Live-Ticker: Stolberg aktuell
Veröffentlicht am 4. April 2009
Nachdem es im vergangenen Jahr zu teilweise schweren Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht kam, und die Polizei dieses Jahr bereits im Vorfeld durch Nichtzulassung der angemeldeten Route glänzte, haben wir beschlossen heute live aus Stolberg zu berichten.
Wir hoffen auf einen ruhigen Verlauf und ein ehrenvolles Gedenken für den verstorbenen Kameraden Kevin Plum aus Eschweiler, der in der Nacht vom 04.04.2008 auf den 05.04.2008 von einem Ausländer niedergestochen wurde.
Ein Tatzeuge meldete sich zudem vor wenigen Tagen zum ersten Mal zu Wort, das Video ist hier einsehbar.
Berichterstattung:
Freitag, den 03. April 2009:
Am Vorabend der Großveranstaltung sammelten sich in Stolberg etwas mehr als 100 Kameraden um mit einem Fackelzug noch einmal auf den morgigen Tag hinzuweisen. Ebenso galt dieser Fackelzug als Antwort auf die Nichtzulassung der eigentlichen Route. Einen Aktionsbericht für den Freitagabend findet ihr bei den Freien Nationalisten Siegerland.
Samstag, den 04. April 2009:
09.00 Uhr: Gegen 12 Uhr Ortszeit werden wir mit der Berichterstattung beginnen. Sollte es in der Zwischenzeit Vorfälle geben, werden wir früher als geplant auf Sendung gehen. Also schaut vorbei.
11.45 Uhr: Bis zu diesem Zeitpunkt erreichte uns keine Nachricht hinsichtlich der Anfahrt. Daher kann man von einer weitestgehend problemlosen Anfahrt ausgehen. In 15 Minuten sollten die ersten Aktivisten in Stolberg eintreffen, wir werden dann von Repressionen und Teilnehmerzahlen zu Anfang der Veranstaltung berichten.
12.11 Uhr: Viele Züge, welche in Richtung Stolberg unterwegs sind, weisen hohe Verspätungen von bis zu 40 Minuten auf. Welche Hintergründe das hat ist bis hierhin nicht klar. Da der Treffpunkt in Stolberg allerdings um 12 Uhr angelegt war, und in Stolberg noch ein Umsteigen von Nöten ist, gehen wir bereits jetzt von einer Verzögerung im Ablauf aus.
12.40 Uhr: Spontandemonstration in Eschweiler! 250 Nationalisten, größtenteils aus dem Ruhrgebiet angereist, demonstrieren zur Zeit durch Eschweiler. Grund dafür ist die Nicht-Weiterfahrt des Zuges aufgrund eines angeblichen Schienenbrandes.
12.43 Uhr: Spontandemonstration in Eschweiler eingekesselt. Weitere Informationen folgen.
12.45 Uhr: Eine zweite Gruppe zieht unbeachtet von Polizisten in Eschweiler spontan los, da die erste Gruppe sich im Kessel befindet. Wie diese Gruppe dem Kessel entkam ist unklar.
12.49 Uhr: Das massive Polizeiaufgebot macht einen Ausbruch beim Kessel unmöglich. Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper fliegen Richtung Polizei.
12.52 Uhr: Beide Spontandemonstrationen haben zusammengefunden und werden nun von Polizisten Richtung Bahnhof begleitet, wo angeblich der Zug Richtung Stolberg bereitstehen soll. Geht also doch liebe Polizisten?
13.13 Uhr: Die Teilnehmer der Spontandemonstrationen befinden sich nun am Eschweiler-Bahnhof, eingefercht von massig Polizeimannschaften. Der Zug soll laut Plan und Polizeiangaben bald kommen, ob es dabei bleibt sieht man dann. Weiteres folgt.
13.30 Uhr: Der Zug in Eschweiler sollte in diesen Minuten eintreffen. Die Strecke ist laut Polizeiaussagen frei.
13.33 Uhr: Die Kameraden aus Eschweiler befinden sich nun im Zug. Laut Plan fährt dieser ca. 3 Minuten zzg. eines Umstieges Richtung Startpunkt Schneidmühle.
13.46 Uhr: Der Zug ist vor kurzem in Stolberg angekommen, wo nun jeder Teilnehmer einzelnd kontrolliert werden soll, bevor es nach Schneidmühle zur Demonstration weitergeht. Voraussichtlich wird es sich also noch sehr lange hinziehen.
13.54 Uhr: Weitere 150 Kameraden treffen soeben am Stolberger Bahnhof ein. Insgesamt befinden sich nun ca. 400 Kameraden vor den Durchsuchungszelten.
13.58 Uhr: Die ersten Kameraden befinden sich nun im Zug zur Abfahrt nach Schneidmühle. Es befinden sich ebenfalls rund 150 Gegendemonstranten am Bahnhof, darunter ca. 30 Autonome Linke.
14.06 Uhr: Die Kameraden werden nun nach und nach Richtung Schneidmühle tranportiert, wo bereits 100 Kameraden auf die ca. 400 Aktivisten warten. Die Durchsuchung erfolgt nun in Schneidmühle nicht am Stolberger Bahnhof. (Zahlen werden permanent korrigiert, da diese stark schwanken. Durch die Durchsuchungen/Gesichtskontrollen fällt ein Zählen allmählich leichter)
14.50 Uhr: Immernoch befinden sich viele Teilnehmer in den Vorkontrollen, die aber recht zügig über die Bühne gehen soll.
14.53 Uhr: Zwei Festnahmen bei den Vorkontrollen. Einmal aufgrund eines Taschenmessers, sowie einmal aufgrund von Pfefferspay. Ob die Begründungen stimmen kann jetzt noch nicht bestätigt werden.
15.13 Uhr: Ca. 500 Leute sind nun auf dem Startplatz versammelt und nehmen langsam Aufstellung. Aufgrund der Erkenntnisse des letzten Jahres sind Seitentransparente heute ganz untersagt. Dadurch werden Eingriffe bzw. Zugriffe auf unliebsame Teilnehmer einfacher.
15.35 Uhr: Derzeit tritt bereits der zweite Redner ans Mikrofon, während sich die Demonstration immernoch kein Stück bewegt hat.
15.47 Uhr: Nachdem u.a. Christian Worch aus Hamburg, sowie Anmelder Ingo Haller aus Düren ihre Reden gehalten haben, geht es nun in Aufstellung endlich los.
15.53 Uhr: Die Aachener Zeitung berichtet von ,,6000 Bürgerinnen und Bürger” welche sich an den Gegenaktivitäten beteiligt haben sollen. Die Zahlen stammen aus folgendem Bericht. Diese Zahl wird nicht ansatzweise stimmen, doch ist es bereits traurig zu sehen, dass auch nur eine Person den Tod eines Jugendlichen zur eigenen politischen Selbstdarstellung nutzt.
15.58 Uhr: Derzeit läuft die Demonstration ohne Parolen, sprich als Trauermarsch. Teilnehmer ca. 500. Soweit bekannt soll nach der Hälfte der Wegstrecke die Protestdemonstration beginnen und Parolen erlaubt sein.
16.09 Uhr: Laut polizeilicher Durchsage beläuft sich die Teilnehmerzahl ,,Rechts” auf 530 Personen.
16.10 Uhr: Zwischenkundgebung am Tatort beginnt mit einer Rede von Sven Skoda. Hier ein Video aus dem Jahre 2008, als der Trauermarsch an eben jenem Ort, wo Kevin angegriffen wurde, vorbeizog. Hier alle Teile der letztjährigen Rede von Sven Skoda zur Dokumentation.
16.30 Uhr: Nachdem ein zweiter, uns nicht bekannter, Redner ans Mikrofon trat, setzt sich der Marsch nun wieder in Bewegung. Die Reden fanden viel Zuspruch, und mehrere Stolberger trauten sich, trotz der antifaschistischen Gesinnung des Bürgermeisters der zur Nazihatz aufrief, an die Fenster um klatschend Beifall zu spenden.
16.36 Uhr: Das nationale Informationsportal Altermedia berichtet, dass eine Auflage besagt die Veranstaltung müsse um 17.00 Uhr enden. Wir können nicht sagen woher diese Information stammt bzw. auf wen Altermedia sich beruft. Wir finden derzeit keine Quelle für diese Auflage. Sollte es wirklich so sein, wird der Marsch die vorgegebene Zeit klar überschreiten. Wir warten gespannt.
16.42 Uhr: Der Marsch läuft munter weiter, mittlerweile durch das Skandieren von Parolen begleitet.
16.48 Uhr: Die Demonstration befindet sich nun, ja tatsächlich, am Endpunkt. Die Teilnehmer nehmen Aufstellung zur Abschlußkundgebung.
16.55 Uhr: Der Marsch ist nach einer Schlussrede des Anmelders Ingo Haller nun offiziell beendet. Die Berichterstattung endet nun hier. Sollten noch Meldungen folgen, werden wir natürlich weiter berichten. Wir erinnern daran: Im letzten Jahr attackierten 30 vermummte Linksextremisten die Bahnlinie, welche ins Ruhrgebiet zurückführte. Hier ein Bericht mit Bildern aus dem Jahre 2008.
17.44 Uhr: Heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Es wurde versucht Demoteilnehmer in Züge reinzudrängen, mit denen man nicht fahren musste (falsche Richtung). Etliche Verletzte und Festnahmen. Mehrere Zugscheiben gingen durch Wurfgeschosse zu Bruch. Pfefferspray vernebelt die Sicht.
Zum Ablauf: Die Polizei wollte alle Teilnehmer in einen Zug, den falschen, reindrängen. Durch Bilden von Personenketten leistete man Widerstand. Es folgte Schlagstock- und Pfeffersprayeinsatz. Nachdem es hiermit gelang die Teilnehmer in den Zug zu pressen, gingen Scheiben zu Bruch, wohl um eine Abfahrt des Zuges zu verhindern oder sich Luft zu verschaffen aufgrund des Pfeffersprayeinsatzes.
18.10 Uhr: Alle Personen befinden sich im Zug. Mehr als 300 Polizisten verschiedenster Einheiten sammeln sich vor dem Zug. Von Oben fliegen Scheiben und andere Gegenstände auf die Polizisten.
18.15 Uhr: Zug fährt los Richtung Stolberg Bahnhof, wo erneut Umsteigen angesagt ist. Laut Augenzeugenberichten gab es mehrere Festnahmen, als Spezialeinheiten der Polizei mehrmals kurzzeitig in den Zug stürmten. Leider nicht bestätigt.
Wir bedanken uns bereits jetzt schon einmal bei allen Aktivisten, die sich heute die Mühe gemacht haben nach Stolberg zu reisen. Unsere Hochachtung auch jenen Teilnehmern, welche bereits vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung im ehemaligen Wohnort des Verstorbenen eine Spontandemonstration abhielten, um Druck auszuüben auf die Polizei, welche durch rechtswidrige Vorgehensweisen versuchte die Startseit zu verzögern.
Presse-/ Polizeiberichte:
[1]Polizei Aachen
[2]Fotoserie Aachener-Nachrichten-Online
[3]Bericht Aachener Zeitung
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“14.53 Uhr: Zwei Festnahmen bei den Vorkontrollen. Einmal aufgrund eines Taschenmessers, sowie einmal aufgrund von Pfefferspay. Ob die Begründungen stimmen kann jetzt noch nicht bestätigt werden.”
Die Bestimmungen des Waffengesetzes wurden schon letztes Jahr im April verschärft. Lasst die Sachen zuhause!