Ganderkesee (bei Delmenhorst): Nationale SozialistInnen zeigen Präsenz

Veröffentlicht am 29. Januar 2008

Am Donnerstag, den 24.01.2008 sollte in der Aula des Gymnasiums Ganderkesee (bei Delmenhorst) eine Veranstaltung des niedersächsischen Landespräventionsrates zum Thema “Rechtsextremismus im Alltag” stattfinden. Etwa ein Dutzend nationale SozialistInnen aus der Region wollten sich dieses Ereignis jedoch nicht entgehen lassen und statteten der Veranstaltung einen wohl unerwarteten Besuch ab - mit dem Ergebnis eines “Desaster[s] für die Veranstaltung”, wie es im Delmenhorster Kreisblatt heißt.

Der Referent Gerhard Bücker vom Landespräventionsrat hatte schon etwa eine halbe Stunde gesprochen, als die ersten zwei Aktivisten die Aula betraten, um sich ein Bild von der Situation zu verschaffen. Auf sonderlich großes Interesse war diese Veranstaltung den vielen leeren Sitzplätzen nach zu urteilen scheinbar nicht gestoßen. Dennoch befanden sich im Publikum neben den typischen bürgerlichen Mahnern, die ständig von Zivilcourage sprechen und damit das Aufpolieren ihres “Images” durch das Pflegen von Stereotypen meinen, auch etwa fünf bis sechs selbsternannte “AntifaschistInnen” aus Delmenhorst und Umgebung.

Nachdem sich die Gelegenheit geboten hatte, das ein- oder andere Foto zu schießen und die bekannten “AntifaschistInnen” begannen sich zu vermummen, betraten die restlichen nationalen SozialistInnen die Veranstaltung und nahmen dem mit der Situation scheinbar etwas überforderten Referenten die Gesprächsleitung mittels Megaphon ab. Es wurde versucht, Diskussionen loszutreten, wozu sich die “AntifaschistInnen” allerdings nicht in der Lage sahen: Der Aufforderung, sich vom Internationalismus abzuwenden und gemeinsam gegen die Ausbeutung der Menschen durch den Kapitalismus und die Globalisierung zu kämpfen konnten sie lediglich erwidern, das “Nazis” keine Diskussionsgrundlage hätten. Statt Argumenten griffen die Antifas erwartungsgemäß also lieber auf Beleidigungen zurück. Während die vermeintlich intoleranten “Nazis” also ihre generelle Offenheit für Argumente bewiesen, blieben diese seitens der “AntifaschistInnen” allerdings auf fast bemitleidenswerte Vorwürfe wie “Ihr klaut uns unseren Style” beschränkt. An dieser Stelle sei gesagt, dass wir der antiimperialistischen “Linken” die offene Hand reichen und ihnen die Optionen lassen, sie anzunehmen oder sie abzuschlagen - in diesem Fall aber haben sie auch die Konsequenzen zu tragen.

Bis zum Eintreffen der Staatsmacht nach etwa einer halben Stunde blieb dennoch genug Zeit, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und ihnen Informationen aus erster Hand statt Lügen und Halbwahrheiten zu vermitteln. Trotz der erwarteten Vorurteile, die dem Charakter einer solchen Veranstaltung gemäß vom Publikum ausgingen, kam es zu Diskussionen mit teils positiver Resonanz. Die Veranstaltung wurde beendet und “AntifaschistInnen” sowie nationale SozialistInnen erhielten zeitversetzte Platzverweise einer an diesem Tag - mit Ausnahme des wie immer unverschämten Staatsschutzes - ungewohnter Weise sogar halbwegs kooperativen Polizei.

Rückblickend kann von einer erfolgreichen Aktion nationaler AktivistInnen gesprochen werden, die Präsenz gezeigt und die offene Diskussion mit politisch Andersdenkenden gesucht hat. Für die etablierten Veranstalter und die “AntifaschistInnen”, die sich gerne systemkritisch geben aber in Bezug auf nationale SozialistInnen den Lügen dieses Systems vertrauen schenken, dürfte das Fazit des Abends weniger positiv ausfallen - wie war das noch: “Antifa heißt Angriff”?

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