Bericht zum Heldengedenken in Halbe am 3. März
Veröffentlicht am 5. März 2007
Am Anfang stand wieder einmal das juristische Gezerre mit dem Polizeipräsidium Frankfurt/Oder. Mit dem Versuch, ein vollständiges Verbot der Veranstaltung – lustigerweise als „Ersatzveranstaltung für Wunsiedel“ – zu erreichen, scheiterte das Polizeipräsidium ebenso wie mit dem versuchten Verbot der ersten Strophe der Nationalhymne. Wir hingegen konnten uns nicht gegen das Verbot durchsetzen, wie gewohnt den Friedhofsvorplatz für die Totenehrung zu nutzen, und außerdem blieb die Zeitauflage bestehen, daß die Versammlung erst um 17.oo Uhr Richtung Friedhof abmarschieren dürfe.
Auch vor Ort zeigte sich, daß die Behörden in Brandenburg sich nicht mehr wirklich an die Vorschrift der Neutralität gegenüber jedermann halten. Irgendwer hatte den Gegendemonstranten eine Genehmigung erteilt, Lautsprecherboxen in der Nähe unseres Veranstaltungsbereichs aufzuhängen. Mit über diese verlesenen Texten, die uns überhaupt nicht interessierten, wurde der Vortrag unseres ersten Redners zumindest teilweise gestört. Erst danach brachte eine massive Intervention Besserung, indem der Polizei nicht nur klargemacht wurde, daß der Betrieb dieser Boxen Versammlungsstörung sei, sondern sie sich der Beihilfe schuldig machten, wenn sie das nicht abstellen würden. Plötzlich ging es sehr schnell, diese akustische Störung abzustellen, trotz einer angeblich vorhandenen – von wem auch immer erteilten – Genehmigung…
Erster Redner der Veranstaltung war Ritterkreuzträger Oberst a.D. Hajo Herrmann, der trotz seiner 93 Jahre noch als Rechtanwalt abeitet und eine geistige Frische zeigte, über die viele, die ein oder zwei Generationen jünger sind, nicht mehr verfügen. Entsprechend interessant war sein Vortrag für das zum ganz überwiegenden Teil aus jüngeren Menschen bestehende Publikum.
Nach ihm sprach Reinhold Leidenfrost, Unteroffizier a.D. und Jagdflieger.
Redner der jüngeren und mittleren Generation vervollständigten die Auftaktkundgebung: Sascha Roßmüller, einer der drei stellvertretenden Parteivorsitzenden der NPD, und Udo Pastörs, MdL des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern.
Inzwischen ging es gegen halb vier. Während de Aufbauphase der Veranstaltung – die für viele Kameraden zugleich Wartezeit auf den offiziellen Beginn war – und der Reden hatte es ganz überweigend stark geregnet; ein höchst unwirtliches, naß-kaltes Wetter. Daß nun noch rund anderthalb Stunden bis zum Abmarsch zur eigentlichen Totenehrung gewartet werden mußte, war natürlich lästig. Etliche Kameraden, die mit dem Zug angereist waren, mußten mit Rücksicht auf ihre Bahnverbindungen und Fahrpläne vorzeitig abrücken. Einige waren vielleicht auch der Meinung, nun lang genug in Nässe und Kälte ausgeharrt zu haben. Immerhin blieb noch der ganz überwiegende Teil da, geduldig ausharrend, bis endlich die Anweisung zum Abmarsch erfolgte. Mit den Fahnen der 22 Länder, die im Zweiten Weltkrieg mit uns verbündet gewesen waren oder größere Kontingente an Freiwilligen gestellten hatten, voran setzten sich rund 260 Mann in Bewegung. Der Bereich an der Gabelung zum Feldweg, der zum eigentlichen Waldfriedhof hochführt, in unmittelbarer Sichtweite des Ehrenmales für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, war beinahe zu klein für alle. Störend war auch, daß wir von der nahegelegenen Bühne der Gegendemonstranten nicht nur mit moderner Musik fragwürdigster Art beschallt wurden, sondern immer wieder auch mit Texten wie „Deutschland verrecke!“ Man begeht wohl keine Beleidigung, wenn man diese Leute vaterlandslose Gesellen nennt! Gegenüber denen, die heute „Deutschland verrecke!“ brüllen, waren sogar die eigentlichen Adressaten dieser Bezeichnung, die Sozis im Wilhelminischen Kaiserreich, ausgewiesene Patrioten!
Ungeachtet dieser neuerlichen akustischen Versammlungsstörung führte Ralph Tegethoff, unterstützt von drei Sprechern für Gedichte und kurze Wortbeiträge, in gewohnt würdevoller Weise die eigentliche Totenehrung durch.
Danach ging es – wieder schweigend – zurück zur Lindenstraße, wo die Versammlung mit dem Absingen aller drei Strophen des Deutschlandliedes ausklang.
Die genaue Zahl der Teilnehmer war schwer zu ermitteln, weil eine stehende Menschenmenge sich nicht verläßlich zählen läßt. Es mögen 400 oder ein wenig mehr gewesen sein; wenn RBB-online oder die Online-Ausgabe der Berliner Tageszeitung „Tagesspiegel“ von rund 500 sprachen, wir das die oberste Grenze gewesen sein.
Die Gegendemonstranten waren deutlich zahlenschwächer: Als ich ungefähr zu Beginn der gegnersichen Veranstaltung mit der Polizei zu einer Ortsbesichtigung durch die Menge hindurchfuhr, waren es nach meiner Beobachtung wohl um die 100. Später sprachen einige Medien von 150. Vereinzelte Meldungen, wonach es „mehrere hundert“ gewesen sein sollen, waren zweifellos deutlich übertrieben.
Obwohl es uns erfreulicherweise gelungen ist, ganz erkennbar zahlenstärker zu sein als die gutmenschlichen bis linxextremistischen Gegendemonstranten, mußte leider auch festgestellt werden, daß wir weniger waren als am 11. März letzten Jahres in Halbe.
Einen besonderen Dank an alle, die bis zum Schluß ausgeharrt haben!
Hamburg, den 4.März 2007
Bilder des Heldengedenken:
http://widerstand.info/demos/index.php?dir=2007-03-03-Halbe





