Nationalisten für Frieden – Teilnahme am Ostermarsch in Bruchköbel
Veröffentlicht am 25. März 2008
Am 21.3.2008 fand in Bruchköbel nahe Hanau der Auftakt zu den traditionellen Ostermärschen statt. Die Intention dieser Veranstaltungen ist es, ein Zeichen gegen Krieg zu setzen. Auch eine Handvoll nationaler Aktivisten aus den Kreisen Wetterau und Main-Kinzig wollte sich diesbezüglich positionieren und daher an der Veranstaltung teilnehmen. Kurz vor Beginn der Veranstaltung stießen die 10 Aktivisten zu den übrigen Demonstranten auf dem Versammlungsplatz, ausgerüstet mit Transparenten, Fahnen und einem Megaphon. Sogleich wandelte sich die friedliche Stimmung des friedliebenden Publikums und die eintreffenden Nationalisten wurden angegriffen, bespuckt, geschlagen und ein Transparent war als Kollateralschaden zu beklagen. Die offensichtlich auf einen solchen Vorfall schon vorbereitete Polizei beendete das Handgemenge jedoch rasch und so blieb den anwesenden Rotfaschisten nur mehr die verbale Auseinandersetzung übrig.
Während die meisten sich in dumm-dreisten Hasstiraden ergingen, gab es zur allgemeinen Überraschung auch den ein oder anderen roten Zeitgenossen, der zumindest versuchte, eine normale Diskussion mit den „Störern“ zu führen, jedoch nicht ohne die üblichen „Argumente“ (Kriegstreiber, Holocaust, Hitler, Rostock-Lichtenhagen, Sebnitz,…) anzubringen. Hauptsächlich waren von Seiten der linken anwesenden jedoch Gewaltdrohungen und Flüche zu hören, die so gar nicht in das Bild eines Friedensmarsches zu passen schienen. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem nationalistischen Weltbild wird von diesen Menschen, laut eigenem Bekunden, nicht gewünscht. Sie fürchten wohl, zu erkennen, dass wir nicht gerade die menschenverachtenden, Ausländer-jagenden Kinderfresser sind, die sie in uns sehen wollen. Es ist ja prima, ein Feindbild zu haben, dem man die Schuld an Krieg und Hass geben kann und das man auch noch veprügeln kann, wenn man in entsprechender Überzahl ist. Das geht mit den sonstigen Feinbildern halt eher nicht.
Das Kapital besteht aus Zahlen: kann man nicht verprügeln! Krieg ist eine politisch-militärische Auseinandersetzung: kann man auch nicht verprügeln! George Bush ist immer zu gut bewacht, wenn er mal hier ist: kann man ebenso wenig verprügeln! Die Nazis zeigen sich aber auf der Straße: die kann man versuchen zu verprügeln und muss nicht mal mit Konsequenzen rechnen. Welch ein Unglück wäre es nun, wenn der geneigte Rotfaschist erkennen muss, dass der Nazi, den er so gerne stellvertretend für alles Unglück der Welt verantwortlich macht, überhaupt: der seine eigentliche Daseinslegitimation als Antifaschist darstellt, gar kein so übler Mensch ist.
Genau diese Frage mussten sich einige der Anwesenden auch stellen und denken hoffentlich zu Hause in Ruhe noch mal über ihre eigene Inkonsequenz in Sachen Friedensaktivismus nach. Trotz allem war es eine erfolgreiche Aktion. Die nationale Fraktion der Teilnehmer hielt sich ca. 2 Stunden umringt von Polizei und einem recht aggressiven Mob auf dem Platz auf, auf dem Podium fiel kein Wort mehr über die bedrohliche Weltlage und letztendlich löste der Veranstalter die Versammlung auf, um die „Nazis“ vom Platz zu bekommen. Dieser Tag zeigte den Bürgern von Bruchköbel einmal mehr, wie „tolerant“ die Rotfaschisten sind: einerseits lassen sie die DKP mit ihren roten Lappen und dem Konterfei der „Demokratieliebhaberin“ Rosa Luxemburg an der Veranstaltung ungefragt teilnehmen, andererseits bezichtigen sie die nationalen Kräfte der Kriegsverherrlichung und versuchen sie auszuschließen.
Wir werden sicher nicht das letzte mal in Bruchköbel auf der Strasse gestanden haben und, anders, als der linke Gutmenschen-Mob, brauchen wir kein Osterwochenende, um unsere Forderungen auf die Strasse zu tragen. Wir stehen nicht nur dann auf, wenn sich der politische Gegner mal zeigt, wir beruhigen auch nicht unser Gewissen, indem wir einmal im Jahr ein bisschen Farbe bekennen. Unser Kampf findet täglich statt, ob mit oder ohne Gegner.
Einen Anlass gibt es immer, solange das System besteht. Vielleicht ist aber trotzdem im Terminkalender des ein oder anderen Nationalisten zu Ostern 2009 noch ein bisschen Platz, um in Bruchköbel für den Frieden zu demonstrieren!






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