Bürgerinitiative für eine Gentechnikfreie Region Altenburger Land gegründet
Veröffentlicht am 2. April 2008
Nachdem man bereits im Landkreis Gotha erfolgreich gegen das geplante Feld mit genmanipulierten Mais sich eingesetzt hat und die Pläne dort verworfen wurden (wir berichteten), kommt nun auch Bewegung im Landkreis Altenburg hinein.
Als erster Schritt gibt es eine Bürgerinitiative, welche sich bereits letzte Woche gründete und mit der nun die Öffentlichkeit auf die Gefahren und Ängste der Menschen hingewiesen werden sollen und Druck auf Politik und die Schmöllner Argrarprodukte GmbH. aufgebaut werden soll.
Hier das erste Schreiben der Bürgerinitiative:
In Schmölln / Weißbach soll in diesem Jahr der Weltweit umstrittene genveränderte Mais der Sorte MON 810 angebaut werden.
Dieser genveränderte Mais der Sorte MON 810 ist in Ländern wie Polen, Österreich, Ungarn und seit Januar 2008 in Frankreich zum Anbau nicht mehr zugelassen.
Da die Agrarprodukte Schmölln GmbH unter Vorsitz der Herren Dietmar Koch und Rainer Risch, der letzte Betrieb in Thüringen ist, welcher nicht vom komerziellen Anbau des GEN - Mais der Sorte MON 810 im Jahr 2008 Abstand nehmen will, fühle ich mich, als Imker im Altenburger Land, verpflichtet Aufklärung zu betreiben.
Alle anderen Landwirtschaftsbetriebe in Thüringen haben erkannt, dass nicht alle Risiken für Mensch und Natur ausgeschlossen sind und verzichten deshalb auf den Anbau von genverändertem Mais der umstrittenen, unsicheren Sorte MON 810, in 2008.
Bei der Suche nach Gleichgesinnten im Kampf um natürliche und ökologisch saubere Nahrungsmittel, sowie dem Erhalt unserer Artenvielfalt in Flora und Fauna reifte der Gedanke eine Interessengemeinschaft zu gründen. Deshalb organisierte ich ein 1. Treffen in der Schmöllner Gaststätte „Zum Trödler“ und so trafen sich am 28.03.2008 um 19:00 Uhr elf interessierte Frauen und Männer zusammen, um die längst überfällige Interessengemeinschaft für eine „Gentechnikfreie Region Altenburger Land“ zu gründen.
Leider waren aktive Bio- und Ökolandwirte nicht zugegen.
Deshalb will ich es nicht versäumen diese für die Zukunft einzuladen, um mitzukämpfen für eine Gentechnikfreie Region Altenburger Land. Ebenso lade ich auch alle interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürger herzlich dazu ein, ihr Grundrecht auf Wahlfreiheit ihrer Lebensmittel und Lebensräume wahrzunehmen und mit uns gemeinsam gegen die unkalkulierbaren Risiken durch GVO (Gentechnisch veränderte Oganismen) in unserer Nahrung und Umwelt zu kämpfen.
Wir, die Gründer dieser Initiative hoffen auf regen Zulauf aus allen Teilen unserer Bevölkerung im Altenburger Land und darüber hinaus, denn heute ist es die Region Schmölln / Weißbach, welche mit GVO verunreinigt wird und morgen, wenn wir nicht achtsam sind, wird es jeden anderen Ort in unserem schönen Landkreis treffen.
Als Gast zu unserer Gründungsversammlung war Herr Dr. Frank Augsten, vom Verein Thüringer Ökoherz e.V. und Sprecher des Aktionsbündnisses „Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen“, extra von Weimar angereist. Er bot uns seine aktive Hilfe an, welche wir dankbar annehmen werden. Dr. Frank Augsten befasst sich schon seit langer Zeit mit den Studien der Grünen Gentechnik und kennt als aktiver Ökolandwirt die Risiken und Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt. Er hat durch seine Arbeit für Thüringer Ökoherz e.V. und als Öko – Landwirt schon viele GVO - Landwirte von der Notwendigkeit und der Richtigkeit auf GVO zu verzichten überzeugen können, denn er kennt die Alternativen zu genveränderten Organismen und kann sie dem interessierten Landwirt und Bürger anschaulich erläutern.
Er gab uns bekannt das die Agrarprodukte Schmölln GmbH, unter Vorsitz der Herren Dietmar Koch und Rainer Risch, der letzte Agrarbetrieb in Thüringen ist, welcher nicht bereit ist auf den Anbau des überall umstrittenen Anbau, von GEN Mais der Sorte MON810, zu verzichten.
Leider interessieren diese Herren die Ängste und Bedenken vieler Menschen offensichtlich nicht, denn verantwortungsvollere Landwirte haben, wie z.B. in Großfahner, ihren Anbau dieser umstrittenen und unsicheren genveränderten Maissorte MON810, welcher in Polen, Österreich, Ungarn und seit Januar 2008 in Frankreich nicht angebaut werden darf, für die Aussaat 2008 gestoppt.
Da die Zeit bis zu geplanten Aussaat in Schmölln / Weißbach durch die Agrarprodukte GmbH immer näher rückt, möchte ich alle Bürgerinnen und Bürger, Naturschutz- und Umwelt-, Bauernverbände, Jagd-, Angel-, Imker- sowie Volklorevereine und nicht zuletzt die Kirchgemeinden des Landkreises Altenburger Land und darüber hinaus um schnelle und unbürokratische Unterstützung, für eine Gentechnik freie Region, Altenburger Land oder noch besser Ostthüringen, bitten.
Packen wir es alle gemeinsam an, Flora und Fauna werden es uns mit Artenvielfalt und mit von GVO freien heimischen Nahrungsmitteln danken.
Unser nächstes Treffen findet am 08.03.2008 um 19:00Uhr in der Gaststätte „Rock Bock“ in Selka statt.
Eine weitere Informationsveranstaltung findet am 17.04.2008 19:00Uhr in Schmölln im Hotel „Reussischer Hof“ statt.
Zu Fachfragen zum Thema Grüne Gentechnik und Ökologische Landwirtschaft steht Herr Dr. Frank Augsten vom Thüringer Ökoherz Tel. Tel. 0 36 43 / 437-128 (http://www.oekoherz.de/ ) für uns zur Verfügung und als Ansprechpartner in der Region können Herr Lutz Landgraf Tel. 01708058894, Frau Ute Luckasch Tel. 01629854604, Herr Jörg Kirmse Tel. 0171 2349864 gern kontaktiert werden.
Wir rufen dazu auf, diese Bürgerinitiative nach Kräften zu unterstützen! Jenseits jeglicher Parteiegoismen oder sinnleeren Abgrenzungswahns, wollen wir hier ein gemeinsames Ziel erstreiten und da gilt es einmal mehr zu zeigen, dass man nicht für den Namen einer Partei oder Gruppe kämpft, sondern für die Menschen in unserer Heimat!
In diesem Sinne:
Kämpft mit! - Gemeinsam gegen den Anbau von genmanipulierten Mais in unserer Heimat!






Diesen Beitrag inhaltlich ergänzen
Als inhaltliche Ergänzungen werden nur objektive Fakten, die den eigentlichen Bericht durch neue Informationen ergänzen, zugelassen. Subjektive Meinungen gehören stattdessen in das Diskussionsforum und werden hier nicht freigeschaltet. Ziel einer Ergänzung sollte es sein, dem Leser möglichst viele Fakten zum Thema zur Verfügung zu stellen.