Frankfurt: Über Hilfssheriffs, “Schwarze Blöcke” und Halluzinationen

Veröffentlicht am 8. Juli 2007

Nach den Ereignissen während der gestrigen Demonstration in Frankfurt werden auf verschiedenen Netzseiten Forderungen laut das Thema „Schwarzer Block auf nationalistischen Demonstrationen“ zu diskutieren. Manche interne Angelegenheit oder Unstimmigkeit muß eigentlich nicht zwingend in der Öffentlichkeit breitgetreten werden, jedoch erscheint eine kurze Schilderung der gestrigen Ereignisse durchaus angebracht, vorallem auch in Betracht auf den Ablauf zukünftiger Demonstrationen.

Der scharze Block - Autonome Nationalisten
Der nationale “schwarze Block”

Da die Gründe für die gestrigen Diskrepanzen, das Vorgehen einiger Personen sowie das ganze Tara das gestern auf der Demo selbst, als auch heute im Internet gemacht wird mehr als blödsinnig und lächerlich sind, ist der folgende Bericht natürlich relativ locker gehalten um nochmals zu verdeutlichen mit was für einem Blödsinn man sich heutzutage im sogenannten “Nationalen Widerstand” so auseinandersetzen muß. Es kann vorkommen das in diesem Bericht das Handeln einzelner Personen extrem ins Lächerliche gezogen wird, da es nichts anderes war als das!

Vor Beginn der Demonstration fordert die Polizei einen Teil der DemonstrantInnen auf ihre „Vermummung“ abzulegen. Wie allgemein bekannt ist, ist der § 27a des VersG wie viele andere BRD-Paragraphen auch ein Gummiparagraph, zumindest was den Absatz „Vermummung“ anbelangt.

2) Es ist auch verboten,

1. an derartigen Veranstaltungen in einer Aufmachung, die geeignet und den Umständen nach darauf gerichtet ist, die Feststellung der Identität zu verhindern, teilzunehmen oder den Weg zu derartigen Veranstaltungen in einer solchen Aufmachung zurückzulegen,

Es ist schon vorgekommen das die Polizei den Tatbestand der Vermummung darin erfüllt sah, daß KameradInnen Kopfbedeckung und Sonnenbrillen trugen. So verhielt es sich wohl auch am gestrigen Tag. Viele KameradInnen trugen sogenannte Baseballkappen und Sonnenbrillen. Sonnenbrillen waren aufgrund des Wetters wohl durchaus angebracht, so wie auch Kopfbedeckungen, die ja bekanntlich vor einem Sonnenstich schützen sollen und mancher vielleicht auch privat gern eine Baseballkappe trägt. Wie wir noch ausführen werden hätten einige Kameraden wohl auch gut daran getan eine Kopfbedeckung zu tragen, denn einige wenige fühlten sich später dazu berufen als Hilfspolizisten zu agieren. Wenn sie nicht die Sonne in Form einen Sonnenstichs „gestochen“ hat, dann aber wohl zumindest der Hafer.

Zurück zur Vermummung: Natürlich legten die KameradInnen weder Sonnenbrillen noch Baseballkappen ab. Zum einen handelt es sich bei den besagten Kopfbedeckungen auch im private Kleidungsstücke. Wenn die Polizei fordern würde „Oberkörper frei!“ dann würde dieser Anweisung ja wohl auch kein Mensch nachkommen! Und, wir geben es zu: viele KameradInnen wollten sich mit ihrer Kleidung eine kleines Stück Anonymität vor zahlreichen Presse- und Antifafotografen bewahren.

Festzuhalten bleibt: Sturmhauben oder ähnliche Utensilien die zur einer perfekten Vermummung geeignet wären wurden nicht gesichtet!

Nach circa 200 Metern hatten einige Ordner wohl wirklich einen Sonnenstich erlitten. Aufgrund fehlender Kopfbedeckung? Wir wissen es nicht! Vielleicht fühlten sich einige Ordner auch einfach zu etwas höherem berufen als der Durchschnittsdemonstrant. Hilfspolizisten?

Eine Gruppe von ungefähr 200 KameradInnen führte Seitentransparente mit sich. Seitentransparente sind an sich eine tolle Sache, sind sie doch für den Bürger der sich das Demonstrationsgeschehen vom Bürgersteig aus betrachtet besser wahrnehmbar als Transparente die in der Masse der Leute untergehen. Die Polizei verlangte nun das zwischen den Seitentransparenten ein Abstand von 20cm einzuhalten sei. Von dieser Auflage wußten die Teilnehmer natürlich nichts, da die kurzerhand erlassene Auflage nicht per Megaphon durchgegeben, sondern nur den Ordnern mitgeteilt wurde.

Bei Demonstrationen ist es üblich das die Ordner die Teilnehmer in ruhiger, freundlicher Art & Weise auf solche Auflagen hinweisen. Das geschah in Frankfurt jedoch nicht. Zwei namentlich bekannte Ordner rissen den Teilnehmern, wie vom Hafer gestochen die Transparente aus der Hand ohne vorher nur ein Wort über die polizeiliche Auflage erwähnt zu haben.

„Weg mit dem Scheiß!“, „Pack den Scheiß ein!“… Wenn zwei wildgewordene Ordner dem Durchschnittsteilnehmer seine Transparente entreissen und mit Aussagen wie „Ich hau dir auf’s Maul, scheiß Wixer!“ um sich werfen, dann ist der Stino-Demonstrant natürlich erstmal verwundert und holt sich sein Transparent zurück. Das wiederum bewirkte dann, daß die zu Hilfsheriffs mutierten Ordner handgreiflich wurden, was wiederum bewirkte, daß der stinknormale Demonstrationsteilnehmer zwei besonders engagierte Hilfspolizisten in ihre Schranken verwies.

Es geht auch anders, welch Wunder, welch Wunder: Nachdem den Demonstrationsteilnehmern (Die Teilnehmer, die von den Hilfspolizisten als „Schwarzer Block“ und Krawallmacher identifiziert wurden.) von Ordnern ruhigeren Gemüts die polizeiliche Auflage bekannt gegeben wurde, da verzichteten die Teilnehmer teilweise sogar auf das Mitführen von Seitentransparenten damit die Demonstration endlich weiterkommt.

Ein namentlich bekannter Aktivist aus Thüringen beriet sich nach dem Zwischenfall mit dem Hilfssheriff (jener der mit Gewalt drohte und Worte wie „Wixer“ in den Mund nahm und von einem ordentlichen Auftreten bei Demonstrationen wohl noch nichts gehört hatte) über die Veröffentlichung von Videomaterial was er gedreht hatte. Der besagte Videoaktivist filmte mit seiner Kamera immer wieder in den von den Hilfssheriffs herbei halluzinierten „schwarzen Block“ und prahlte damit das Videomaterial veröffentlichen zu wollen. Prima! Zukünftig kann die Antifa zu Hause bleiben, die Outings übernehmen ab sofort die Leute aus den eigenen Reihen!

Wir stellen uns die Frage um was es insbesondere den zwei besagten Ordnern ging. Einerseits wollten sie durch ihre eigene Beförderung zu Hilfssheriffs wohl ihr Ego etwas aufputzen, doch was war noch ausschlaggebend für solch ein undiszipliniertes Verhalten?

Die Teilnehmer die von den Hilfssheriffs als „Schwarzer Block“ ausgemacht wurden verhielten sich ebenso anständig wie alle anderen Demonstrationsteilnehmer (Ausnahme: die zwei vom Hafer gestochenen Hilfssheriffs selbst) auch. Die Phrasen das es sich beim sogenannten „schwarzen Block“ um Bolschewisten handelte sind in keinster Weise haltbar: Es war nicht ein einziges T-Shirt mit dem Konterfei des kommunistischen „Revolutionärs“ Che Guevara zu sehen, nicht ein Transparent mit marxistisch angehauchten Parolen! Vielmehr konnte man die ganze Zeit über antikommunistische, antikapitalistische sowie nationale & sozialistische Parolen aus dem sogenannten „Schwarzen Block“ hören.

Woran also störten sich die Hilfssheriffs? Wir wissen es nicht. Vielleicht am Outfit einiger Demonstrationsteilnehmer? Wenn dem so ist, dann sei angemerkt das einer der Hilfsheriffs (der dessen Wortschatz sich auf „Ich hau dir auf’s Maul, scheiß Wixer!“ zu beschränken scheint) eine schwarze Baseballkappe trug, einen Windbreaker und eine etwas locker sitzende Hose. War vielleicht er selbst einer dieser Störer die er so vehement zu bekämpfen vorgab?! Er trug das Outfit das von einigen als Merkmal für einen herbei halluzinierten „Schwarzen Block“ stehen soll, er verhielt sich undiszipliniert und gefährdete den reibungslosen Ablauf der Demonstration. Alles deutet darauf hin, das er allein das war was er zu bekämpfen vorgab. Es ist doch erfreulich das wir den ominösen, undisziplinierten schwarzen Block jetzt doch noch lokalisieren konnten! Er war der schwarze Block!

Und die anderen Hilfssheriffs? Worum ging es ihnen? Die angebrachten Vorwürfe haben wir ja nun entkräftet.

Sicherlich spielte die Aufwertung des eigenen Egos eine nicht unerhebliche Rolle, aber was war noch ausschlaggebend? Bleibt eigentlich nur noch der Kleidungsstil eines Großteils der Teilnehmer.

Hier sei aber angemerkt, das nicht jeder Kamerad ein Braunhemd oder eine JuJa (Jungenschafts-Jacke) benötigt um sich als Nationalsozialist zu präsentieren.

Manche Menschen sind durchaus dazu in der Lage Weltanschauung und persönliche Vorlieben im Punkto Kleidung voneinander zu trennen. Desweiteren soll es sogar Menschen geben, „Angehörige“ des sogenannten „Schwarzen Blocks“ die – man höre und staune – bei Sonnenwendfeiern, zu Feierlichkeiten anlässlich der Tag- und Nachtgleichen etc dann auch dem Anlass entsprechende Kleidung tragen, und sogar ganz freiwillig aus einem inneren Anstandsgefühl heraus beim alljährlichen Heldengedenken – ob nun in Halbe, Seelow oder lokal – ihre Kopfbedeckung abnehmen.

Wenn es einigen Hilfspolizisten und vielleicht auch Veranstaltern nur um die Frage des Outfits geht, dann sollten sie dies vorher auch auf ihren Sonderseiten bekannt geben. Das könnte z.B. so aussehen:

Menschen die folgende Kleidungsstücke/Körperschmuck tragen sind auf UNSERER Demo unerwünscht:

- Sonnenbrillen
- Regenjacken (egal ob schlechtes Wetter oder nicht) in sämtlichen Farben
- Kapuzenpullover in sämtlichen Farben
- Turnschuhe in jeglicher Form und Farbe
- Baseballkappen in sämtlichen Farben
- Piercings

Desweiteren ist die persönliche Gestaltung von Transparenten unerwünscht! Vorlagen für Transparente in Frakturschrift können auf der Sonderseite runterladen werden!

Antikapitalistische, antikommunistische sowie nationale & sozialistische Parolen sind unerwünscht!

Wir nehmen es nicht hin, daß sich Demonstrationsteilnehmer so kleiden wie es ihnen gefällt! Die Demoteilnehmer haben sich gefälligst zwischen Domestos-Jeans und Braunhemd zu entscheiden, wer das nicht tut hat auf UNSERER Demo nichts verloren und ist außerdem kein Nationalsozialist.

Glatze oder Scheitel, du hast die Wahl! Wer unter seiner Mütze schon einen Seitenscheitel trägt, der hat gefälligst die Mütze abzusetzen und den Seitenscheitel entsprechend zu präsentieren!

Bedenke: Kleidung ist alles, innere Überzeugung nichts!

Bei Beendigung der Demonstration hat sich jeder Teilnehmer nochmals ausdrücklich bei der Polizei für ihr Engagement in Sachen Verhaftungen und Repressionen jeglicher Art zu bedanken!

Den Anweisungen egomanischer Hilfsheriffs ist unbedingt Folge zu leisten, selbst wenn sie noch so stupide sein mögen!

Also: Gebt vorher entsprechende Teilnahmebedingungen für eure Sektierer-Demos bekannt und dann bleiben wir in Zukunft daheim oder werden die Demo geschlossen verlassen.

Eine Kleinigkeit muß auch noch angesprochen werden. In der Kommentarspalte von Altermedia kann man folgendes lesen:

Beobachter aus Deutsch Südwest :
July 8th, 2007 at 16:27

Dann ein Zwischenfall, eine Dame wirft während der Kundgebung Chips in die Luft und wird insbesondere von den Leuten des schwarzen Blocks brutal zu Boden geworfen.

Richtigstellung: Einer Störerin gelang es durch die Polizeiabsperrung bis zum Lautsprecherwagen vorzudringen, dort hysterisch antifaschistische Parolen zu schreien, ein Päckchen Zwieback (wieso gerade Zwieback ist uns nicht ganz klar) zu öffnen und den Zwieback herum zuwerfen. Die Störerin wurde von zwei Hilfsheriffs (!) gepackt, Richtung Polizeiabsperrung geschleift und schließlich von den Hilfssheriffs (!) zu Boden geworfen! Die Polizei stürmte in die Kundgebung, was natürlich für ein paar Sekunden Unruhe und allgemeines Gedränge auslöste. Das war alles, nichts weiter!!!

Soviel zu den Geschehnissen während der Demonstration in Frankfurt. So mancher Hitzkopf und Egomane sollte in Zukunft versuchen einen kühlen Kopf zu bewahren und sein Handeln vorher überdenken, auch wenn er sich noch so sehr durch Kleidungsstile oder was auch immer provoziert fühlt. Idioten & Provokateure gibt es überall, ob nun NPD, Freie Kräfte oder herbei halluzinierter „Schwarzer Block“!

Während der Abschlusskundgebung trat noch ein Kamerad aus Nordrhein-Westfalen an das Mikro und ging auch auf die Ereignisse während der Demonstration ein. Die abschließenden Worte des Redebeitrags: Ob friedlich oder militant – wichtig ist der Widerstand!

Unsererseits bleibt festzuhalten:

Bei Angriffen durch Antifaschisten werden wir auch in Zukunft nicht die andere Wange hinhalten, sondern angemessene Gegenwehr leisten!

Rechtswidrigen Anordnungen grün/weißer Systembüttel werden wir keinerlei Folge leisten!

Bei Polizeigewalt werden wir von unserem Notwehrrecht Gebrauch machen!

Und: Was der/die Einzelne für Kleidungsstücke bevorzugt, ob nun Baggyhose, JuJa, Braunhemd, Lederhose, mit Nieten besetzte Lederjacke, Turnschuhe, Nietengürtel, Wanderschuhe, Jeans oder Cargohose bleibt immer noch Sache der Person selbst, ebenso wie die Frage der Frisur! Ob Kurzhaarschnitt, Seitenscheitel, Seitenscheitel unter der Mütze, lange Haare, keine Haare, bunte Haare oder Irokesenschnitt, es ist uns Scheißegal! Ausschlaggebend allein ist die innerste Überzeugung, der Willen zum Handeln und die Tat!

Europa – Jugend – Revolution!





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