Gelsenkirchen: Die Jagd geht weiter – wer hat das wohl losgetreten?
Veröffentlicht am 13. März 2008
Bei der Eröffnung des Projektes ,,Zug der Erinnerungen“ am Gelsenkirchener Hauptbahnhof, sprach der Vereinsvorsitzende Hans Minow etwas aus, wo er sich sicher war, es würde etwas bewirken. Wenige einfache Worte, eher aus Verfolgungswahn betätigt, trafen den Bürgermeister, Klaus Hermandung, mitten ins Herz. Welch schrecklichen Geschichten hatte man enttarnt? – Es war wohl lediglich die These, dass ehemalige nationalsozialistische Politiker, noch heute in Gelsenkirchen ,,leben“ könnten. Das Problem hier liegt wohl am ,,leben“, und das wohl auch noch unbehelligt.
Dass diese Menschen rechtens nach dem Gesetzbuch handelten und niemals auch nur eine Straftat nach deutschem Recht nach 1945 ausübten, interessiert keinen. Ist hier nicht von einer ähnlichen Menschenfeindlichkeit und Skrupellosigkeit die Rede, die man dem historischen Nationalsozialismus nicht wirklich selten nachsagt? Oder ist es ein Heldenakt, sich darüber zu echauffieren, dass noch Menschen ,,leben“ könnten, die eine andere Meinung, zu der Zeit gestützt durch deutsches Recht, vertraten.
Die Frage ist auch, was will man mit diesen Menschen machen, falls man sie findet, falls es sie wirklich gibt? Diese Menschen dürften mittlerweile mindestens achtzig Jahre alt sein, und haben, wie gesagt, niemals Straftaten begangen, sondern handelten im Namen des deutschen Gesetzes. Oder will der Herr Klaus Hermandung legitimieren, dass man ihm in 60 Jahren, aufgrund heute begangener Taten, die einst vielleicht unter Strafe stehen mögen, zur Rechenschaft zieht? Man hätte ja in die Zeit schauen können, um zu sehen, was sich einst ändert. Ich glaube der beste Wahrsager hätte vor sechzig Jahren nicht voraussagen können, wie es um Deutschland 2008 stehen wird. Bzw. wäre dieser Wahrsager damals wohl danach arbeitslos gewesen.
Klaus Hermandung hat auch sofort Mitstreiter gefunden, beispielsweise den Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski, der sofort eine Untersuchung des Institut für Stadtgeschichte in die Wege leitete. Anders gesagt – die Hetzjagd beginnt von Neuem.
Die Moral von der Geschicht – Anstand hat man, oder halt mal wieder nicht!





