Bücherverbrennung Modern in Chemnitz

Veröffentlicht am 6. Oktober 2008

Antifa-Angriff auf nationales LadengeschäftSechzig gullydeckelschmeißende Linksradikale in der Innenstadt waren der sonst nicht ganz sensationsunlüsternen Chemnitzer Morgenpost einen Minimal-Artikel wert. Randspalte. Seite vier. Sogar die politische Ausrichtung der „Protestler“ genannten Personen vergaß man aus Versehen zu erwähnen.

Etwas Farbe auf der Wand einer neuen Cafeteria, angebracht von einer Person mit unliebsamem Parteibuch birgt da schon etwas mehr Sprengstoff. „Eklat um Wandbild in Berufsschulzentrum – Republikaner schwang den Pinsel“ titelt man fettgedruckt über zwei Seiten um dann auch gleich loszulegen und selbst den SED/PDSler Hubert Gintschel zu Wort kommen und von „Instinktlosigkeit“ und „politischen Skandal“ faseln zu lassen. Der Herr muß sich aufregen. Der Bock als Gärtner sozusagen.

Doch der Reihe nach. Was war passiert? Eigentlich etwas völlig normales. Ein Künstler malt ein Wandgemälde. So hatte ein solcher junger nicht untalentierter Künstler, noch dazu Chemnitzer, den Auftrag bekommen, für die neue Cafeteria des beruflichen Schulzentrums an der Lutherstraße ein Wandbild unter dem Titel „Chemnitz- Stadt der Moderne“ zu malen und damit Chemnitz neben dem Klinger-Gemälde „Arbeit-Wohlstand-Schönheit“ ein zweites monumentales Wandgemälde zu bescheren. So weit so gut. Doch schreckliches sollte ans Tageslicht kommen. Der Künstler Benjamin Jahn Zschocke besitzt nicht eines der heute förderlichen Parteibücher, sondern ein eher abträgliches, bzw. arbeitet er für welche die solches haben. Er ist nämlich Fraktionsgeschäftsführer der - bitte setzen sie sich, meine Damen und Herren - er ist Fraktionsgeschäftsführer der Republikaner! Tief atmen. Langsam. Geht’s wieder? Schrecklich, stimmt’s? Und somit muß das Bild natürlich weg. Wer weis, was alles passieren kann! Die Stadt hat bereits entsprechenden Druck auf die Schulleitung ausgeübt und so wird das Kunstwerk wohl ein weiteres Opfer der Political Corectness werden. Eines von vielen. Fielmann-Brillenträger Mario Adolphsen entblödet sich in der „Meine Meinung“ Spalte der Morgenpost vom Donnerstag dann als Sahnehäubchen auch nicht, als Begründung noch indirekt die Bücherverbrennungen der pösen Nazis bzw. deren Umgang mit unliebsamen Künstlern anzuführen. Mag man davon halten was man will, besonders ästhetisch war das Entsorgte allzumeist tatsächlich nicht und jedenfalls stand man damals dazu. Die Demokraten von heute sind da etwas anders. Da werden Wandgemälde von bösen Nazis mit dem Hinweis überpinselt, die Nazis hätten ja damals so was gemacht. Ob soviel Dummheit eigentlich weh tut? Man möchte es hoffen. Und SED-Mann Gintschel mimt derweil den Anwalt der Demokratie und Toleranz. Unverfrorener und verlogener geht’s kaum. Ob Genosse RA Barthel bereits die ersten Mandantengespräche mit seinen vermummten Gullydeckel-Genossen von der kriminellen Antifa geführt hat? Aber das führt zu weit.

Auf die Doppelmoral! Wohl bekomm’ s.





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