Gelsenkirchen: Wenn eine türkische Familie ausziehen soll, was macht sie wohl?

Veröffentlicht am 20. Mai 2008

In der Gelsenkirchener Altstadt lebt eine Familie, die 41-jährige Mutter ist ,,Deutsche mit Migrationshintergrund“, der Ehemann hat eine türkische Staatsangehörigkeit, zusammen haben sie noch einen Sohn. Da ihre derzeitige Wohnung mit über 80 m² zu groß bzw. teuer ist, wurde die Familie ,,genötigt“ eine andere Wohnung zu suchen. Daraus lässt sich erstens schließen, dass alle Familienmitglieder Sozialhilfe beziehen, und zweitens, dass sie bis dato in eine viel zu großen, durch uns bezahlten, Wohnung gelebt hat. Immerhin gilt für alle Menschen eine Maximalgröße bei der Wohnungssuche, wenn man Sozialhilfe empfängt. Und immerhin sind wir ja alle gleich vor dem Gesetz, angeblich. Also bis hierhin völlig akzeptabel.

Bei der Wohnungssuche nun der angebliche Skandal, zumindest für örtliche Nachrichtenagenturen. Denn die 41-Jährige beschwert sich, sie würde aufgrund ihrer Herkunft Schwierigkeiten haben eine Wohnung zu finden. Weil sie Ausländer sei, würden ihr mehrere Wohnungen verwehrt. Für manche ein Skandal, für uns ein guter Versuch den drohenden Auszug zu verhindern.

Zurück zur angeblich erschwerten Wohnungssuche:

Die Frau habe sich auf eine Wohnungsanzeige gemeldet, die von einer 3 ½ Zimmerwohnung in Stadtnähe spricht. Dort hätte sie angerufen, es wäre auch alles sehr gut verlaufen. Angeblich wäre dann die Frage ,,Haben sie Ausländer in der Familie?“ gekommen. An sich gut möglich, dass diese Frage zur Grundausstattung der Wohnungsvermietung gehört, immerhin haben verschiedene Immobilienunternehmen bereits im Jahr 2007 deutlich gemacht, dass man in Zukunft nicht versuchen würde verschiedene Nationen in einem Haus zu vereinen, da ethnische Konflikte an der Tagesordnung seien. Nach dem Motto ,,Füge zusammen, was zusammengehört“ wollte man diese Konflikte umgehen. Jedenfalls antwortete die Fraue mit ,,Ja“ und erklärte, dass sie selbst Ausländer ist. Daraufhin habe sie eine Absage bekommen. Um das ganze zu dokumentieren rief abermals eine Freundin, diesmal eine Deutsche, bei dem Vermieter an. Auch sie wurde abgelehnt, als sie auf die genannte Frage falsch antwortete, nämlich ebenfalls mit ,,Ja“. Türkische Bewohner seien, so der Vermieter angeblich, in diesem Wohnhaus nicht willkommen. Er sei zwar nicht ausländerfeindlich, aber die Bewohner des Hauses würden es nicht gutheißen. Außerdem seien bereits Griechen in dem Haus ansässig, und um einen dieser ethnischen Konflikte zu umgehen, würde man Türken und Griechen zB nicht zusammen ansiedeln.

Dass der griechische Anteil im Haus bereits gegen einen ausländerfeindlichen Hintergrund spricht, sondern vielmehr für normalen Menschenverstand, der Probleme im Vorfeld erkennt, erklärt welch Paranoia die regionalen Zeitungen in Bezug auf dieses Thema haben. Hier wird bereits von bürgerlicher Ausländerfeindlichkeit gesprochen, und die türkische Familie umweint.

Da die ausländische Familie sich allerdings weigert eine Anzeige zu stellen, wie es auch ,,die vielen anderen Opfer bürgerlicher Fremdenfeindlichkeit“ tun, ist für den Integrationsbeauftragen lediglich schade. Für uns ein klarer Hinweis darauf, dass es sich bei den vorgebrachten Geschichten lediglich um Märchen handelt, auch wenn es zu schön wäre, wenn endlich einige Menschen beginnen würden klar zu denken.





Es ist ein Kommentar vorhanden:

  1. Und wie sieht nun das Ergebnis aus? Mit Sicherheit wohnen sie nun weiter da!
    Das Problem kennt man auch, die Vermieter, die mit geöffneten Augen leben, wissen was passiert, wenn sie eine ausländische Familie dort wohnen lassen. Die Familien, ziehen relativ oft um, und Besetzten gleich mehrere Wohnungen; und wenn sie dann mal die eine Wohnung verlassen, dann versaut und verdreckt bis zum geht nicht mehr. Mag nicht bei jeder Familie so sein, aber bisher sind mir nur diese Erfahrungen zu Ohren bekommen! Und dieser Bericht ist wieder so eine “Erfahrung”, die man heutzutage leider machen muss. Ich denke, die Vermieter haben die gleichen Erfahrungen gemacht.

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