Jeder vierte Berliner ist Ausländer -
Unter den Jugendlichen sogar fast jeder zweite
Veröffentlicht am 3. Juli 2008
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, gab am Dienstag die neue Analyse melderechtlicher Daten bekannt. Das an und für sich wäre längst kaum eine Meldung wert, die Zahlen allerdings schon, denn die sind alarmierend: Jeder vierte Berliner ist Ausländer.
In Amtsdeutsch: 470.000 Ausländer sowie 393.500 deutsche Staatsbürger nichtdeutscher Herkunft.
Das sind 25,7% der Gesamtbevölkerung in Berlin!
Bislang hatte das Amt für Statistik in Berlin so genannte „Deutsche mit Migrationshintergrund“ nicht separat, sondern quasi auch als Inländer geführt, so dass bislang die 393.500 Passdeutschen nicht weiter aufgefallen sind. Für den städtischen Integrationsbeauftragten, Günter Pienig, ist das ein „Grund zur Freude“, berichtet die linke TAZ:
Die neuen Zahlen würden “mit einigen Mythen der Integrationsdebatte aufräumen”, hofft er. Etwa damit, dass Zuwanderung ein Phänomen des westlichen Berlins sei: Außer Treptow-Köpenick (9,9 Prozent) haben längst alle Ostbezirke einen Migrantenanteil von mehr als 10 Prozent. Spitzenreiter ist Lichtenberg: Bei einem Migrantenanteil von 15,9 Prozent ist bereits etwa jeder sechste Lichtenberger nichtdeutscher Herkunft.
Das Ende der Fahnenstange ist aber längst noch nicht erreicht! Über 40 Prozent der unter 18-jährigen Berliner sind ausländischer Herkunft, im Innenstadtbereich sind es sogar bis zu 70 Prozent!
Man kann es halten wie man will, aber dieser Entwicklung könnten selbst schärfere Ausländergesetze kaum noch etwas entgegensetzen. Wobei man auch nicht vergessen darf, dass dies keinesfalls nur ein Berliner Problem ist sondern auch eines anderer deutscher Großstädte wie Dortmund, Frankfurt/M. oder Köln. Ein Blick in die Zukunft solcher Regionen wirkt daher äußerst düster, und dazu bedarf es freilich keinerlei hellseherischer Fähigkeiten. Die Antwort liefert Integrationsbeauftragter Pienig eigentlich auch selbst:
Zuwanderung wirkt sich auf alle Institutionen des öffentlichen Lebens aus. Integrationspolitik muss deshalb diese Institutionen verändern
Im Klartext: eine „interkulturelle Öffnung“ der Verwaltung und anderer Institutionen. Die Forderung nach Senkung des Ausländeranteils an Berliner Schulen, bezeichnet er angesichts von 40% Ausländern der unter 18-Jährigen, völlig zu Recht sogar als „verrückt“.
Weniger verrückt dürften außerdem andere Zukunftsprognosen sein, wobei man sich da gar nicht mehr über das ‚ob’ sondern nur noch das ‚wann’ zu streiten braucht. Spätestens wenn auf dem Berliner Reichstag die Halbmondfahne weht, ist auch diese Frage beantwortet.


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