Wie weiter? Diskussionsprozess über die Form des Widerstandes.

Veröffentlicht am 2. Juli 2009

Am vergangenen Mittwoch veröffentlichten wir einen Blogeintrag, in dem von uns einmal mehr der Sinn dafür in Frage gestellt wurde, Energie und Zeit für den parlamentarischen Kampf aufzuwenden. Daraus entwickelte sich, zu unserer Überraschung, eine (bisher) konstruktive Diskussion, welche wir uns im „Diskussionsprozess: Teilnahme an Wahlen? Eine Antwort“ erhofft hatten, sich damals jedoch nicht einstellte.

Da wir glauben, dass diese Diskussion geführt werden muss, will man nicht immer wieder vor den gleichen unbeantworteten Fragen stehen, sich im Kreise drehen, sondern eine allgemeingültige Konsequenz ziehen, von der aus das weitere Handeln bestimmt werden kann, möchten wir hier einem Kommentar Raum geben, der von einem Leser unter dem Namen „Nat-Soz.“ zum Thema geschrieben wurde.

Auch wenn der Beitrag in seiner Gesamtheit nicht mit unserer Meinung übereinstimmt, so bildet er doch eine Basis, von der aus der Diskussionsprozess weiter geführt werden kann. Weitere eingesandte Diskussionsbeiträge werden, insofern sie der Diskussion in Form und Gehalt dienlich sind, hier chronologisch veröffentlicht. Allerdings wäre es hilfreich, wenn den Pseudonymen eine Region zugeordnet wird.

Kleinere Korrekturen am Text wurden stillschweigend vorgenommen. Die Überschrift wurde von uns frei gewählt. Wir gehen davon aus, dass dies im Interesse des Verfassers ist.
Revolutionäre Weltanschauungspartei als Grundlage

Wenn man bei der Ansicht angelangt ist, dieses System sei unüberwindlich, ist jeder politische Kampf aussichtslos, denn wie hier schon an diversen Stellen erwähnt wurde, ist die Vernichtung des kapitalistischen Ausbeuterstaates und die Errichtung einer neuen Ordnung auf seinen Trümmern die einzige Alternative zum Volkstod.

Wer wie @Wähler der Ansicht ist, es würde reichen dieses System in die richtige Richtung zu “beeinflussen” um dem völkischen Niedergang Deutschlands entgegenzuwirken, der würde analog auch schlussfolgern, man könnte einen todkranken Menschen allein dadurch retten, in dem man ihm mittels Schminkutensilien eine gesunde Gesichtsfarbe aufträgt.

Der Glaube allerdings, eine umwälzende Bewegung könne vom Volk, also genauer von der Masse des Volkes ausgehen, ist meiner Ansicht nach ein Irrglaube, der nicht weniger von liberalistischem Geist durchdrungen ist, als die Vorstellung, dieser totalitäre “Demokratismus” würde sich abwählen lassen.

Das sog. Volk oder vielmehr die Masse des Volkes (welche nicht zwangsläufig mit seiner Mehrheit deckungsgleich sein muss) muss, wenn eine Revolution – und nichts anderes wäre eine Systemüberwindung in unserem Falle – Erfolg haben soll, wohl der Träger einer solchen sein. (Die Alternative wäre eine Militärdiktatur als Ausgang eines Systemwechsels, was im Falle der BRD als gänzlich ausgeschlossen angesehen werden darf.) Es ist jedoch völlig illusorisch und gegen jede revolutionäre Erfahrung, anzunehmen, die Masse des Volkes könne auch Ausgang einer solchen Revolution sein.

Metapolitik, das heißt die Beeinflussung des Volkes oder auch nur breiterer Schichten hiervon mit revolutionären Ideen, ist im Zeitalter der gleichgeschalteten Massenmedien moderner Prägung vollkommen aussichtslos. Wie sollen reine Ideen mittels Printmedien und Kurzfilmchen, welche allein im Netz vor sich hin dümpeln und ohne mittels moderner Werbemethoden ins Bewusstsein der Massen getragen werden, gegen die ideologische Botschaft von jährlich hunderten von Kinofilmen rassenfremden Geistes und Fernsehprogrammen von über 30 Sendern, für deren Empfang man nur einen einzigen Knopf zu drücken braucht, ankommen? Gutenberg hat seinen Buchdruck Mitte des 15. Jahrhunderts erfunden und nicht gestern.

Ideen hat es zu allen Zeiten gegeben, worauf es in erster Linie ankommt, sind die Persönlichkeiten, welche sie in der Öffentlichkeit vertreten. Für jene ist das bereits angesprochene Vorleben dieser Weltanschauung weitestgehend Pflicht. Dies jedoch von der gesamten Anhängerschaft zu verlangen ist politischer Selbstmord. Es gibt unbestreitbar ethische Grenzen, welche sich aus der Weltanschauung ergeben, die niemand überschreiten sollte, jedoch hieraus einen dem totalitären Charakter einer Weltanschauung entsprechenden, allgemeinen Verhaltenskodex als Bedingung für weiteren Fortschritt im Sinne der Systemüberwindung erzwingen zu wollen, ist utopisch – heute noch mehr als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in Deutschland.

Diese Standpunkte bedeuten nun jedoch noch lange nicht, dass einem keine Möglichkeiten geboten wären, einen Kampf gegen das System zu führen, welcher schlussendlich zum Sieg über diese verrottete Republik führt.

Jede Revolution nimmt ihren Ausgang von einer entschlossenen Minderheit. Diese revolutionäre Minderheit muss in einer Weise organisiert werden, die es ihr möglich macht, das bestehende System nicht einfach nur zu zerschlagen, sondern im Anschluss eben auch zu ersetzen. Ansonsten erledigt man nur Steigbügelhalterdienste für Kräfte, welche man sicherlich nicht an der Macht sehen will. Es gilt also bildlich gesprochen darum, einer quasi physikalischen Kraft (dem System), eine ebensolche Gegenkraft entgegenzusetzen. Diese Gegenkraft muss jedoch für die Massen erkennbar sein, deren aktivste Elemente sie um zu siegen schließlich mobilisieren muss, um in einem revolutionären Akt das herrschende System hinwegzufegen, während die träge Majorität sich wie immer verkriechen und in unserem Falle wohl den ganzen Vorgang vor dem Fernsehbildschirm verfolgen wird.

Es stellt sich also die Frage: In welcher Form sollen diejenigen Kräfte organisiert werden, welche diese entschlossene Minderheit stellen? Dass diese Kräfte vorhanden sind ist unübersehbar und diese Tatsache allein ist der Grund, dass der Glaube an die Zukunft unseres Volkes keine verschenkte Energie oder verschwendete Zeit ist.

Wenn nun also wie @Spreewaldgurke konsequent schlussfolgert, dass das Versagen des bürgerlichen Lagers, zu welchem auch die NPD zu rechnen ist, offensichtlich ist, so wird es Zeit, sich einzugestehen, dass der sog. “Nationale Widerstand” genauso gescheitert ist, was immer offensichtlicher wird. Es ist wohl möglich, über diesen zweitgenannten Weg langfristig Aktivität zu entfalten, nur profitiert höchstens die NPD, da diese sich dem breiten Potential als eine greifbare Alternative mit einer entsprechenden Zielsetzung darstellt, oder die investierte Energie verpufft einfach im luftleeren Raum, da eine von @Holger vorausgesetzte Vernunft unseres Volkes eben nicht existiert. Die Massen unseres Volkes sind nicht vernunftfähig, genauso wie die Massen jedes anderen Volkes. Wäre es anders, dann wäre ja auch die Demokratie, also die Diktatur der größeren Zahl, ein durchaus realistisches Prinzip für die Beherrschung eines Staates. Dann wäre freilich auch der “Nationale Widerstand” ein vernünftiger Weg, unser Volk dazu zu veranlassen, sich vom herrschenden System zu befreien. Es handelt sich jedoch schlicht und ergreifend um eine Chimäre. (Ich führe hier als historisches Beispiel noch die sog. “Frontistenbewegung” in der Schweiz an, welche wohl die formvollendete Variante dessen ist, was von den Befürwortern des NW wie von den Predigern der Einheit der “Rechten” herbeigesehnt wird, und bezeichnenderweise vollkommen erfolglos war, dies im Übrigen unter besseren Voraussetzungen, als sie uns heute geboten sind. Es ist hierbei zu bedenken, dass die Masse der Schweizer Angehörige des deutschen Volkes sind, und dass diejenigen Schweizer, auf die dies nicht zutrifft, uns rassisch äußerst nahe stehen.)

Meiner Ansicht nach wäre der Weg über eine Partei nicht der Schlechteste. Und bevor ich gleich mit faulem Obst beschmissen werde, will ich noch schnell rechtfertigen, weshalb. Wenn wir also von der Feststellung ausgehen, dass lediglich eine entschlossene Minderheit als Ausgang für eine Revolution betrachten werden kann, diese die aktivsten Elemente der Masse auf ihre Seite ziehen muss, um Erfolg zu haben, die Masse jedoch auch in ihren aktivistischsten Elementen kaum die Vernunft oder auch nur die Intelligenz, Entschlossenheit und Disziplin aufzuweisen vermag (denn diese sind noch nirgends Merkmale der Mehrheit gewesen), sich allein aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Weltanschauung zu definieren und eben auch ihre Führung unter allein diesem Aspekt anzuerkennen, ist eine kraftvolle Organisation unumgänglich. Dass ohne Führung die Massen nicht zu mobilisieren sind, dass Führung auf Autorität ruht, und diese wiederum auf Popularität, Macht und Tradition, die Massen jedoch für den Erfolg notwendig sind, lässt gar keine andere Schlussfolgerung zu.

Die These der sog. “autonomen Nationalisten”, dass Führung allein auf der “persönlichen Autorität” einer Einzelperson beruhen könnte, ist unhaltbar, hier wäre schon ein Halbgott von Nöten. Kein politischer Führer kam bisher ohne seinen Apparat aus, wenn er tatsächlich Erfolge vorzuweisen vermochte. Lenin, Mussolini, Hitler, Dollfuß, Hussein, etc. hatten ihre Massenparteien und teilweise die Unterstützung der alten Eliten, Horthy, Antonescu, Peron, Pinochet, etc. hatten anfangs das Militär, und bildeten schließlich teilweise Massenbewegungen als Staatsparteien aus, und Gaddafi, Castro, Khomeini, Mandela, etc. hatten Organisation zur Verfügung, welche teilweise Militär-, teilweise Parteicharakter aufwiesen, zu ihrer Verfügung.

Mit psychologischem Bezug auf die Massen unseres Volkes in der BRD kommt hinzu, dass diese allein Parteien als ernst zu nehmende politische Gebilde wahrnehmen. Bürgerinitiativen können höchstens kurzfristige Bedeutung im politischen Bewusstsein der Massen erlangen, wenn sie sich konkrete und stark begrenzte Ziele setzen, beispielsweise den Baustopp einer Schnellstraße oder die Schließung eines Flughafens.

Des weiteren kommt hinzu, dass wenn überhaupt eine Organisation, welche unserer Weltanschauung entsprechen würde, Langlebigkeitscharakter, im Bezug auf die gesetzliche Lage in der BRD, aufweist, diese eine Partei sein müsste. Alles andere kann mit der Unterschrift irgendeines profilierungsbedürftigen Innenministers auf Landesebene verboten werden und hat keine Chance zur Gegenwehr, es sei denn, ein solcher Verein ist dermaßen harmlos, dass er für die Zwecke einer Revolution in unserer Zeit von vorneherein gar nicht in Fragen kommen würde. Die Messlatte für Parteienverbote dagegen liegt höher und auch der Respekt der Ordnungskräfte der BRD gegenüber den Rechten einer zugelassenen Partei ist erfahrungsgemäß weit höher, als dies gegenüber Einzelpersonen oder imaginären Dachverbänden der Fall ist. Das geht bei Auflagen los und hört bei den altbekannten Schikanen auf.

Nun ist natürlich die Frage berechtigt, warum denn nun keine der vorhandenen Parteien hierfür in Fragen kommt. Ich denke, über Parteien wie die Rep/DSU/Pro-Bewegung also bürgerlichen Wahlvereinen braucht hier kein Wort verloren werden. Diese Parteien sind für Berufspolitiker, also Bonzen interessant, als deren Prototyp Haider bezeichnet werden darf. Und was der für Deutschland geleistet hat, ist gleich null.

Was die NPD/DVU angeht, so ist allerhöchstens Erstere interessant und dies nur aus einem einzigen Grund. Denn im Gegensatz zur Zweitgenannten (welche sich selbst als “nationalliberal” begreift, wenn sie überhaupt einmal ein Bekenntnis weltanschaulichen Formats äußert), fasst sie Fragen des Deutschtums in erster Linie als biologisch auf. Dies ist nun für einen Nationalen Sozialisten überhaupt die allererste Bedingung, sich mit einer politischen Bewegung als Mittel zur Systemüberwindung auseinanderzusetzen.

Was macht nun jedoch diese Partei für unsere Zwecke ungeeignet?

1) Der Nationale Sozialismus bedarf seines Selbstverständnisses als Weltanschauung, folgerichtig einer Weltanschauungspartei. Dies ist die NPD eindeutig nicht. Und zwar nicht nur in der Praxis, was am Verhalten ihrer “Führer” deutlich wird, (siehe Sachsenfraktion, ständige Abänderung des zentralen Programms ohne zwingenden Grund, usw.) sondern auch ihrer ganzen Form nach.

Dies beginnt schon beim Parteinamen. Was um alles in der Welt soll “Nationaldemokratie” sein. Eine Weltanschauung bestimmt nicht, und wäre sie es, wäre es eine feindliche Weltanschauung, die auf lange Sicht bekämpft werden müsste. Die Nationaldemokratie hat keine Theoretiker, sie setzt sich selbst nicht in die Tradition irgendeiner Bewegung der Vergangenheit, der auf der NPD-Seite veröffentlichte Text “Neue Ordnung – Nationaldemokratie” hat nicht einmal annähernd das Format einer weltanschaulichen Standortbestimmung, und bezeichnenderweise bekennen sich Mitglieder der NPD so gut wie niemals zur Nationaldemokratie.

Nationaldemokratie lässt sich lediglich auf eine Art und Weise definieren, welche mit dem Parteicharakter der NPD zusammenhängt. Die NPD ist nämlich ausgesprochenerweise keine Weltanschauungspartei, sondern eine Sammelpartei! In der Satzung der NPD ist unter “§1 – Wer ist die NPD” zu lesen: “1. Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) ist der politische Zusammenschluss nationaler Deutscher aller Stände, Konfessionen, Landsmannschaften und Weltanschauungen.” Die NPD ist also seit ihrer Gründung satzungsgemäß, wie in der Praxis eine Sammelpartei, was aus ihrer Geschichte glasklar hervorgeht. Dieser Parteitypus hatte seinerzeit als Experiment durchaus seine Lebensberechtigung. Spätestens jedoch nach dem Scheitern der NPD 1969 und ihrer praktischen Auflösung ist dieser vollkommen überholt, und die peinlichen Vorgänge dieser Partei, wenn sie irgendwo in die Parlamente gekommen ist, lassen sich glasklar auf ihr Selbstverständnis zurückführen, denn was ist eine Sammelpartei mehr als die Gesellschaft im Kleinen? Das Verhältnis von Sammelpartei zur Weltanschauungspartei ist das von Gesellschaft zu Gemeinschaft in kleinerem Maßstab. Die eine ist eine künstliche, zusammengewürfelte Vereinigung der teilweise unterschiedlichsten Interessengruppen, welche meinen, durch ihre zeitweilige Verschmelzung schneller ihre individuellen Ziele erreichen zu können (was sich dann z.B. dadurch äußert, dass sobald man mit der NPD ins Parlament gekommen ist, einen die Einsicht einholt, die NPD sage einem nicht mehr zu, deshalb wechsle man eben zur DSU, siehe Sachsenfraktion.), die andere ist eine natürlich gewachsene Vereinigung von Menschen, zur Verwirklichung eines gemeinsamen Ziels.

Der Grundkonsens der NPD ist also das nationale Element, verstanden als biologischer Zusammenhang, das Ordnungsprinzip der verschiedenartigen Träger dieses Gedankens innerhalb der Partei und fiktiv herbeigesponnen später auch im Staat, heißt Demokratie. Das und nichts anderes ist tatsächlich Nationaldemokratie.

Dieses Prinzip widerspricht dem Nationalen Sozialismus und damit jeder ehrlichen Weltanschauung, welche letzten Endes aufgrund ihrer Allumfassendheit immer einen Alleinvertretungsanspruch in sich birgt, grundsätzlich. Politische Weltanschauung/Ideologie/Religion und Demokratie sind Gegensätze. Siehe Christentum vorgestern, siehe Nationalsozialismus wie Kommunismus gestern, siehe Liberalismus heute.

Der ganze Unterschied zwischen uns und den Anderen, wie Geschichte und Gegenwart unmissverständlich beweisen, ist, dass wir dieses Prinzip offen aussprechen.

2) Wenn der Nationale Sozialismus die Systemüberwindung will, benötigt er eine Partei revolutionärer Haltung, welche im Gegensatz zur bürgerlichen Haltung steht.

Die übliche nationaldemokratische Phrase in diesem Zusammenhang lautet in etwa: “Die NPD ist keinesfalls eine bürgerliche Partei, allerdings durchaus Bürgernahe.” Macht euch mal den Spaß und fragt einen NPD’ler, was er unter bürgertum versteht. Wenn da tatsächlich mehr als unzusammenhängendes Gestammel kommt, steht es in völligem Gegensatz zu der angesprochenen Phrase.

Das moderne Bürgertum ist keinesfalls mehr ein Stand wie im mittelalterlichen Sinne des Wortes. Der Begriff kann mit einer Klasse oder einer wirtschaftlichen Begriff überhaupt zu keiner Deckungsgleichheit mehr gebracht werden. Er ist weder deckungsgleich mit dem Mittelstand, noch darunter, und schon gar nicht darüber anzusiedeln. Das moderne Bürgertum begreift der Nationale Sozialismus, ähnlich wie das Soldatentum oder auf anderer gegnerischer Seite das Proletariertum, vor allem als Lebenshaltung (siehe Graf Ernst von Reventlow: Deutscher Sozialismus. Die dort angeführte Definition will ich jedoch in diesem ohnehin schon viel zu langen Text nicht anführen.). Die bürgerliche Lebenshaltung ist geprägt von einem Zustand ständiger Unzufriedenheit und einer bedingungslosen Passivität, welche sich vor allem in dem Bedürfnis nach “Ruhe und Ordnung” ausdrückt. Der politische Bürger ist allerhöchstens pünktlicher Beitragszahler, jedoch niemals auch nur ein Deut mehr. Sicherlich gibt es materielle Verhältnisse unter welchen diese Lebenshaltung und der damit oft verbundene Standesdünkel, welcher sich gegen jede Vernunft, ja gegen jede Realität, tatsächlich bis in die heutige Zeit gehalten hat, eher gedeihen, als in anderen. Jedoch ist gerade in der BRD unübersehbar, dass z.B. unter den gut bezahlten Arbeitern, beispielsweise im öffentlichen Dienst oder bei BMW in Bayern oder Siemens in Berlin, etc. mehr bürgerliche Naturen zu finden sind, als in sog. traditionellen bürgerlichen Kreisen. Die Klingelputzer im Handel oder die Wachwiesel im Sicherheitswesen zeigen oft kaum einen bürgerlichen Anflug, im Gegensatz zu den oben aufgeführten Beispielen.

Das herrschende System stützt sich außer auf seine bewaffneten Sicherheitsorgane vor allem auf die Passivität des Bürgertums. Die Revolution dagegen muss sich in ihren Kadern vor allem auf den Typus des politischen Soldaten stützen, während in seiner Masse diejenigen Elemente vorherrschen müssen, welche die Benachteiligten der kapitalistischen Wirtschaftsordnung sind, welches durch die Einsicht der Kapitalisten, sich ohne Zugeständnisse nicht halten können, in dem Verteilungssystem der sog. sozialen Marktwirtschaft gipfelt, um so den Bürger nach dem Prinzip Brot und Spiele sozusagen erst zu erzeugen.

Hierzu zählt die Masse der Jugend, schlecht bezahlte Arbeiter und Angestellte, sowie der enteignete Mittelstand, dessen Massen schlussendlich personell den Ausschlag geben werden. Denn der Reichtum der Großkapitalisten unter dem Aspekt der Ruhigstellung der Massen kann nur auf Kosten des Mittelstandes erfolgen, welche den Löwenanteil des Steueraufkommens zu tragen hat, und trotzdem am Dahinschmelzen ist.

Um diese exemplarischen Gruppen nun jedoch schlussendlich zu gewinnen, benötigt man eine revolutionär ausgerichtete Partei, welche ihr Hauptaugenmerk auf Agitation und Propaganda zu legen hat. Denn die angesprochenen Gruppen sind, wie ja die tatsächlichen Verhältnisse beweisen, keineswegs von Natur aus revolutionär. Sie weisen lediglich das größte revolutionäre Potential auf. Deswegen gilt es sie zu gewinnen und nicht etwa den Bürger, wie das die NPD immer so unzweckmäßig propagiert. Der Bürger ist bestenfalls Stimmvieh, und weil er die Mehrheit in diesem Staate stellt, machen alle Parteien so einen Affentanz um ihn.

Eine revolutionäre Partei fasst eben auch den Wahlkampf z.B. vollkommen anders auf, als dies die NPD tut. Dieser ist seiner Natur nach nämlich keineswegs sinnlos, sondern hat den Höhepunkt des Propagandakrieges darzustellen. Wenn es nämlich legal ist, ganze Straßenzüge quasi kostenlos mit Plakaten voll zuhängen, während die ganze Gesellschaft in ihre wohl gesteigerte politische Erlebnisphase eintritt, und dementsprechend auch die Massenmedien (welche für die politischen Vorstellungen der Masse hauptsächlich verantwortlich sind) politischen Themen mehr Raum einräumen, usw. ist dies keine verschwendete Liebesmüh. Lediglich das Ziel muss klar sein. Nicht Stimmenfang bei der Mehrheit, sondern Rekrutierungsfeldzug in den besagten Zielgruppen mit genau hierauf ausgerichteter Propaganda. Nicht Wolf im Schafspelz sein, sondern Wolf im Tigerfell. Denn die ausgebeutete Masse, welche die Verhältnisse als ungerecht verinnerlicht hat, ist noch immer dem Starken gefolgt.

Auftreten und Propaganda müssen also den revolutionären Erfordernissen angepasst sein und nicht der bürgerlichen Vorstellungswelt, wie dies bei der NPD der Fall ist. Dieses Verhalten muss aber eben nicht einfach logisch konstruiert sein, sondern sich aus einer Haltung heraus folgerichtig ergeben, wenn der Erfolg langfristig erreicht werden soll. (Das gilt selbstverständlich auch für die Bedeutung des parlamentarischen Engagements.)

Genau deshalb ist es auch unzweckmäßig die NPD zu unterwandern oder den Versuch zu unternehmen, sie zu prägen. Sie ist heute typologisch im Großen noch in dem gleichen Zustand, bei dem sie sich in ihrer Gründung befunden hat, trotz fast vollständigem Mitgliederaustausch. Eine bürgerliche Bewegung zieht eben letzten Endes nur bürgerliche Naturen an. Alle anderen werden sich mittel- bis langfristig angewidert abwenden. Siehe den Abtritt des frischgebackenen Generalsekretärs Bräuninger. Die einzige bedeutende personelle Veränderung auf dem jüngsten Parteitag des “deutschen Weges”.

Die einzige Schwierigkeit ist eben die Legalitätsfrage. Hierzu ist zu sagen, dass alle Parteien, welche bisher verboten wurden, hierzu auch (selbstverständlich nach Maßstäben der BRD-Justiz) Anlässe gegeben haben. Meist der Art sich mit deutschem Gruß und entsprechendem Liedgut vor Parteifahnen ablichten oder gar filmen zu lassen, was von ihrer Führung konsequent ignoriert wurde, oder auch schon mal in die Richtung Terrorismus, siehe VSBD/PdA. Wer Waffenschmuggel rechtfertigt und Banküberfälle aus einer Partei heraus vorbereitet und durchführt, braucht sich kaum über ein Verbot zu wundern. Auch das Beispiel NF sollte ja bekannt sein. Bei der NL und DA handelte es sich mehrheitlich um ersteren Sachverhalt oder durch die leitende Beteiligung gewisser altbekannter Subjekte um das Nachfolgeorganisationsproblem. Bezeichnenderweise ist die NA z.B. bis heute nicht verboten, wenn sie de facto auch nur noch aus einem Konto und einem Mitglied besteht.

Es ist natürlich an dieser Stelle leicht zu sagen: „würde sowieso verboten werden“, jedoch ist gerade das Beispiel der NPD, welche schon seit 45 Jahren in der BRD besteht und die nähere Kenntnis, der Verhältnisse, welche ich oben angerissen habe, durchaus geeignet, hier Zweifel zu sähen. Ich persönlich glaube, dass die Ineffizienz des parlamentarischen Systems und die Selbsttäuschung der Liberaldemokraten, eben doch Raum lässt, sich zu organisieren, wenn man es umsichtig angeht. Selbst bei Nichtparteien kann man hier mit entsprechendem Vorgehen durchaus Langlebigkeit gewinnen. Siehe z.B. den KDS, welcher bis zu seiner Selbstauflösung immerhin 10 Jahre existiert hat. (Unabhängig einmal davon, wie man zu diesem Verein steht oder besser stand.)

Wenn man nun also schlussendlich in Phase der kapitalistischen Krise nicht mit 100 Grüppchen, welche bei der Bevölkerung allein durch die Berichterstattung der Feindmedien in einem geringen Ausmaß überhaupt bekannt sind, trotz ihres meist dilettantischen Umgangs mit diesen, eintritt, sondern mittels einer fest gefügten politischen Kampfgemeinschaft Nationaler Sozialisten, in Form einer revolutionären Weltanschauungspartei, welche schon im Vorfeld der Masse ein Begriff war, ist die Wahrscheinlichkeit, das dann auftretende Machtvakuum für sich auszunutzen, der historischen und psychologischen Erkenntnis nach um ein Vielfaches höher. Mann fängt ja auch nicht erst im Kriege an seinen militärischen Apparat aufzubauen, sondern er ist ja im Frieden bereits vorhanden und muss dann schließlich personell, wie materiell nur noch auf Gefechtsstärke gebracht werden.

Falls jemand meinen Text tatsächlich bis hierhin gelesen haben sollte, hoffe ich, dass meine Thesen zumindest dem Interesse entgegengekommen sind. Selbstverständlich kann auch dieses ganze Gedankengebäude auf Irrtümern basieren, jedoch glaube ich mich mit der Thematik durchaus auseinandergesetzt zu haben, was wie ich hoffe aus dem Text auch hervorgeht.

26. Juni 2009, Nat-Soz.





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