Zukunftsvisionen eines prominenten Bankers: “Ende des weißen Mannes”

Veröffentlicht am 12. September 2007

Namhaften Studien zufolge wird es in den meisten deutschen Städten spätestens um die Mitte des Jahrhunderts, vielerorts bereits um 2040 nichtdeutsche Bevölkerungsmehrheiten geben - wenn nichts geschieht. Auch der Historiker und Volkswirt Prof. Dr. Manfred Pohl hält das Rennen für gelaufen. Er prophezeit in einem soeben erschienenen Buch rundweg das “Ende des Weißen Mannes” und prognostiziert: “Ab 2050 übernehmen in Europa die Einwanderer das Kommando.” Die Zukunft gehöre dann dem “MCM” - dem “Multi-Colour-Man”, dem “Menschen mit Migrationshintergrund, gleich welcher Farbe, Religion oder Kultur er angehört”.

Pohls These: Die angestammte - weiße - europäische Bevölkerung könne nur noch versuchen, ihr Abtreten von der Bühne der Geschichte einigermaßen weich abzufedern. Aber im schlimmsten Fall sei auch nicht auszuschließen, daß es den Europäern nach dem Kippen der Bevölkerungsmehrheiten ebenso ergehe wie den Indianern in Nordamerika. Um dem vorzubeugen, so Pohl, müsse schon jetzt damit begonnen werden, “diesen Prozeß möglichst in friedliche Bahnen zu lenken” - etwa, indem den künftigen Herren “die Vorteile unserer Errungenschaften, wie etwa Menschenrechte und Demokratie”, schmackhaft gemacht würden.

Im übrigen findet Pohl nichts Schlimmes am sich abzeichnenden Austausch der Bevölkerung. Wörtlich: “Wenn wir in etwa fünfzig Jahren einfach nur braun statt weiß wären, wäre das kein Problem, denn wir wären ja weiterhin Deutsche.”

Man merkt die Absicht und ist verstimmt. Mit Pohl, der bis 2004 das Historische Institut und bis 2005 das Institute for Corporate Culture Affairs (ICCA) der Deutschen Bank leitete, meldet sich in der Zuwanderungsdebatte ein Vertreter jener internationalen Banken-Oligarchie zu Wort, die ethnisch-kulturelle Aspekte generell für nebensächlich hält. Wichtig ist diesen Kreisen nur der “Markt” - ob er aus weißen, farbigen oder wie auch immer zusammengewürfelten Bevölkerungssplittern besteht, ist zweitrangig.

Pohl zum Trotz: Noch hätte es eine verantwortliche Politik in der Hand, über die ethnisch-demographische Entwicklung Deutschlands und Europas in den nächsten 50 Jahren zu entscheiden. Gerade die Geschichte, die Pohl bei seinen Untergangsszenarien ständig bemüht, lehrt, daß kein Schicksal zwangsläufig ist. Man muß Herausforderungen nur rechtzeitig angehen.





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