Potsdam: Ermyas M. ein Betrüger?

Veröffentlicht am 15. Oktober 2007

Potsdam/ Brandenburg. Von der „Unschuldsnummer“ des „armen Familienvater“, der am Ostersonntag 2006, Opfer eines „rassistisch-motivierten Überfalls“ geworden sein soll, ist spätestens seit dem Freispruch beider Angeklagten und auch dem Durchsickern des tatsächlichen Hergangs jener Nacht nicht allzu viel übrig geblieben. Wenn die Staatsanwaltschaft jetzt aber auch noch, gegen den so genannten „Deutsch-Äthiopier“ ein Ermittlungsverfahren wegen Betrug ansteuert, handelt es sich um eine Blamage fürs System und dessen Medien. Letztere hatten im vergangenen Jahr tagelang eine Tränensuada um den in Potsdam wohnenden Ermyas M. veranstaltet was sich prompt nicht nur in Betroffenheitskundgaben durch Deutsche sondern auch in deren Spendenbereitschaft niederschlug.

Gespendet haben die Deutschen wohl um die 50.000 Euro. Bereits vor wenigen Monaten gab es diesbezüglich Gerüchte, dass Vorzeigeopfer Ermyas M. diese Summen nicht dem eigentlichen Zweck zugeführt hat, die diesen Spenden zugedacht waren. Altermedia berichtete am 3. August:

…der Überfall hat ihn offenbar einen finanziellen Segen beschert. 50.000 Euro liegen auf dem Privatkonto des „Opfers“, die wie bereits erwähnt, von den Deutschen im vergangenen Jahr gespendet worden sind. Ursprünglich für Krankenhauskosten etc, die allerdings von der Krankenkasse übernommen wurden. Um nicht in Verlegenheit zu geraten, tat Ermyas M. was sich für ein Opfer eines „rassistischen“ Überfalls gehört. Er gründete einen Verein für Integration von in Deutschland lebenden Ausländern. In diesem Fall handelte es sich um den Verein „Löwenherz“. Diesem sollte das gespendete Geld zugeführt werden. Bislang hat diese Transaktion nicht stattgefunden…

Allerdings ließen Zeitungen, die über das so genannte Projekt „Löwenherz“ berichteten damals die Frage –vermutlich aus Rücksicht- offen, ob das Geld überhaupt noch existiert. Ermyas M. bekräftigte damals lediglich, dass die Gelder einem guten Zweck zugeführt werden. So unter anderem in ein Projekt namens „Gudalema“, das sechs Dörfer in Äthiopien mit Wasser versorgen soll. Ob es in den sechs Dörfern inzwischen Wasser gibt ist nicht bekannt, aber auch nicht unbedingt wahrscheinlich. Vielmehr dürfte wohl davon auszugehen sein, dass die gespendeten Gelder mitunter durchaus auch nach Äthiopien oder anderswo hingegangen sein könnten, allerdings zum Zweck des in Sicherheit bringens.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen Ermyas M. „Es gebe Anhaltspunkte, dass der Wasserbauingenieur in seinem Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe möglicherweise falsche Angaben gemacht habe“, sagte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Wilfried Lehmann gegenüber der Tageszeitung DIE WELT. Ermyas M. soll trotz der Spendeneingänge, in dem Antrag auf Prozesskostenhilfe angegeben haben, dass er so gut wie kein Geld besitzen würde.

Somit wird der „Jäger zum Gejagten“, und Ermyas M. reiht sich mehr und mehr in die Sorte „Opfer“ ein, die bei Lichte betrachtet selber nichts anderes als kriminelle Subjekte sind, die sich lediglich bis zu einem gewissen Grad auf ihre „Unantastbarkeit“ gegenüber deutschen Behörden stützen können – weil „Rassismus-Opfer“.

Unabhängig davon wie die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ausgehen werden, wir können erahnen wie das Verfahren ausgehen wird.

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