Bericht zur DVU-Kundgebung in Potsdam

Veröffentlicht am 22. September 2008

DVU Kundgebung in PotsdamFür den Landesverband Brandenburg war es das erste Mal, daß er eine Kundgebung unter freiem Himmel gemacht hat. Eingedenk dieses Umstandes war die Teilnehmerzahl von 55 Personen zwar nicht gerade überwältigend, aber noch im tragbaren Bereich.

Da aus Sicherheitsgründen die Teilnehmer von einem Vorabtreffpunkt per Kleinbus gruppenweise zum Veranstaltungsort gebracht wurden, konnte der für 12.oo Uhr vorgesehene Veranstaltungsbeginn natürlich nicht eingehalten werden. Es wurde statt dessen fast 13.oo Uhr, bis Versammlungsleiter Matthias Faust die Veranstaltung eröffnete.

Erste Rednerin war Liana Hesselbarth (MdL), Fraktionsvorsitzende der DVU im Landtag von Brandenburg. Ihr folgte Sigmar-Gabriel Schult (MdL), Landesvorsitzender von Brandenburg. Zwischen den Reden lockerten musikalische Beiträge ein wenig auf, allerdings nicht live, sondern vom Band. Oder von der Silberscheibe (=CD), weil Tonbänder als Tonträger heutzutage aus der Mode gekommen sind. Nächster Redner war dann Hans-Gerd Wiechmann aus Niedersachsen. Ihm folgte der Potsdamer Stadtverordnete Günther Schwemmer.

Während der Rede Günther Schwemmers schafften es zwei gegnerische Saboteure, die Absperrung zu überwinden und den Generator lahmzulegen. Leider gründlich genug, daß auch der Versuch einer provisorischen Reparatur nicht erfolgreich war und damit die elektroakustische Verstärkung ausfiel. Mit dieser fiel auch der zweite Teil der Rede von Günther Schlemmer aus, ebenso wie die Rede von Rechtsanwalt Ingmar Knoop aus Sachsen-Anhalt. Versammlungsleiter Matthias Faust mußte sich darauf beschränken, ohne elektroakustische Unterstützung den Teilnehmern für ihr Kommen zu danken und die Veranstaltung zu beenden.

Die beiden Angreifer allerdings konnten von der Polizei dingfest gemacht werden. Neben einem Strafverfahren wegen Sachbeschädigung (und möglicherweise auch sogenannter „Versammlungssprengung“) erwarten sie natürlich auch zivilrechtliche Ersatzansprüche. Linke mögen so was gar nicht gern, weil sie aus Gründen übertriebener Paranoia beinahe panische Angst davor haben, daß die von ihnen Geschädigten ihre Namen und ladungsfähigen Anschriften erfahren. So gesehen also eine Art von Kamikaze-Einsatz.

Auch beim Abrücken gab es noch kleinere Übergriffe. Ein Trupp von militanten Meinungsgegnern blockierte außerhalb des polizeilich gesicherten Bereichs die Abfahrt des Lautsprecherwagens, was die begleitenden Polizeieinheit zunächst ein wenig aus dem Konzept brachte. Dann allerdings entschied sie sich – operativ völlig richtig! – zum Durchbruch. Der Lautsprecherwagen hatte eine kleine Beule, und einige Linke wurden wegen schweren Landfriedensbruchs festgenommen. Es ist zu vermuten, daß die DVU sich an der Beule am Lautsprecherwagen weniger stört als die betroffenen Linken an den auf sie zukommenden Prozessen.

Angesichts des Umstandes, daß es die erste Veranstaltung des Landesverbandes unter freiem Himmel war, war es noch gar nicht einmal schlecht. Der Schaden, den linke Gewalttäter angerichtet haben, dürfte für diese wegen der juristischen Konsequenzen eher ein klassischer Pyrrhus-Sieg sein, und zusätzliche mediale Aufmerksamkeit dürfte der DVU sicher sein. Die nationale Internetquelle „Altermedia“ hat richtig festgestellt, daß es ein kleines Mißverhältnis ist, daß die DVU einerseits seit neun Jahren in Brandenburg parlamentarisch vertreten ist (und auf dieser Ebene zweifellos gute Arbeit leistet), andererseits an der Basis aber wenig verwurzelt ist, wie die geringe Teilnehmerzahl zeigt. Indes scheint sich durch die heute gehabte Kundgebung in der Hinsicht eine kleine Trendwende abzuzeichnen.

Zu den Aktivitäten linker Störer wäre zu erwähnen: Abgesehen von gewaltsamen Übergriffen, die natürlich ihren Preis haben, haben sie nicht viel auf die Beine gebracht. Die Zahl der Gegendemonstranten, die direkt zu beobachten war, lag bei maximal 200. Lustig zu sehen war, wie die Leute mit den DGB-Fahnen auf der einen Straßenseite blieben und die eher radikal links wirkenden Käfte auf der anderen, unserer Kundgebung nähergelegenen. Die absolute Einigkeit unter unseren Gegnern scheint auch nicht zu existieren. Und für eine als politisch links geltende Stadt wie Potsdam in der Nähe der linken Hochburg Berlin erscheint die Mobilisierung von Gegendemonstranen auch eher sehr schwächlich.

Hamburg, den 20. September 2008
Christian Worch





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