Massenmedien “analysieren” einen Krieg herbei
Veröffentlicht am 21. Juli 2008
“Israel wird in den kommenden vier bis sieben Monaten die iranischen Atomanlagen angreifen. Das ist so gut wie sicher, und die Politiker in Teheran und Washington sollten innig hoffen, dass der Angriff erfolgreich ist und das Atomprogramm Irans beträchtlich zurückwirft, wenn nicht völlig ausschaltet. Denn sollte der Angriff fehlschlagen, gibt es im Nahen Osten höchstwahrscheinlich einen Atomkrieg.”
Das ist zumindest die Analyse der Welt Online. Die Tatsache, daß der Iran nach allen bisherigen Erkenntnissen ein rein ziviles Atomprogramm führt, fließt ebensowenig in die Analyse ein, wie die Tatsache, daß Israel doch offiziell überhaupt keine Atomwaffen besitzt. Aber wen interessieren schon solche Fakten, wenn es darum geht, die allzu leichtgläubige Bevölkerung einer Republik in der Mitte Europas auf einen Krieg einzuschwören.
Deswegen vernachlässigt die Welt Online halt auch, daß die iranischen Atomanlagen unter ständiger Überwachung stehen und kaum eine Maus ein- und ausgehen könnte, ohne daß die Internationale Atomenergiebehörde davon Wind bekommt.
Eine viel interessantere Diskussion, warum israelische Atomwaffen kein Problem darstellen, iranische Atomwaffen aber ein Problem darstellen würden, taucht gar nicht erst auf; müßte man sich doch eingestehen, daß man im Falle Israels mit zweierlei Maß mißt. So verletzt Israel Zeit seines Bestehens jeden nur erdenkliche Menschenrecht vor allen Dingen im Umgang mit den Palästinensern ohne daß sich die westlichen Medien darüber erregen würden. Im Gegenteil, während es kein Problem darstellt, daß Israel die angestammte Palästinenserbevölkerung in ein Freiluft-KZ sperrt, sorgen selbst harmlose Aussagen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmedinedschad für einen Sturm der Entrüstung in der veröffentlichten Meinung der westlichen Länder. Selbst Videos von israelischen Scharfschützen, die erst einen Vater erschießen, damit sie besser Ziel auf das Kleinkind in den Armen nehmen können, entrüsten ebensowenig wie israelische Kinder die Grüße auf Bomben schreiben, die Stunden später ihre Altersgenossen im Libanon in Fetzen reißen.
Ein Anriff Israels auf den Iran könnte in der Region Kräfte freisetzen, die jetzt noch schlafen. Ein Angriff auf den Iran könnte nämlich zu einer Kettenreaktion führen, die den Anfang vom Ende des Regimes in Israel einleitet. Der Irak hatte keine Verbündeten in der Region, als er von den USA attackiert wurde. Der Iran hingegen kann sich der weitreichender Unterstützung in allen Nachbarländern und vor allem des Libanon sicher sein, ein Krieg, der für Israel einen Kampf ein mindestens zwei Fronten einläuten könnte.




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