Fußball-Patriotismus:
Christian Ströbele meldet sich zu Wort
Veröffentlicht am 11. Juni 2008
Pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft meldet sich der Grünen-Politiker Hans Christian Ströbele zu Wort, welcher bereits in der Vergangenheit durch so manche sonderbare Forderung wie der Legalisierung von Marihuana oder der Einführung einer türkischen Version der deutschen Nationalhymne Mitleid erregte.
In einem Essay im Berliner Tagesspiegel berichtet der chronische Deutschlandhasser über sein ungutes Gefühl, was ihn beim Anblick von so vielen Deutschlandfähnchen wie zu Zeiten der Fußball-EM überkomme. Ströbele gewährt in seinem Essay interessante Einblicke in seinen Geistes- und Gemütszustand. Hier einige Passagen:
Jetzt kommen sie wieder, die Bauchschmerzen – zur Fußball-EM. Fahnen und Fähnchen in Schwarz-Rot-Gold machen sich erneut breit. Damals bin auf die Fanmeile gegangen, gleich um die Ecke vom Bundestag. Ich wollte wissen, was treibt Hunderttausende Menschen da hin? Warum machen die das? Natürlich habe ich befürchtet, dass die Stimmung auch umkippen könnte – in einen unkontrollierten nationalen Taumel.
Im Laufe der WM habe ich durchaus zur Kenntnis genommen, dass das Schwenken des Deutschlandfähnchens nicht immer Ausdruck nationaler oder gar nationalistischer Gefühle war. Es war ein Begeisterungstaumel. Trotzdem habe ich mich an die Fähnchen nicht wirklich gewöhnt, das ungute Gefühl blieb. Aber als immer mehr sich die Farben der Flagge ins Gesicht malten oder schwarz-rot-goldene Bikinis trugen, war das der Bruch mit dem Nationalsymbol. Das gefiel mir dann schon wieder. Mit Würstchen oder Kuchen in diesen Farben wurde jeder Rest von Weihevollem aufgegessen. Trotzdem, die deutsche Flagge blieb auch Symbol – und kann unheimlich wirken, wenn sie zehntausendfach geschwenkt wird. Ich weiß, in anderen Ländern ist die Nationalflagge fast in jedem Vorgarten. Da kommt bei mir auch keine Begeisterung auf. Aber Fahnen und Farben sehe ich in Deutschland noch weniger gern. Nationale Töne, nationale Begeisterung empfinde ich bei uns noch lange nicht als normal.
Bei der Parole „stolz auf Deutschland” und deutschen Fahnen in den Händen von Millionen schwingen bei mir ungute Gefühle mit.
Während der WM habe ich in Kreuzberg beobachtet, dass nach den Spielen nicht nur Deutsche, sondern auch Türken und andere Migranten mit riesigen Deutschlandfahnen im Autokorso unterwegs waren. Manchmal war die türkische Fahne dabei. Da waren meine Befürchtungen kurzzeitig wie weggeweht.
Welche grausamen Erlebnisse Herr Ströbele widerfuhren, um ein so gestörtes Verhältnis zu seiner Nation leben zu müssen, ist uns nicht bekannt. Lediglich Migranten mit Deutschlandfahne sorgen in dieser Zeit noch für Erleichterung in seinem Leben und lassen den Puls wieder in Normalzustand sinken.
Wir empfehlen Herrn Ströbele bei seinem chronischen Problem, welches aller zwei Jahre zur Europa- bzw. Weltmeisterschaft akut wird, doch einfach in dieser Zeit eine Urlaubsreise anzutreten. Vielleicht sollte er diesen Auslandsaufenthalt dann nutzen, um sich einer Behandlung zu unterziehen, die ihm hilft, seine Aversionen gegen die deutsche Nationalfahne in Händen von Deutschen besser unter Kontrolle zu bekommen. Gute Besserung.
Für alle die das komplette Essay lesen möchten hier der Verweis: Tagesspiegel


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