Atemluft noch kostenlos? Regenwasser nicht mehr.

Veröffentlicht am 9. November 2007

Geld stinkt nicht – das wußten schon die römischen Kaiser und besteuerten die öffentlichen Toiletten. Geld schwimmt aber mitunter davon – das wissen die Chemnitzer Stadtoberen und besteuern nun den Regen. Unglaublich, aber wahr: In Zukunft ist das Dach über dem Kopf in Chemnitz kostenpflichtig, weil Regen drauffällt. Dieses Wasser müsse schließlich abgeleitet und gereinigt werden, und weil ohnehin trotz angeblichen Aufschwungs gerade wieder Ebbe in der Kasse ist, wird es deshalb eben jetzt besteuert. Dabei wird pro Quadratmeter versiegelte Fläche – also alles, wo keine Wiese ist – 1 Euro pro Jahr erhoben. Die trinkwasserabhängige Abwassergebühr wurde dafür leicht gesenkt.

Während es für Hochhausbewohner damit weitgehend kostenneutral abgeht, wird die Abwassergebühr für Einfamilienhäuser bis zu 80 % teurer. Noch schlimmer trifft es Kleingewerbetreibende: fielen bis jetzt ein paar Liter für die Toilettenspülung und ein bißchen Wasser zum Kaffekochen an, für welches dann auch nur die Entwässerung bezahlt werden mußte, so ist jetzt die Regensteuer für das ganze Werkstadtgelände und sämtliche Parkplatzflächen fällig. Für manche Betriebe bedeutet das Mehrausgaben von mehreren Tausend Euro! Auch so kann man „die Wirtschaft fördern“.

Die „Reinigung“ muß dabei praktischerweise auch dann bezahlt werden, wenn das Wasser durch ein städtisches Rohr nicht in die Kläranlage, sondern in den nächsten Bach fließt. Tja, bei den Chemnitzer Rathausfürsten hätte eben selbst J** Süß noch etwas lernen können. Nur die nationale Fraktion (in Chemnitz REPUBLIKANER/DSU) stimmte geschlossen dagegen.

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