Dortmund: Demonstration unter dem Motto “Keine Solidarität mit Israel”

Veröffentlicht am 30. März 2008

Am heutigen Sonnabend, dem 29.03.2008, versammelten sich zwischen 120-140 Kameraden in Dortmund-Dorstfeld um ein Zeichen gegen Imperialismus zu setzen. Unter dem Motto ,,Keine Solidarität mit Israel - Landraub ist Völkermord” legte man ca. eine Wegstrecke von 3 km zurück.

Nachdem man gegen 12.30 Uhr die Veranstaltung begonnen hatte, folgte auch sofort der erste Redner in Person des Versammlungsleiters, der, nachdem er die Auflagen verlesen hatte, auf den Hintergrund der Demonstration einging. So stand die heutige Versammlung im Zeichen des Ostermarsches vom vergangenen Montag, dem 24.03.08. Bei diesem ,,Friedensakt” war es zu Handgreiflichkeiten in Dortmund-Dorstfeld der sogenannten Pazifisten gegen nationale Aktivisten gekommen, weil diese ein ,,Keine Waffen für Israel”- Banner ausbreiteten. Als zweite Rede wurde der Aufruf des ersten Antikriegstages von einem rheinländischen Aktivisten vorgetragen, um nochmals den Bezug zum diesjährigen Marsch am 06.09. zu untermauern.

Die nachfolgende Strecke verlief durchgehend durch stark bewohntes Gebiet, Hauptstraßen wurden weitestgehend gemieden, was nicht wirklich negativ war. Man kann sagen, dass man den Großteil der Dorstfelder Anwohnerschaft erreicht hat, nicht zuletzt wegen einer guten Musikanlage, und kraftvollen Einsatz der einzelnen Aktivisten. Die Idee, am Rande der Demonstration Flugblätter zu verteilen, um den Hintergrund den Bürgern auch schriftlich weitergeben zu können, war den Polizisten ein Dorn im Auge. Zwei Aktivisten erhielten prompt eine Anzeige wegen eines Auflagenverstoß, obwohl es diesenzu Anfang der Demonstration wohl gar nicht gegeben hat.

Auf der Zwischenkundgebung sprach ein Vertreter der Aktionsgruppe Ruhrgebiet-Mitte, ein Aktivist der niederländischen Autonomen Nationalisten, sowie ein Dortmunder Kamerad. In der ersten Rede ging man thematisch eher auf die Gründung Israels, sowie die geschichtliche Zuordnung des Landes an der östlichen Mittelmeerküste ein. Der niederländische Aktivist beschäftigte sich hauptsächlich mit verschiedenen Aussagen und Haltungen deutscher und niederländischer Politiker in Israel. Auch auf das Thema ,,Geert Wilders Fitna” ging er ein, und klärte die deutschen Demonstranten kurzerhand über die mediale Hetze gegen Islamkritiker in seinem Land auf. Die letzte Rede der Zwischenkundgebung beschäftigte sich abermals mit den Aggressionskriegen Israels und bezog sich somit noch mal thematisch auf den Aufruf zum Antikriegstag.

Die Demonstrationsstrecke konnte planmäßig bis Dorstfeld Süd BF zuende geführt werden, obwohl es erhebliche Repressalien seitens der Polizei gab. So wurden im Verlauf der Demonstration immer wieder neue Auflagen erlassen. Dazu gehörte ein Verbot der Parole ,,Nie wieder Israel” aufgrund eines Anfangsverdachtes der Volksverhetzung. Mit dieser und weiteren Anzeigen wird der Veranstaltungsleiter sich im Nachhinein leider noch beschäftigen müssen, doch wurden vor Beendigung noch einige Taler für die Gerichtskosten zusammengetragen.

Nachdem die Demonstration offiziell beendet wurde, entschied sich die Polizei dazu ihrem Ruf alle Ehre zu machen. Ein Aktivist, der sich am Lautsprecherfahrzeug befand, sollte aufgrund von Auflagenverstößen, darunter wieder das Verteilen von Flugblättern, aus der Masse gezogen werden. Der Plan sich mit fünf Polizisten in Hundert Nationale Sozialisten zu wagen, sollte allerdings ein schlechtes Ende nehmen. Durch Bildung von Ketten, Anstimmen von Sprechchören und der Umzingelung der Polizeibeamten konnte man die Festnahme kurze Zeit verhindern, allerdings ging der betroffene Aktivist wenige Zeit später widerstandslos mit, um seine Personalien abzugeben. Eine vernünftige Entscheidung, bei der Absurdität des vorgeworfenen Verbrechens. Mehr als eine Einstellung wird nicht in den Briefkasten flattern.

Trotzdem blieb die Stimmung angespannt, und es gab erneute Rangeleien, nachdem ein weiterer Aktivist aufgrund von Auflagenverstößen zur Personalienkontrolle gezogen wurde. Die Folge dessen war ein kurze Ausbruch aller Aktivisten Richtung Dorstfeld Bahnhof, der allerdings wenige Zeit später durch anrückende Hundertschaften unterbunden werden konnte. Nach weiteren handfesten Auseinandersetzungen einigte man sich auf einen gemeinsamen Abzug zum Dorstfeld Süd Bahnhof.

Alles in allem war es ein Erfolg angesichts der kurzfristigen Mobilisierungszeit, allerdings auch ein weiterer Tag voller Repressalien und Polizeigewalt. Wir müssen uns endlich bewusst werden, dass wir keine Freizeittouristen sind, und die Polizei nicht unser Wegbegleiter! Setzt euch zur Wehr gegen Polizeigewalt und staatliche Repressionen!





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