Gelsenkirchen: Demonstrationsbericht 29.09.2007

Veröffentlicht am 2. Oktober 2007

Der erste Teil unseres Protestes gegen Willkür und staatliche Repressionen in Gelsenkirchen fand am 29. September statt. Aufgrund der Festnahme von drei nationalen Aktivisten und Hausdurchsuchungen durch die Polizei haben die freien Kräfte vor Ort recht spontan eine Demonstration organisiert. Als die Veranstaltung angemeldet wurde, wurde auch zeitgleich eine zweite Versammlung für den 3. Oktober – Tag der deutschen Einheit – angemeldet. Im Kooperationsgespräch wurde den Bullen und der Versammlungsbehörde mitgeteilt, daß auf diese zweite Demonstration von uns verzichtet würde, wenn die erste Demo ohne Willkür, Schikane und Polizeigewalt vonstatten ginge. Weil das nicht der Fall war, kommen wir am 3. Oktober wieder nach Gelsenkirchen. Doch nun erstmal zu der Versammlung vom 29. September:

Bereits bei der Ankunft am Bahnhof Gelsenkirchen-Buer Nord wurde den Teilnehmern veranschaulicht, warum es wichtig ist, immer wieder gegen die Methoden der Polizei auf die Straße zu gehen. Als die erste angereiste Kameradengruppe vom Bahnsteig aus die Treppen Richtung Bahnhofsplatz hinunterging, fingen die Bullen grundlos an, Kameraden zu schubsen und zu treten. Sogar die Gummiknüppel wurden rausgeholt. Auch der unerfahrenere Demonstrant erhielt also direkt einen Anschauungsunterricht in Sachen Polizeiwillkür. Die zweite Gruppe von Teilnehmern wurde bei ihrer Ankunft ebenso schikaniert. Die Bullen waren also von Anfang an auf Provokation aus. Zwei Kameraden wurden wegen angeblichen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung ins Gewahrsam genommen. Damit wollte man wahrscheinlich bezwecken, daß die Presse von zwei festgenommenen Neonazis berichten konnte. Auch die Tatsache, daß der Gelsenkirchener Polizeipräsident Rüdiger von Schoenfeldt bei der Gegendemonstration in erster Reihe mitlief, sollte hier zu denken geben. Schon vor Beginn der offiziellen Veranstaltung wußten wir also, daß wir am 3. Oktober unbedingt wiederkommen müssen, auch um den Bullen eine weitere Nachhilfestunde in Sachen Meinungsfreiheit zu geben.

Während die Bullen noch damit beschäftigt waren, die Personalien der Ordner zu kontrollieren, vertrieb man sich die Zeit mit dem Abspielen von nationaler Musik. Allerdings störte sich der Staatsschutz an einem ganz bestimmten Lied und beschlagnahmte eine CD. An dieser Stelle wollen wir mal ausnahmsweise nett sein und den Staatsschützern ein wenig auf die Sprünge helfen: Es handelt sich um das Lied „Aus der Balance“ von HKL (Hauptkampflinie) und das ist zu finden auf dem Album „10 Jahre – Eine Dekade des Hasses“ und es nicht verboten. Man muß schon sehr, sehr böswillig sein, um in dem Refrain „Sie warnen: ‚Uns’re Welt gerät aus der Balance und morgen herrscht die NSDAP‘“ eine Glorifizierung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei sehen zu wollen. Ein Beschlagnahmeprotokoll wurde trotz Aufforderung dazu übrigens nicht übergeben.

Die Veranstaltung begann mit einer halben Stunde Verspätung, weil die Bullen mal wieder massenweise Ordner ablehnten, natürlich ohne die Ablehnungen zu begründen. Gegen 12.30 Uhr formierte sich dann der Demonstrationszug für den Abmarsch. Nach eigener Zählung begann der Marsch mit 136 Teilnehmern aus Rhein und Ruhr, später stießen noch zwei Personen hinzu, zusammen mit den zwei Festgenommenen waren es also 140 Personen und das kann mit einer Vorlaufzeit von nur fünf Tagen und ausschließlich regionaler Mobilisierung als Erfolg gewertet werden. Die Bullen wollen übrigens 122 Teilnehmer gezählt haben. An den insgesamt fünf öffentlichen Gegenveranstaltungen nahmen laut Polizei ca. 400 Personen teil. Wenn man bedenkt, daß von über 260.000 Einwohnern Gelsenkirchens grademal 400 die Lust verspürten, das politisch korrekte Gesabbel des Oberbürgermeisters zu hören, klingt es schon sehr lächerlich, wenn die WAZ einen Gegendemonstranten mit den Worten zitiert: „Wenn es nach der Gelsenkirchener Bevölkerung geht, dürftet ihr keinen Fußbreit hier marschieren!” Die Gelsenkirchener Bevölkerung hatte vergangen Samstag nämlich überhaupt keine Lust dazu, sich von den etablierten Parteien und etwa 100 herangekarrten Linksextremisten einspannen zu lassen.

Die Demonstration an sich verlief friedlich und diszipliniert. Auf der ersten Zwischenkundgebung sprach als erster Redner ein Kamerad der AG Ruhr-Mitte als Vertreter der örtlichen Kameraden. Er informierte die Teilnehmer und die vielen Zuhörer am Straßenrand über den konkreten Anlaß der Demonstration. Danach sprachen auf dieser Kundgebung der Versammlungsleiter Sascha Krolzig (KDS) und Julian Engels von der Aktionsgruppe Essen. Bei dieser ersten Kundgebung wurde auch schon darauf hingewiesen, daß für uns nationale Solidarität keine hohle Phrase sein wird und wir fest entschlossen sind, die beiden festgenommenen Kameraden nachher wieder mitzunehmen und ggf. auf deren Entlassung zu warten. Währenddessen hatte sich ca. 20 Meter entfernt eine kleine Gegendemo zusammengefunden. Jemand pöbelte unentwegt durch ein Megaphon in unsere Richtung, flankiert von einer Handvoll vermummten Linkschaoten. Die Pöbeleien wurden allerdings problemlos von unserer Lautsprecheranlage überschallt. Auf der zweiten Zwischenkundgebung sprach ein Vertreter der Aktionsgruppe Rheinland, der sein Rededebüt mit Bravour meisterte. Danach setzte Marcel Haliti von den Jungen Nationaldemokraten (JN) aus Essen in seiner Rede ein Zeichen nationaler Solidarität über Partei- und Organisationsgrenzen hinweg. Zuletzt sprach Felix Benneckenstein, auch bekannt als Liedermacher „Flex“ und rechnete knallhart mit den Systemkräften ab. Nach den Redebeiträgen vertrieben wir uns wieder die Zeit mit dem Abspielen von nationaler Musik, weil sich die zwei festgenommenen Kameraden immernoch in der Gefangenensammelstelle befanden. Als wir die Mitteilung bekamen, daß die Entlassung der Beiden bevorsteht, machten wir uns auf den Rückweg zum Ausgangsort der Demonstration. Kurz vor unserer Ankunft konnten wir definitiv bestätigen, daß die Beiden wieder entlassen wurden. Gegen 15.30 Uhr konnte die Veranstaltung dann planmäßig beendet werden mit der Aufforderung an die Teilnehmer, am Tag der deutschen Einheit wiederzukommen und andere Kameraden mitzubringen, damit die Demonstration am Mittwoch mit einer noch größeren Teilnehmerzahl durchgeführt werden kann. Versammlungsleiter wird dann übrigens unser Kamerad Christian Worch aus Hamburg sein.

Das war nur der erste Streich, und der zweite folgt sogleich:
3. Oktober 2007 – 11 Uhr – Bahnhof Gelsenkirchen-Buer Nord





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