Neuer Armutsbericht für Deutschland

Veröffentlicht am 21. Mai 2008

Tasche leer? Laut den offiziellen Zahlen von SPD-Sozialminister Scholz leben knapp 13% der Deutschen unter der Armutsgrenze; eine Statistik, die selbst in der Bundespolitik als “geschönt” bezeichnet werden. So gilt ein Einkommen von 781 Euro als Armutsgrenze, beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung beginnt diese Grenze allerdings schon bei 870 Euro. Nur in einem ist man sich einig: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer und die Mittelschicht schrumpft immer mehr in Richtung Armut ab. Viele Deutsche überschreiten die Armutsgrenze nur durch Hilfe von Sozialtransfers wie Arbeitslosengeld, Wohn- oder Kindergeld, da das Einkommen durch Arbeit längst nicht mehr reicht. Ohne diese Sozialransfers errechnet selbst Scholz, daß 26% der Deutschen unter der Armutsgrenze leben würden.

Zwischen 2002 und 2005 gingen die Bruttolöhne um 4,7% zurück, dafür stiegen jedoch die Abgaben, wovon insbesondere Geringverdiener und Familien betroffen waren. Für Reiche gab es hingegen Steuergeschenke und ein Absenken des Spitzensteuersatz. Aber auch für Großunternehmen gab es Steuererleichterungen auf dem Rücken der einfachen Arbeiter und Angestellten. Selbst die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rügte die Bundesrepublik, daß die Steuer- und Abgabenbelastung im unteren und mittleren Einkommensbereich Spitzenwerte erreiche. Im Gegensatz zu anderen Ländern hält man in der Bundesrepublik auch wenig davon, die Einkommenssteuergrenzen inflationsbedingt anzupassen, was bedeutet, daß mit der Zeit immer mehr Menschen in höhere Steuersätze rutschen, obwohl sie real noch genausoviel oder sogar weniger verdienen.

Zu verdanken haben wir diese Entwicklung nicht irgendwelchen Nazis, Autonomen, Ausländern oder sonstigen Sündenböcken, sondern einzig und allein den Volksverrätern in den Parlamenten.





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