Schwere Krise in der Baubranche

Veröffentlicht am 3. Dezember 2007

Seit April dieses Jahres geht es für die Baubranche kontinuierlich bergab. Im Wohnungsbau wirkten sich hauptsächlich die Abschaffung der Eigenheimzulage und die Erhöhung der Mehrwertsteuer sehr negativ auf die Baubranche aus. Beim Wohnungsbau ging der Umsatz z.B. in Sachsen-Anhalt gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent zurück. Die derzeit vorliegenden Aufträge lassen vorerst auch keine Besserung erwarten. Auch der öffentliche Bau wies bis Ende September ein Minus von sieben Prozent zum Vorjahr auf, im Straßenbau wurde das Vorjahresergebnis sogar um 15 Prozent verfehlt.

Die Auftragseingänge insgesamt sind laut Konjunkturbericht Bau in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr zwar konstant geblieben. Allerdings werden zum größten Teil keine kostendeckenden Preise mehr erzielt. Der Materialkostenanteil liegt in der Bauwirtschaft im Schnitt bei 30 Prozent, im Straßenbau sogar bei 40 Prozent, deshalb haben die Kostensteigerungen erhebliche Auswirkungen. Die Preise für Kupfer haben seit Anfang 2006 um 32 Prozent zugelegt, Roheisen war 20 Prozent teurer geworden und Bitumen 23 Prozent.

Jedes zweite Unternehmen gab sogar an, dass im vergangenen Jahr mehr als 20 Prozent der Jahresbauleistung von der „öffentlichen Hand“ gar nicht pünktlich beglichen wurde, bei elf Prozent war es sogar mehr als die Hälfte der Jahresbauleistung.

Die Branche erwartet für 2008 einen weiteren Rückgang des Umsatzvolumens um etwa zwei Prozent und einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen um ebenfalls zwei Prozent. In diesem Jahr ging die Beschäftigtenzahl schon um vier Prozent zurück.

Aber nicht nur in der Baubranche sieht es immer düsterer aus. Von dem angeblich so „großen Aufschwung“ sehen Wirtschaftsforscher weit und breit nichts. Für die gesamte deutsche Wirtschaft sieht es nicht viel besser aus. Das Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) Halle prognostiziert für das nächste Jahr gerade mal ein Wirtschaftswachstum von unter 2 Prozent. Laut IWH wird es auf keinen Fall über 2 Prozent liegen. Was daran ein „großer Aufschwung“ sein soll, das weiß wohl nur Frau Merkel und ihre so „erfolgreiche große Koalition“…

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