“Millionen” stehen hinter uns – Gewerkschaftliches Trauerspiel von Dortmund bis zur Ostsee

Veröffentlicht am 2. Mai 2007

Dortmund/ Nordrhein-Westfalen: Der DGB-Chef Michael Sommer, hat im Rahmen einer Protestkundgebung in Dortmund gegen die geplante Demonstration der NPD und freier Kräfte –laut Pressemeldungen- vor 800 Zuhörern ein kategorisches Verbot der NPD gefordert. Sommer brachte sein Unverständnis darüber zum Ausdruck, wie es sein könne, dass die NPD in Parlamenten Geld für ihre Ziele kassiere. Dabei dürfte sich trotz solcher und anderer politisch korrekter Parolen der Beifallssturm seiner Zuhörerschaft in eher geringen Grenzen gehalten haben.

Den Vogel schoß Sommer freilich ab, als er in völliger Verkennung von historischen Fakten und Sinn für politische Realitäten behauptete: “Die Nazis haben uns 1933 den 1. Mai geklaut, aber der 1. Mai gehört uns, sonst niemandem.” Darüber hinaus demonstrierte der Gewerkschaftsboß einmal mehr die alte Volksweisheit, wonach dem, der alles hat, selbst die Fliege an die Wand stört, indem er meinte: “Wir dürfen die NPD nicht weiter mit staatlichen Wahlkampfmitteln finanziell aufpäppeln.” - Man vergleiche in diesem Zusammenhang einmal die Summen, mit denen sich musterdemokratische Parteien so aufzupäppeln pflegen und man wird feststellen, daß die Gelder welche die NPD im Vergleich dazu erhält, nichts weiter als das sind, was man im bundesdeutschen Pidgin-Jargon inzwischen landläufig als “Peanuts” bezeichnet.

Sommer außerdem: “Deutschland hat verdient, dass wir diesem Spuk ein Ende machen. Wir lassen denen unsere Straßen nicht, und auch nicht unsere Fußballstadien”.
Nun, hier dürfte wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens sein, zeigt doch auch dieser 1. Mai in diesem Jahr einmal mehr, daß die Gewerkschaften weiter denn je davon entfernt sind, auch nur ansatzweise für die Mehrheit der Deutschen zu sprechen. Abgesehen davon ist es wohl an der Zeit, daß man Sprüche wie die von Sommer aufgreift und in ihr Gegenteil umfunktioniert. So könnte man beispielsweise zur Abwechslung ja mal die Einführung der Prügelstrafe für übergeschnappte Gewerkschaftsbonzen fordern, oder aber deren Abschiebung in Krisengebiete Asiens und Afrikas, wo sie beispielsweise für die Bundeswehr, bei deren friedenserhaltenden Maßnahmen, als Minensuchkommandos eingesetzt werden könnten, damit sie wenigstens einmal in ihrem Leben eine nützliche Tat vollbracht haben und sei es auch nur in Form eines Kollateralschadens.

Genosse Sommer und seinesgleichen sollten höchst vorsichtig sein, daß ihre Kraftmeiereien nicht eines schönen Tages auf sie zurückfallen werden, denn ähnlich wie schon am 2. Mai 1933 dürfte es auch an einem vielleicht späteren 2. Mai dieser Art kaum jemanden in Deutschland geben, der dem Ableben dieser Form der Bonzokratie auch nur eine Träne nachweinen würde. Gewerkschaftsveranstaltungen wie heute in Dortmund dürften diesbezüglich vielleicht sogar katalysierend wirken, da sie eher Unzulänglichkeiten der Gewerkschaften zur Schau stellen, statt die ihrer Kontrahenten.

Doch nicht nur in Dortmund haute man gewerkschaftlicherseits auf den Putz. So durften wir heute vormittag selbst Augen- und Ohrenzeuge der DGB-Kundgebung in der Hansestadt Stralsund (Vorpommern) werden. Allerdings sollte man angesichts der zur Schau getragenen Darbietung wohl eher von einem Trauerspiel statt einer richtungweisenden Kundgebung sprechen. Auch wenn in der lokalen Presse am morgigen Tag von einem Vielfachen der heute anwesenden paar Gewohnheitsklassenkämpfer die Rede sein dürfte, die sich in Stralsund anlässlich dieser Kundgebung eingefunden haben. Unserer Beobachtung nach waren vielleicht bestenfalls ca. 60 Personen anwesend. So fehlte dieser Kundgebung nicht nur die breite Masse an Zuhörern, sondern darüber hinaus auch noch jegliche Form von Elan und Schwung. Der DGB-Regionalvorsitzende Volker Schulz kritisierte unter anderem das immer höher werdende Einstiegsalter in die Rente. Damit dürfte dieser sich allerdings heute vormittag an die falsche Zuhörerschaft gewandt haben, da diese augenscheinlich größtenteils längst bereits das Rentenalter erreicht hatte. Fehlen durfte auch die politisch korrekte Botschaft an diesem Tage nicht. So machte Schulz seinem Unverständnis darüber Luft, dass in Neubrandenburg eine NPD-Demonstration von den Verwaltungsgerichten erlaubt worden war. Schulz schloß sich seinem DGB-Oberguru Sommer an und forderte ein Verbot der Partei.

Die Stralsunder Kundgebung war allerdings insofern bemerkenswert, als dass Schulz angesichts des für die Gewerkschaften zunehmenden Mitgliederschwunds sich u. a. darin erging, lautstark zu betonen, dass Arbeitnehmer an ihrer Misere ja letztlich selbst schuld wären, wenn sie nicht in die Gewerkschaften eintreten würden. Laut Schulz hätten diese dann auch gar keine Tarif- und Mindestlöhne verdient.

Alles in allem eine recht armselige Vorstellung, die sich bundesweit wohl lediglich durch die jeweiligen Orte, in denen diese stattfinden, unterscheiden dürften. So trifft die anhaltende Politmüdigkeit der Deutschen keineswegs nur auf die Enthaltung am Wahltag, sondern generell auf alle politisch gearteten Veranstaltungen zu, wovon sich weder Gewerkschaften noch sonst irgendeine Partei ausnehmen kann.

Die Veranstaltung in Stralsund stand unter dem Motto: “Das habt ihr nicht verdient”, gemessen an der Reaktion der Stralsunder Bevölkerung auf diese klägliche gewerkschaftliche Selbstdarstellung, liegt man wohl nicht verkehrt, wenn man der Meinung ist, daß diese sich auf dieses Motto längst ihren eigenen Reim gebildet hat, nämlich: “Womit haben wir das verdient”.

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