Der Fachkräftemangel, der keiner ist
Veröffentlicht am 10. September 2007
Der Fachkräftemangel, der keiner istNach einem Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind momentan 24.100 Ingenieure bzw. Ingeneurinnen aus den unterschiedlichsten Bereichen in der Bundesrepublik ohne Arbeit. Und das obwohl doch eigentlich Fachkräftemangel herrschen sollte. Schließlich beklagen Wirtschaftfunktionäre und auch Politiker den andauernden Mangel an Fachkräften schon seit Jahren. Dabei ist sich so mancher elitärer Kreis nur zu schade dafür, Langzeitarbeitslose und Frauen mit den geforderten Qualifikationen in Arbeit zu bringen. Stattdessen diskriminiert man Arbeitssuchende und setzt verstärkt auf ausländische Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Ländereien.
In Bezug auf den zu befürchtenden Fachkräftemangel in Zukunft, schreibt das IAB weiter:
Der mittelfristig zu erwartende Akademikermangel wird sicher auch den Ingenieurbereich treffen. Viele Ältere werden aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Die Studienanfängerzahlen in den Ingenieurwissenschaften sinken seit 2004 wieder und die Studienabbrüche sind überdurchschnittlich häufig. Der künftige Ingenieursmangel erfordert ein breites Bündel von Maßnahmen, auch eine gezielte Zuwanderung. Nötig ist aber vor allem eine neue Bildungsexpansion - nicht irgendwann, sondern jetzt.
Interessante Sichtweise, wenngleich man bedenkt wieviel Kraft und Energie in den drohenden Kräftemangel gesteckt wird: Richtig, gar keine! Schließlich können Fachkräfte aus dem Inland ins Ausland abwandern. Zumal die Bezahlung dort ja wesentlich besser sein soll. Immerhin möchte sowieso jeder fünfte Deutsche ins Ausland abwandern. Das ergab zumindest eine ungemein repräsentative Umfrage mit insgesamt 883 Befragten. Hierbei stellte das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) fest, daß der zweithäufigste Grund fürs Abwandern der Arbeitsplatz sein soll. Paßt doch hervorragend, oder? Wobei natürlich die zweifelhafte Studie ein Griff ins Klo war und sogar N-TV es mittlerweile vorzog die Meldung wieder schleunigst zu entfernen (die alten Lückenfüller der Presse halt…).
Dabei erinnert mich das an ein Zitat von Annette Schavan, die in jenen Tagen das Amt der Bundesministerin für Bildung und Forschung (CDU) begleitet. “Deutschland muß deutlich machen, daß es an ausländischen Talenten hoch interessiert ist.” Da hat sie es wohl wieder auf den Punkt gebracht. Und wenn die ehrenwerte Frau Schavan durch solche Aussagen nicht für das Amt der Bundesministerin für Bildung und Forschung prädestiniert ist, weiß ich auch nicht weiter.
Nur eigentlich ist nicht Deutschland an diesen “Talenten” interessiert, sondern eine umsatzgierige Wirtschaft mit ihrem besten Knecht der BRD. So wird dann auch ein Schuh daraus. Also immer hübsch die Taschen zuhalten bei Reden von Wirtschaftsfunktionären und Politikern. Andernfalls keucht und fleucht so manch’ schmutzige Affäre in den Hosentaschen rum. Kann unter Umständen übel riechen…





