Feinstaub ist Goldstaub…

Veröffentlicht am 14. Januar 2008

Es waren andere Zeiten, als man vor 20 Jahren noch in den ersten Tagen des Herbstes 50 Zentner Kohlen vor die Tür gekippt bekam, um sein Heim kuschelig warm zu halten. Man hatte ja damals nichts,…, nicht mal Feinstaub. Staublungen und graue Fassaden gehörten zum Alltag, ebenso wie das Rasseln und Qualmen der 2-Takter. Und mit der wohl verdienten Wende kam auch endlich die Industrialisierung der Moderne. Es wurden flächendeckend Betriebszweige aufgekauft und geschlossen, Konkurrenz ausgeschaltet. Und so manch ein Eigenheimbesitzer wird sich in den Allerwärtesten beißen, weil er sich im Zuge der Neuerung von seiner Schwerkraftheizung trennte. Wollte man der technischen Entwicklung ja nicht im Wege stehen, doch Öl, bequem und komfortabel kostet mittlerweile um die 70 Cent/l.

Die Politik bahnte den Weg für ein vereintes Europa und nach einem Zeitplan von 15 Jahren trat es in Kraft.Daraus erwuchsen natürlich gewisse Richtlinien und es kommt stets zu neuen Gesetzen. 2007 trafen sich in Deutschland die Mächtigen der Industriestaaten, dem G8 Gipfel. Einem besonderen Augenmerk widmeten die Kapitalstärksten auf diesem Kongress dem Thema Umwelt.

Schon eine Bauernregel besagt: Umweltschutz ist Heimatschutz.

Der ausgewogene Umgang mit der Natur soll und muß weltweit Beachtung finden und nach Erkenntnissen gehandelt werden, um den einstigen Einklang nicht noch weiter aus dem Gleichgewicht zu bringen. Schon auf dem G8 Gipfel distanzierte sich die USA von den Vorschlägen dazu. Aus ihrer Sicht nachvollziehbar, da sie ihre überwirtschaftete und kranke Industrie komplett modernisieren müsste. Auch Fahrzeuge, die 15l auf 100 Km verbrauchen, sind Standart, von dem sie sich kaum lösen wollen. Man könnte meinen, dies ist der Grund, warum Benzin mit einer Klopffestigkeit von 91 Oktan preisgleich ist, wie der höherwertige 95 Oktan, so probiert man es dem Konsumenten zu begründen.

Es wird erklärt, die USA habe so einen hohen Eigenbedarf an Normal – Benzin, dass man Super – Sprit dem Normal in Deutschland angeglichen hat, weil es kaum Reserven gibt. Richtig wäre allerdings, dass moderne Motoren auf 95 und 98 Oktan ausgelegt werden. Somit ist es für die Raffinerie nicht lukrativ, Normal weiterhin zu produzieren, sie sparen ein, indem sie einen Zweig einfach wegfallen lassen und Normal wurde preislich an Super angeglichen…

Uns wurde in einer groß angelegten Klima Debatte beigebracht, dass es bereits 5 nach 12 ist!

Der “Klimawandel” als Katastrophe begleitete uns ein viertel Jahr in der Presse. Mittlerweile gibt es renommierte Gegenstimmen die besagen, dass die globale Erderwärmung im natürlichen Zyklus unseres Planeten steht. Natürlich sind wir keine Naturwissenschaftler, uns bleibt die Möglichkeit, sich unabhängig Meinungen einzuholen.

Beschlossen wurden verschiedene Umweltschutzprojekte und treten nach und nach in Kraft.

Seit 01.01.2008 wird für Fahrzeugbesitzer die „ Feinstaubplakette“ interessant. Stück um Stück sogar zur Pflicht, wenn man sich in der BRD frei bewegen bzw. befahren will. Diese Plakette teilt Fahrzeuge anhand der Fahrgestellnummer in verschiedene Abgasemissionsklassen ein.

Das gibt es doch schon längst? – Richtig.

In Form der Fahrzeugsteuer und den Unterteilungen der CO, bzw. Euro 0-4 Normen. Doch daran haben sich die Dieselfahrzeuge auf Grund anderen Kraftstoffes etwas vorbeigemogelt, quasi ein Einnahmeschlupfloch zu Ungunst des Staates. Betroffen sind alle Fahrzeuge, gleich ob Nutzfahrzeug oder einfacher PKW.

Wer eine grüne Plakette bekommt, darf überall fahren. Wer eine rote hat, sollte sich vor Fahrtantritt genau informieren, welcher Standart verlangt wird.

Missachtung der Plakettennorm wird mit 40 Euro, sowie 1 Punkt geahndet. Die Automobilindustrie wurde mit der Thematik vor Jahren vertraut, somit hatte sie Zeit für Technologie und Entwicklung. Es entstanden Common – Rail (Hochdruckeinspritzung bis zu 2 000 bar), Reinigung des Abgas mit Harnstoff, sowie eine Vielzahl von Filter Nachrüstsystemen. Letztere unterlagen einer riesigen Rückrufaktion, da sie uneffektiv sind, durch Zusetzen des Filters mit Rußpartikeln den Motor gefährden und nicht zuletzt für die Nachbehandlung des Abgases einen deutlich höheren Kraftstoffverbrauch vorweisen.

Die Plaketten werden zwischen 5 und 20 Euro angeboten, demnach bieten Millionen von Fahrzeugen eine gute Einnahmequelle.

Sinn und Nutzen dieser Plakette:

Nicht nur Ballungszentren wie Köln, oder Berlin werden die Luftverschmutzung an Autobahnabfahrten durch Hinweis-, und Verbotsschilder begrenzen, sondern auch allerlei Städte werden nachziehen. Z.B. Luftkurorte, aber auch wie die erste Stadt in Thüringen, Gera, die sich der Verordnung angliedert.

Verwerflich wäre, wenn wir uns gegen Umweltschutz aussprechen, aber wen betrifft das eingeschränkte Fahrverbot, wem nutz es?

Verlierer sind ganz klar jene, welche ihren Langstreckendiesel vor etwa 2005 gekauft haben. Diese Fahrzeuge erreichen bis auf einen verschwindend geringen Prozentsatz maximal die gelbe Plakette. Auch Zulieferer und mittelständige Unternehmen werden ihren Fuhrpark nicht auf höchsten technischem Niveau haben, oder halten können. Was wird aus Ortsansässigen, die beispielsweise eine rote (schlechte) Plakette haben, ihre Stadt jedoch gelb als Fahrerlaubnis festlegt?

Es trifft jene, die nicht grundlos ältere Fahrzeuge fahren. Eben die, welche nie einen neuen Mittelklassewagen fahren werden, weil ihr Bruttojahresgehalt (sofern sie Arbeit haben) weit unter dem Kaufpreis eines Neuwagens liegt. Sollen die nun ihre Fahrzeuge stilllegen und verkaufen, bekommen sie kostenpflichtige Sonderfahrgenehmigungen, die nicht der Umwelt, aber der Kasse helfen?

Die Deutschen waren 2007 Weltmeister im Verreisen. Somit weiß jeder, der mit Zahlen jongliert, dass es immer noch vom Notgroschen etwas abzuzweigen gibt.
Und wenn es nur ein verhältnismäßig kleiner Betrag ist, auf die Masse gerechnet ein vielfaches an Geld, was wieder im Umlauf ist, eh es in der Staatskasse versickert, um zweckentfremdet zu werden.

Sie sind klar und deutlich als Gewinner die Staatskasse und die Automobilindustrie zu nennen.

Fahrzeuge, älter als 12 Jahre, sind für die Hersteller uninteressant. Ihr Anteil an Verschleißteilen ist gering, da der Lizenz – Handel des Zubehör mittlerweile alle gängigen Teile um ein vielfaches günstiger anbietet. Neufahrzeuge stehen auf Halde, ausgereifte Fließbandtechnik und Importschlager machen es möglich.
Ohne gewissen Zwang und Druck ist der Bürger in der Inflationszeit nicht mehr so freizügig Kapital in Gebrauchsgegenstände wie Autos zu investieren.

Ob die Neu-, und Überproduktion ausgereifter Fahrzeuge wirklich die Umwelt entlasten, sollte kritisch hinterfragt wird, nützt es vordergründig doch dem Schub der Industrie, wobei trotz dessen Aspekt nicht nennenswert mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl zu spekulieren ist. Wie in der Marktwirtschaft macht die Werbung und Verpackung, dann erst die Qualität das Produkt schmackhaft! Genauso ist mit publizierter, politischer Aussage umzugehen, in diesem Fall der Fiktion, Umweltschutz als Vorwand.

Artverwandtes Beispiel 2007 wäre die Sonderregelung für Fahranfänger mit 17.

Pädagogisch evtl. hilfreich, verdienen Staat, KFZ – Versicherer, Mineralölkonzerne usw. verdeckt daran.

Es ist wieder ein neuer, verschleierter Zug, des Sozialraubes der persönlichen Einschränkung. Der Arbeitssuchende, oder Neueinsteiger, welcher stets zum Pendeln angehalten, keine finanziellen Reserven hat, wird sich schwer ein Auto finanzieren können. Deutlich alte Autos mit Marktwert um 500 Euro sind für Händler auf Grund der europäischen Pflichtgarantie für Gebrauchtfahrzeuge nicht rentabel, bleibt also meist nur der Privatkauf mit Export – Bedingung, also Garantiefrei.
Ortsansässige Betroffene werden auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen (sofern die jeweilige Flotte der städtischen Verkehrsbetriebe die Sollwerte erfüllt).
Unternehmen aller Art werden viele Aufträge kündigen, bzw. absagen müssen, da ihre Technik nicht der Anforderung entspricht.

Es muss also über kurz oder lang kräftig investiert werden und so wird aus Feinstaub ein wahres Goldstaubgeschäft!

Und nur wenige hundert km weiter rußen die Schlote, und fahren unsere ausrangierten Fahrzeuge im europäischen Ausland. Hoffentlich kann Mutter Natur auch so gut unterscheiden…

Theoretische Lösungsvorschläge

Feinstaubplakette Ja! - aber…

  • Umbau der verlassenen Grenzübergänge zu überdimensionalen Wendeschleifen, damit Fahrzeuge vor dem Schild, welches bundesweit Mindestniveau an Abgasreinigung vorgibt, die Möglichkeit haben, zurück zu fahren.
  • Oder aber zeitgleicher und europaweiter Gesetzbeschluß für alle geltend
  • Staatliche Niedrigzinskredite für Betriebe zum Umrüsten ihrer Fahrzeuge
  • Ebenso für Arbeitssuchende mit Festzusage
  • Anmeldestop für Zulassung von U-Kat Fahrzeugen, zB. ab 2009
  • Anmeldestop für Zulassungen von Dieselfahrzeugen aller Art, die älter als ca. 18 Jahre sind (Außer Fahrzeuge mit Sonderzulassung wie Landwirtschaft, oder mit historischem Charakter)
  • Öffentlicher Vorlaufplan, in welche zeitlichen Schritten die Normen der Technik angepasst werden sollen
  • Umbau/Nachrüstung von Privat Diesel PKW mit staatlicher Förderung in Form der KFZ Steuer Senkung bis max. 75% der Umbaukosten (zB. Laufzeit des durchweg angemeldeten PKW 36 Monate, Umbau 600 Euro,- währen jährlich beim Diesel 150 Euro Steuern weniger)
  • Städte, die so konsequent handeln, müssen alle Beteiligten ausführlich belehren, dass die ganze Logistik dadurch zusammenbrechen kann!




Es ist nicht erlaubt Ergänzungen zu hinterlassen.