Erfurt: Gedanken anläßlich des 1. Mai

Veröffentlicht am 9. Mai 2007

Hier soll nicht mit Schaum vorm Mund die Rede davon sein, daß das faschistische Regime rechtsbrecherisch und willkürlich eine Wortergreifung von fast 1500 jungen Deutschen unterbunden hat. Wer den Staat abwickeln will, der darf von diesem nicht die Einhaltung von Rechtsnormen zu seinen Gunsten verlangen, sondern muß sich auf eine Zeit vorbereiten, in der sich ein krankes System noch einmal aufbäumt. Warum sollte sich der Staat auch um die Gewährung unserer Grundrechte kümmern, und sich noch einmal „legal überwinden“ lassen? Dementsprechend geht es nun auch nicht darum, die eigene Veranstaltung in den Himmel zu loben, während bei der anderen Zerstörungswut, Inhaltslosigkeit und Entwurzelung der Teilnehmer hervorgehoben werden.

Worum geht es?

Die Erfurter Mai-Demo des Nationalen Widerstandes gibt für alle Mitstreiter einen Grund zum Nachdenken über die Zielgerichtetheit ihres Handelns. Wer Demonstrationen und Demonstrationsversuche wie den vergangenen allwöchentlich wiederholen möchte, „bis wir unsere Ideen ins Volk getragen haben“, der sollte seine naive Abenteuerlust nicht auf der politischen Ebene ausleben. Fakt ist, daß Demonstrationen die Medienblockade durchbrechen sollen, der die nationale Opposition natürlich unterliegt. Wer dabei nun den Grundsatz „schlechte Presse ist besser als keine Presse“ vertritt, blickt allerdings etwas zu kurz: Der systemtreue Zeitungsleser interessiert sich doch nicht im Geringsten für die Abwicklung der Bundesrepublik und sympathisiert(abgesehen von wenigen Standpunkten) logischerweise auch keineswegs mit der nationalen Opposition, nur weil diese der erklärte Systemgegner ist. Vielmehr würde er die Zeitung längst abbestellt haben, wenn er ihre Meinungsmache erkennen würde. Die schlechte Presse festigt also vielmehr die oberflächliche Meinung der Schafsherde, als diese aufzuscheuchen.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob nicht andere Formen der Öffentlichkeitsarbeit zielführender sind, um dieses Regime zu untergraben. Die durchschnittliche nationale Demonstration fördert, auch aufgrund des Erscheinungsbildes der überwiegenden Teilnehmerzahl, einfach keine Identifikation der neutralen Außenstehenden mit unseren Ideen. Es muß begriffen werden, daß die Verhinderung der Erfurt-Demo(und vieler anderer!) ein abgekartetes Spiel war – woraus folgt, daß dieses System immer noch ausdauernd und überlegen genug ist, um eine „Staatsfeinds-Demo“ am langen Arm zu halten und uns wie einen Spielball zu behandeln, der zwar mal wegrollt, aber am Ende doch wieder in der Tüte landet.

Es führt also kein Weg daran vorbei, dieses System auf allen anderen denkbaren Wegen zu verunsichern. Eine wirkliche Fundamentalopposition muß dazu auch unangenehme Wege gehen, selbst wenn viele „Mitstreiter“ im modernen Nationalismus noch lange nicht angekommen scheinen. Aber wer die Legitimation der Herrschaft in der Bundesrepublik in Frage stellt, der darf deren Institutionen auch nicht entscheiden lassen, wann er mit seiner Kameradschaft mal sonnabends ein paar Stunden im Kreis laufen darf!





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