Brauchtum: Das Erntedankfest 2008

Veröffentlicht am 23. September 2008

ErntedankErntedank, das ist ein Wort, welches aus dem heutigen Sprachgebrauch fast verschwunden ist. Der Mensch von heute lebt weitestgehend herausgelöst aus den Abläufen des Jahreskreises. Nahrungsmittel stehen in einem bis jetzt noch nie dagewesenen Überangebot in den Supermärkten zur Verfügung. Dass viele dieser Produkte dafür um die halbe Welt gefahren werden, wird auf Kosten der Natur hingenommen, was geht mich auch die Welt von Morgen an! Umso schöner war es zu sehen, das rund 50 Erwachsene mit zahlreichen Kindern aus dem weiteren Bekanntenkreis unserer Einladung zum Erntetanz folgten, um wenigstens für ein Wochenende die Hektik und die Wirren des Alltags hinter sich zu lassen. Nachdem der Nachmittag von den ersten Gästen mit dem Begrüßen alter und neuer Gesichter, sowie dem Aufbauen der Zelte genutzt wurden, ging der Freitagabend in gemütlicher Runde beim grillen, singen und netten Unterhaltungen zu Ende. Für den Sonnabend sollten einige Arbeiten rund um die Ernte auf dem Programm stehen. So wurde etwa Korn gemahlen und zu Brot verarbeitet, aus den gesammelten Äpfeln wurde Saft und Apfelmus hergestellt, und aus den von den Gästen mitgebrachten Gaben der heimischen Gärten, wurde für den Abend eine Erntesuppe gekocht. Auch einige Kuchen und Salate wurden noch zubereitet und die Scheune geschmückt. Es gab also für alle genug zu tun und die Arbeiten fanden erst mit der gemeinsamen Kaffeetafel ihr Ende. Nach dieser kleinen Stärkung am Kuchenbuffet, ging es auch gleich mit dem Auftanz weiter, welcher den gemütlichen Teil dieser Feier, den “bunten Abend” einleiten sollte. So wurde in der Scheune bis weit in die Nacht hinein gesungen, gelacht und getanzt, wie die Bauern schon vor Jahrzehnten auf diesem Hof, in dieser Scheune, als die letzte Fuhre eingefahren und die Vorratskammern gefüllt waren. Wem die Beine schwer wurden, konnte bei Lied oder Unterhaltung unter dem Sternenzelt etwas verschnaufen, oder sich beim prasseln des Feuers seinen Gedanken hingeben. Auch dieser Tag sollte viel zu schnell zu Ende gehen!

Nun sagt dem guten Jahre Dank,
das uns den lieben Sommer lang
viel Freuden hielt bereit.
Drum loben wir zu dieser Frist,
die aller Zeiten Krone ist,
die schöne Erntezeit !

Und ist auch noch so trüb die Welt,
die treue Erde zu uns hält
und spendet Wein und Brot.
So lasst uns heute fröhlich sein,
wir bringen reiche Ernte ein
und bannen unsre Not !





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