Anwerbeversuch in Spremberg (Lausitz)

Veröffentlicht am 21. August 2008

Es ist Mittwoch der 20.08.08, eine halbe Stunde vor Schichtende (15:30 Uhr) als plötzlich das Telefon klingelt und ich herbeigerufen werde, man sagt mir das Gespräch sei für mich. Ich nehme den Hörer doch niemand ist mehr in der Leitung. Verdutzt frage ich, wer das gewesen sei und was er wollte. Man kann mir meine Fragen nicht beantworten, der werte Herr stellte sich nicht vor sagt man mir.

Ich erledige die letzte Arbeiten, verabschiede mich von den Kollegen und trat per Fahrrad den Heimweg an. Doch schon beim Verlassen des Betriebsgeländes fällt mir ein silberner Ford-Kombi (CB Kennzeichen), mit Blickrichtung zu mir abgestellt, auf. Ich fahre weiter. Als der Fahrer mich bemerkt startet er das Auto und beginnt sich vor mir auf der Straße einzuordnen. Er biegt in dieselbe Straße ein wie ich - scheinbar kennt er den Weg zu mir nach Hause. Eine erste Vorahnung beschleicht mich, die schnell zur Gewissheit wird, denn man wartet bereits sehnsüchtig auf mich.

Ich habe noch nicht einmal die Gelegenheit vom Rad zu steigen, da bestürmt mich auch schon ein einzelner, sportlich gekleideter Mann mittleren Alters, mit kurzgeschorenen Haaren und kräftiger Statur, gestreiftem weißes Hemd und 3/4 Hose. Während ich mein Fahrrad anschließe versucht er mich in ein Gespräch zu verwickeln - es ist der Mann aus dem Auto.

Aktivist: Was können sie denn von mir wollen?
Agent: Was denken sie denn, Herr Smith*?
Aktivist: Was soll ich denn denken?
Agent: Das wissen sie doch ganz genau. Ich würde mich gern mit ihnen über die Rechte Szene in Spremberg unterhalten.
Aktivist: Netter Versuch. Doch ich rede nicht mit ihnen.
Agent: Herr Smith*!
Aktivist: Gehen Sie nach Hause oder weiter fürs System anschaffen, doch belästigen Sie mich nicht weiter!

Ich gehe die Stufen zu meiner Wohnung und werde nicht weiter verfolgt. Der Agent entfernt sich und telefoniert noch kurze Zeit per Handy in der Hofeinfahrt. Anwerbeversuch gescheitert!

*Name geändert.

Was wollen die Agenten des Apparates?
27.03.2008 - Anwerbeversuch in Senftenberg
27.03.2008 - Anwerbeversuch in Lübben
07.03.2008 - Anwerbeversuch in Niesky
06.02.2008 - Anwerbeversuch in Zittau
29.01.2008 - Anwerbeversuch in Zittau
25.01.2008 - Anwerbeversuch in Cottbus
15.01.2008 - Anwerbeversuch in Vetschau

Für Anwerbeversuche gilt:

* Verweigere Dich den Anquatschversuchen der Systemwächter. Sage deutlich, dass Du zu keinem Gesprächen mit ihnen bereit bist. Es besteht überhaupt keine Pflicht mit Bullen oder Agenten zu sprechen. Es ist zum Schutz des Widerstandes und zur eigenen Sicherheit wichtig, dass solche Anquatschversuche bereits am Anfang konsequent abgeblockt werden.

* Fotografiere den Systemwächter mit der Kamera Deines Handys. Das sollte ihn abschrecken und die Bilder können andere schützen.

* Findet der Anquatschversuch in der Öffentlichkeit statt, schrei laut heraus, dass es sich um einen Agenten des Systems handelt. Laß die Menschen um Dich herum wissen, dass die Überwachung und Unterdrückung unseres Volkes noch genau so real ist, wie vor dem Fall der Mauer.

* Informiere Deine Freunde über den Anquatschversuch, fertige ein Gedankenprotokoll an und sende es zur Veröffentlichung an eine Netzseite in Deiner Region.

* Lade den Jingle der AG Anquatschversuche herunter. Versende ihn an Freunde, brenne ihn auf CDs oder spiele ihn bei Feiern ab. Schütze Dich und Deine Kameraden gegen die Angriffe der Systemwächter!





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