Kamenz: Spenden fürs Kinderheim? Aber nicht von Nazis!
Veröffentlicht am 28. September 2008
Zu einer Solidaritätsveranstaltung luden am Sonnabend, den 27.September, junge Menschen aus Kamenz ein. Neben einer Tombola gab es auch eine breite Palette an Informations- und Propagandamaterial. Die Verpflegung war gesichert und ein Liedermacher sorgte für unterhaltsame Stunden in kameradschaftlichem Kreis. Mit den Einnahmen beabsichtigten die jungen Aktivisten, welche sich im örtlichen JN-Stützpunkt organisiert haben, ein Kinderheim zu unterstützen. Die Auswirkungen des globalen Kapitalismus machen auch vor Deutschland nicht Halt und so ist Kinderarmut auch in unserer Heimat wieder zu einem ernstzunehmenden Thema geworden. Demnach stand der Abend unter einem durchaus unterstützenswerten Motto.
Ganz anders jedoch sehen dies diejenigen Menschen, welche sich täglich intensiv mit diesen Problemen konfrontiert sehen. Nämlich die verantwortlichen Leiter und Mitarbeiter des Kinder- und Jugendheimes “Kleeblatt” in Kamenz, deren Arbeit die jungen Menschen zu unterstützen gedachten. Nur wenige Tage vor der eigentlichen Veranstaltung wurde dem Organisator telefonisch mitgeteilt, dass die Spende unerwünscht sei. Auf genauere Nachfrage teilte man mit, man wolle mit Nationalisten oder besser ausgedrückt “Nazis” nichts zu tun haben und verzichte daher auf die Unterstützung seitens der jungen Menschen. Schließlich wolle man mit “so etwas” nicht in Verbindung gebracht werden. In wie weit diese Tatsache ideologisch begründet ist oder ob sich dahinter die Angst vor möglicher negativer Medienresonanz verbirgt, bleibt zunächst offen. In jedem Fall ist es ein weiteres Zeugnis dieser Zeit, in der Profit, Ansehen und die Gier nach Macht über dem Wohl des Menschen, in diesem Falle dem der Kinder und Jugendlichen vom “Haus Kleeblatt” in Kamenz, stehen.
Doch nicht genug, den jungen Menschen angesichts ihres sozialen Engagements vor den Kopf zu stoßen, werden diese zusätzlich von der eigenen Mutterorganisation zur Kasse gebeten. So verlangte etwa die örtliche NPD, für die Bereitstellung geeigneter Räumlichkeiten im eigenen Objekt eine “Miete” in Höhe von 50,- Euro. Auch für das angebotene JN-Material musste bei der eigenen Organisation in Vorkasse gegangen werden. Eine Tatsache unter deren Schatten der markige Aufkleber-Slogan “Nationalen Sozialismus durchsetzen! – JN” einen bitteren Beigeschmack bekommt. Natürlich muss das Material bezahlt werden. Doch hätte man für dieses Problem auch durchaus andere Möglichkeiten finden können, zumal der Erlös einem sozialen Zweck zugedacht war. Eventuell erwirtschaftete Gelder kommen nun der Gefangenenorganisation, HNG, zugute.





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