17. Juni 1953: Zwei Tage Hoffnung

Veröffentlicht am 16. Juni 2007

Der Volksaufstand des 17. Juni 1953, der sich nun zum 54. mal jährt, war ein Paradebeispiel für die Widernatürlichkeit des Kommunismus und zeigt, wie wenig diese Ideologie dem Wesen des deutschen Volkes entspricht. Nachdem die SED im Juli 1952 den planmäßigen Aufbau des Sozialismus beschlossen hatte, welcher dem Prozess der Sowjetisierung des Volkes erzwingen und die Staatsmacht stärken sollte, hatte vor allen Dingen die verbliebene Mittelschicht der DDR unter den Maßnahmen zu leiden. Insbesondere Bauern und kleine Handels- und Gewerbebetriebe fielen dem aufflammenden Staatsmonopolismus zum Opfer und sollten durch erhöhte Abgaben zur Aufgabe ihrer Selbstständigkeit gezwungen werden.

Diese Maßnahmen, welche eine komplette Volksschicht ausgrenzen und zu vernichten versuchten, zeigen, wie wenig die „Deutsche Demokratische Republik“ ihren Namen verdient hatte. Denn mit Volksherrschaft hatten diese lebens- und volksfeindlichen Zustände nichts zu tun.

Doch der Aufbau des Sozialismus und die damit verbundene Sowjetisierung schritten voran und führten unweigerlich zur katastrophalen ökonomischen Situation des Staates. Die dadurch erzwungene Militarisierung, stetig ansteigende Militärausgaben, die beeinträchtigte Versorgungslage der Bevölkerung, das dramatisch Anwachsen der ohnehin seit DDR Staatsgründung konstant großen Abwanderungsbewegungen, sowie die hohe Zahl von Strafgefangenen, warfen enorme ökonomische und soziale Probleme auf.

Die Erhöhung der Arbeitsnorm, was mehr Arbeitsleistung für denselben Lohn bedeutete, trieb die katastrophalen Missstände auf die Spitze. Nach einigen Unruhen und Unmutsbekundungen in Vorfeld kam es am Morgen des 17. Juni 1953 zum Volksaufstand. Die Belegschaften vor allem großer Betriebe traten mit beginn der Frühschicht in Streik und formierten sich zu Demonstrationszügen, die sich in die Zentren größerer Städte richteten. Kreisratsgebäude, Bürgermeistereien, Gefängnisse und Polizeireviere wurden erstürmt und besetzt.

In weit über 500 Orten der DDR kam es zu Streiks, Kundgebungen und Übergriffen gegen offizielle Personen. Die Anzahl der am Protest beteiligten Deutschen schwankt zwischen 4 000 000 und 1 500 000. Durch die Jahrzehnte lange Propaganda des DDR-Apparates ist die Zahl derer, die bei dem Versuch ihre versprochene Volksherrschaft einzufordern und dabei ihr Leben ließen, zwischen 25 und 507 Toten einzuordnen.

17. Juni 1953: Protestmarsch
Protestmarsch 17. Juni 1953

Doch neben dieser erschreckenden und traurigen Erkenntnis ist der Aufstand des 17. Juni 1953 auch aus einer anderen Perspektive zu sehen. Er zeigt uns, wie viel Kraft und Energie im deutschen Volk steckt und nur darauf warten freigesetzt zu werden. Der Volksaufstand des 17. Juni 1953, der lange Zeit fälschlicherweise als reiner Arbeiteraufstand bezeichnet wurde, aktivierte das Widerstandspotential des gesamten in der DDR lebenden Volkes, gegen die kommunistische Diktatur. Nur durch den Zusammenhalt und die immer noch starke Verbundenheit unseres Volkes konnte erreicht werden, dass die DDR-Regierung flüchten musste und lediglich sowjetische Truppen und Panzer in der Lage waren das enorme freigesetzte Potential zu bezwingen und den Volksaufstand zu beenden.

Obwohl der Volksaufstand an diesem Tag niedergeschlagen werden konnte, war er dennoch der Anfang vom Ende der DDR. 35 Jahre später war der Unmut über den aufgezwungenen Staat noch größer und die Kinder, der Revolutionäre von einst, beendeten, was ihre Eltern vor so langer Zeit begannen. Dieser Tag, der 17. Juni 1953 und all diese mutigen Menschen sollen uns ein Beispiel sein, wie viel wir - das deutsche Volk - erreichen können, wenn wir es nur wollen und den Mut dazu aufbringen.

Auch heute befinden wir uns unter dem Joch falscher Volksvertreter, deren Treue nicht, wie sie es gelobten, dem deutschen Volke gilt, sondern den lebensfeindlichen Interessen des Kapitals und der Wirtschaft. Diese Versager haben unser Volk in nur 60 Jahren an den Rand des Abgrunds geführt. Durch bewusst schlecht gestaltete Familienpolitik und falsche Wertevermittelung werden wir in den nächsten 50 Jahren nur noch ein Volk kinderloser Greise sein. Unser Sozialsystem, zweifelsohne eine der größten Errungenschaften unseres Volkes, steht vor dem totalen Zusammenbruch, weil ein vergreisendes Volk sich letztendlich nicht mehr selbstständig ernähren kann und so in die Abhängigkeit anderer gerät.

Die Herrschenden lassen es weiterhin zu, dass die deutsche Wirtschaft, die zur Lebenssicherung des Volkes da sein sollte, aus reiner Profitgier ihre Produktion ins billige Ausland verlagert und so vielen Deutschen ihre Existenzgrundlage nimmt. Diese Tatsachen zeigen eindeutig, was auch so schon fast jeder erkannt hat: So kann es nicht weitergehen!

Wir müssen gemeinsam etwas ändern, denn wenn wir weiter nur wegsehen und unsere Probleme auf kommende Generationen abwälzen, wird es bald keinen Deutschen mehr geben, der sich für die Rechte und das Leben unseres Volkes einsetzten kann. Allein wird man nie etwas verändern, doch in einer entschlossenen Gemeinschaft kann man alles erreichen. Haben uns das nicht die Menschen des 17. Juni 1953 und des Novembers 1989 einst bewiesen, als sie „Wir sind das Volk“ rufend ihr Schicksal in die eigenen Hände nahmen?

Brandenburger Tor: Protestmarsch 02. Juni 2007
Protestmarsch 02. Juni 2007

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