Kein Vergessen! Junge Cottbuser gedenken den Opfern des Bombenterrors

Veröffentlicht am 21. Februar 2008

Es waren Mütter mit ihren Kindern, es waren Familienväter, es waren Greise und es waren junge Menschen die ihre geliebte Heimat in den Wintertagen des Jahres 1945 aus den Ostgebieten des deutschen Reiches schweren Herzens verlassen mussten, um mit großen Flüchtlingstrecks Schutz vor der herannahenden Roten Armee zu suchen.

So fanden die flüchtenden Menschen in zahlreichen Städten wie Dresden, Berlin, Magdeburg aber auch Cottbus unterschlupf und Sicherheit. Als die anglo-amerikanischen Befehlshaber (Kriegstreiber?) beschlossen, ganze Städte auszulöschen, waren die Schicksale der Flüchtlinge besiegelt, wie auch das Leben, der in den Städten wohnenden Menschen. So flogen die tot bringenden Mörderkommandos am 13.2 und 14.2.1945 Angriffe auf Dresden und löschten über hunderdtausende Menschenleben aus. Zumal die Stadt Dresden, eine der wohl schönsten Städte Europas, zu dieser Zeit eine Verwundetenstadt war, also gar nicht kriegsfähig sein konnte.

Aber auch die Stadt Cottbus wurde von diesen mordenden Bombern heimgesucht. Am 15.2.1945 um 11.45 Uhr begann das Inferno auf Cottbus. Bei diesem Angriff wurden große Teile des Hauptbahnhofes zerstört so das der Bahnverkehr zu großen Teilen zum erliegen kam. Aber auch südlich vom Hauptbahnhof und um den Stadtteil Branitz waren die Schäden groß. Bei diesen völkerrechtswidrigen Angriffen auf Cottbus starben ca. 3600 Menschen. Jedoch ist diese Zahl nie bestätigt worden. Es ist also davon auszugehen, dass die Zahl noch höher liegt. Man sollte jedem einzelnen Opfer dieser Bombardierungen Respekt zollen und an sie denken.

Aus diesem Anlass fanden sich am frühen Abend junge Cottbuser und sächsische Kameraden ein um den Opfern zu gedenken. Sie machten sich auf den Weg und gedachten den Opfern mit einem Gedenkmarsch über den Cottbuser Altmarkt. Angeführt von vier Schwarzgekleideten Sargträgern, die ihrem Namen alle Ehre machten, ging es über ein Teil des Altmarktes, begleitet von teilweise verwunderten Blicken der Passanten. So war es auch nicht verwunderlich das die „Herren„ Staatsschützer in zivil und in grün nicht lange auf sich warten ließen. Nach ca. 200 Metern fuhren die ersten Wagen vor und setzten dem Gedenkmarsch ein unschönes Ende. Zu guter letzt wurde der vorangetragene Sarg auch noch beschlagnahmt. Man sieht halt mal wieder, das man Alles und Jedem gedenken darf, aber bloß nicht den eigenen Großeltern. Fazit: Polizei schneller am besagten Ort als gedacht. Aber das sollte es wert sein um den Opfern zu gedenken und eine Ehre zu erweisen. Denn:
Ein Volk ist nur so viel wert, wie es seine Toten ehrt!





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