Türken in der BRD:
Jetzt die Integrationsbremse betätigen
Veröffentlicht am 9. Februar 2008
Vermutlich hatte der Vorschlag des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, türkischen Kindern in der BRD von türkischen Lehrern die eigene Muttersprache vermitteln zu lassen, eine ganz bestimmte Stoßrichtung. Aber ganz gleich, was im Kopf des türkischen Ministerpräsidenten bei einer Diskussion im Kanzleramt am 8. Februar 2008 unter Moderation der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch vorging, den „Vermischern“ und „Durchrassern“ auf deutscher Seite mußte der Atem gestockt haben, als Erdogan betonte, daß die Türken in der BRD erst einmal ihre eigene Sprache beherrschen müßten, um Deutsch sprechen zu können.
Völlig zutreffen bemerkte Erdogan weiter, dies sei bei vielen in Deutschland lebenden türkischen Kindern und Jugendlichen nicht der Fall. “Deswegen wünschen wir als Türkei, daß wir türkische Lehrer auch nach Deutschland entsenden.” Er fügte hinzu: “Wir müssen Schritte auf diesem Gebiet tun und wollen sie tun.”
Weiter meinte er: “Wir haben in der Türkei Schulen, Gymnasien, die auf deutsch unterrichten. Wir haben kein Problem damit. In Deutschland sollten auch Gymnasien gegründet werden können, die in türkischer Sprache unterrichten.” Die Bundesregierung solle darin kein Problem sehen.
Dann sagte Erdogan: „Wenn Sie versuchen, das zu verhindern, dann machen Sie einen Fehler.“
Auch türkischsprachige Universitäten müsse es in der Bundesrepublik geben. „Wissenschaft kennt keine Grenzen“, meinte er zur Begründung.
Schließlich meinte Erdogan: “Ja zur Integration - Nein zur Assimilation.” Und: “Menschen müssen in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptiert werden.” Übrigens, bei der NPD nannte man das früher einmal „Ethnopluralismus“.
Nun kann man wie gesagt, über die Motivation dieser Aussagen trefflich spekulieren.
Erdogan jedenfalls wurde 1998, als er noch Bürgermeister Istanbuls war, wegen Volksverhetzung verurteilt. Während einer öffentlichen Veranstaltung hatte er zuvor (1997) gesagt: “Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.”
Da paßt es natürlich auch, daß den Schulkindern in der Türkei immer wieder der Satz eingehämmert wird: „Glücklich ist der, der sagen kann: Ich bin ein Türke!”
Erdogan, der sicher nicht beleidigt wäre, würde man ihn einen Islamisten nennen, will natürlich aus naheliegenden Gründen keine Vermischung der BRD-Türken mit der übrigen weitestgehend atheistischen Bevölkerung. Er wünscht sich ganz sicher eine weiter wachsende Schar islamgläubige Türken mit Identität, die hier einen sicheren Brückenkopf für die weitere islamische Expansion bilden. Und diese Identität definiert sich nun einmal auch über die Sprache.
Wenngleich die türkische Landnahme unter welchen Vorzeichen auch immer selbstverständlich keine Zielsetzung deutscher Politik sein kann, die diesen Namen auch verdient, bietet der Erhalt der kulturellen Identität unter den Türken Möglichkeiten in die entgegengesetzte Richtung.
Wer durch Bewahrung seiner Identität weiß, zu wem er gehört und zu wem nicht, wird dann dereinst auch ohne allzu große soziale Verwerfungen wieder in seiner eigentlichen Heimat integriert werden können, wie es ja für die Gastarbeiter einmal auch vorgesehen war.
Schon angesichts der Tatsache, daß, wie man tagtäglich beobachten kann, die kulturellen Unterschiede zwischen einheimischen Deutschen und zugewanderten Türken so unüberbrückbar groß sind, daß es eben ab einer bestimmten Zahl Fremder zu genau den Zuständen kommen muß, die wir aus unseren Städten mit vor allem türkisch-islamischen Ghettos kennen, sollte in absehbarer Zeit eine räumliche Trennung zwischen möglicherweise unvereinbaren Kulturen vorgenommen werden.
Bis es für den Einzelnen so weit ist, in die Heimat zurückkehren zu können, ist die Bewahrung der Sprachfähigkeit und kulturellen Identität sehr wichtig. Und genau deshalb, ist der Wunsch des türkischen Ministerpräsidenten nach eigenen Schulen für seine Landsleute zu erfüllen.
Für die einheimischen deutschen Schulkinder hätte dies den positiven Nebeneffekt, endlich wieder streßfrei lernen zu können, wenn die Rütli-Borats unter sich wären und mit der Strenge erzogen würden, wie sie in der Türkei üblich ist. Wirklich allen täte diese Akzeptanz der Unterschiedlichkeit, die der türkische Ministerpräsident forderte, außerordentlich gut.
Und was meinte die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), also die Inhaberin der politischen Richtlinienkompetenz, dazu?
Anstatt den ihr zugespielten Ball anzunehmen und im deutschen Sinne als Elfmeter zu verwandeln, sagte sie: „Es ist unser gemeinsames Land.“
Hier irrte sie wie so oft und stammelte dann noch, daß man nicht sagen könne, daß sich Kinder ohne Personen mit Migrationshintergrund nicht richtig entwickeln könnten. Offen zeigte sie sich dann noch dafür, verstärkt Sozialpädagogen zur Unterstützung von „Migranten“ einzusetzen.
Bei solch einem offenbar im Baukastenprinzip zusammengefügten Wortmüll muß man sich doch einmal verstärkt fragen, welche Kompetenzen die derzeitige Bundeskanzlerin neben ihrer Gutmenschentümelei vorzuweisen hat?
Wie nicht anders zu erwarten war, wurde Erdogans Vorschlag von so ziemlich allen, die man ganz allgemein als Volksvertreter bezeichnet, rundherum abgelehnt. Bei den ehrenwerten Damen und Herren, denen die „Durchrassung“ und „Vermischung“ unter dem Etikettenschwindel „Integration“ offenbar gar nicht schnell genug vonstatten gehen kann, mußte die Forderung nach kultureller Identität natürlich Beißreflexe hervorrufen. Wo kämen wir schließlich hin, wenn die einheimischen Deutschen diese auch für sich reklamierten?
Ach ja, „Durchrassung und Vermischung“ – eine Parteifreundin des bayerischen Ex-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), der diese Begrifflichkeit seinerzeit salonfähig machte, hatte diese möglicherweise, weil nie verinnerlicht, schon vergessen. Jedenfalls meinte die CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer, derartige Bildungseinrichtungen, also besondere Schulen für Türken, wären die „reinste Integrationsbremse”.
Ja, hat denn die gute Frau noch gar nicht begriffen, daß es höchste Zeit ist, die Integrationsbremse zu ziehen und die inkompatiblen Ausländer auf ihre Heimreise vorzubereiten, wenn hier nicht schon bald alles zusammenbrechen soll?
Klaus-Jürgen Menzel, MdL
Dresden, den 9. Februar 2008



