

Im dämmrigen Licht des ausklingenden Tages begann die Aktion. Mit Transparenten, Fackeln und schwarzen Fahnen bezog man an der Kreuzung, direkt vor der Kirche, Stellung. Während Flugblätter an Passanten verteilt wurden, verringerten viele vorbeikommende Fahrzeuge merklich die Geschwindigkeit um den Inhalt der Spruchbänder erfassen zu können. Immer wieder kam es dabei zu Sympathiebekundungen. Zu Störungen irgendwelcher Art kam es nicht.





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