1.Mai in Hamburg:
Der nationale Widerstand kämpfte sich
erfolgreich durch Barmbek

Veröffentlicht am 2. Mai 2008

OVG legte Grundstein für schwere Ausschreitungen. Der nationale Widerstand ist am 1.Mai trotz aller Widrigkeiten mit rund 1.100 Aktivisten in Barmbek marschiert. Es war einer der erlebnisreichsten, kämpferischsten Einsätze der letzten Jahre, der geprägt war von teilweise offenen Konfrontationen mit gewaltbereiten Linken, einer überforderten Polizei und einem Stadtteil, wo es an allen Ecken und Enden brannte.

Den Grundstein für die schweren Ausschreitungen im Stadtteil Barmbek hatten die Richter des Hamburgischen Oberverwaltungsgerichtes am Vorabend gelegt. Sie entschieden, dass die linke Gegendemonstration ebenso in Barmbek-Nord stattfinden durfte, wie unsere Demonstration. Die polizeiliche Taktik, beide Demonstrationen weiträumig zu trennen, war damit erledigt. Es kam, was kommen musste: Tausende Gegendemonstranten durften sich ganz legal auf unserer Marschroute ausbreiten und diese besetzen, noch ehe unsere Versammlung überhaupt begann. Jetzt im Nachhinein dürfte den Richtern vielleicht bewusst geworden sein, dass sie eine maßgebliche Mitverantwortung für das Ausmaß der Zerstörungen und Ausschreitungen tragen. Wenn sie es nicht schon von vornherein ins Kalkül gezogen haben sollten.

Kalkül oder nicht: Der nationale Widerstand wollte nach Barmbek. Daran konnten auch mehrere Brände auf den S-Bahn-Gleisen und die Einstellung des Fahrbetriebs nichts ändern. Von mehreren Punkten aus machten sich größere Teilnehmergruppen auf den Weg zur Alten Wöhr. Von Wellingsbüttel aus marschierten rund 300 Aktivisten los, nachdem klar war, dass keine S-Bahn mehr fahren würde. Sie wurden nach knapp zwei Kilometern Marsch von der Polizei aufgehalten. Die Polizei sicherte die Bereitstellung von Sonderbussen zu. Dies verzögerte sich jedoch, weil just zu diesem Zeitpunkt eine andere Teilnehmergruppe in Bedrängnis geraten war und die Polizei auf unseren Vorschlag hin die Lösung dieses Falles vorzog. Immerhin standen die Aktivisten aus Wellingsbüttel kommend ruhig und sicher, während eine rund 50köpfige Gruppe mit der U-Bahn direkt zur Habichtstraße – mitten ins linke Aufmarschgebiet – gefahren war und den Bahnhof nur mit Mühe bis zum Eintreffen der von uns verständigten Polizei gegen eine rote Übermacht verteidigen konnte. Aber immerhin: Sie konnten den Bahnhof verteidigen und hatten keine Verletzten zu beklagen, während die Angreifer nicht unbeschadet davon gekommen sind.

Zeitgleich taten sich weitere Fronten auf. Eine rund 150 Mann starke Teilnehmergruppe war am U-Bahnhof Klein Borstel nahe Ohlsdorf eingetroffen und machte sich von dort aus zu Fuß auf den Weg zur Alten Wöhr. Die Gruppe hatte bereits die Kreuzung Rübenkamp / Lauensteinstraße erreicht, als ihnen eine größere Zahl linksautonomer Kräfte entgegenkam. Genau zu diesem Zeitpunkt trafen auch die 300 Aktivisten aus Wellingsbüttel kommend mit den Sonderbussen dort ein, stiegen sofort aus und massierten die Front. Die Polizei sperrte den Rübenkamp Richtung Alte Wöhr ab, um ein Aufeinandertreffen mit den von dort anrückenden linken Gewalttätern zu verhindern. Einige Minuten lang war unklar, ob es hier weitergehen würde oder nicht. Deshalb nutzen die rund 450 Aktivisten eine Lücke in der Polizeikette aus, um über die Jahnbrücke auf die Saarlandstraße und weiter zur Alten Wöhr zu gelangen. Der Ausbruchsversuch gelang! Die Polizei war völlig überfordert und hatte ganz übersehen, dass sich mittlerweile auch immer mehr Linksautonome aus der Lauensteinstraße kommend zusammengerottet hatten, die uns nun ganz unvermittelt ohne jegliche Polizeiketten direkt gegenüberstanden. Allerdings standen sie nicht lange, denn die Kameraden stürmten entschlossen auf die Linksautonomen zu, welche erst einmal schnell die Beine in die Hand nehmen mussten. Erst als die Polizei eine Kette gezogen hatte, wurden sie wieder mutig, aber da war es zu spät.

Über 500 Kameraden warteten bereits an der Alten Wöhr. Sie waren mit ihren Reisebussen und Pkw in die unmittelbare Nähe des Versammlungsortes gefahren. Nachdem endlich fast alle Teilnehmer eingetroffen waren, zog sich das Prozedere mit der Zulassung aller benötigten Ordner noch eine Weile hin. Diese Zeit wurde mit den ersten Redebeiträgen überbrückt. Neben Kamerad Steiner sprach der Vorsitzende der Niederländischen Volksunion, Constant Kusters, der mit einer recht großen Reisegruppe niederländischer nationaler Sozialisten angereist war. Dann aber konnte der Marsch endlich beginnen. Zum Entsetzen der Linken, die wohl nicht mehr damit gerechnet hatten, dass der nationale Widerstand noch marschieren würde. Die ursprüngliche Marschroute war natürlich lagebedingt nicht mehr durchzusetzen und die gebotene Alternative deutlich kürzer. Aber die Strecke durch den ganzen Rübenkamp hindurch bis zum Bahnhof Ohlsdorf sollte einiges zu bieten haben. Immer wieder flogen Steine in den Demonstrationszug, überall tauchten vermummte Linkschaoten auf. Die Polizei war allerdings auch nicht schüchtern und räumte den zugesagten Marschweg Meter um Meter frei. Mehrfach war zu beobachten, dass linke Blockadeversuche ohne langes Federlesen durch massiven Wasserwerfereinsatz beseitigt wurden. Insgesamt waren die Polizeikräfte aber dennoch teilweise überfordert und auch aggressiv und griffen unsere Teilnehmer an, wo diese linke Steinewerfer festhalten wollten. Der Demonstrationszug bewegte sich lautstark und kraftvoll weiter. Auf der Hebebrandstraße drohte die Lage kurzfristig wieder zu eskalieren. Im weiteren Straßenverlauf wurden immer wieder große Plastikmüllcontainer in Brand gesetzt, die noch qualmten, als der Marschzug vorbei ging. Die Atmosphäre hätte kaum besser sein können.

Ganz anders erlebten es die zurückgebliebenen Fahrer der Reisebusse. Mehrere Busse, die zu lange in der Saarlandstraße nahe des Demostartpunktes verblieben waren, wurden von linken Randalierern zerstört, den schutzlosen Fahrern wurde sogar gedroht, sie umzubringen. Die Versammlungsleitung hat sofort nach Kenntnis dieser Vorfälle die Polizei dazu aufgefordert, sich um den Schutz der Busfahrer zu kümmern, was dann auch geschah. Dennoch war die Zerstörung der Busse und einiger Pkw nicht mehr zu verhindern.

Beim Erreichen des U+S-Bahnhof Ohlsdorf war die Gesamtlage wieder weitgehend entspannt. Dennoch meinte die Polizei, uns eine Abschlusskundgebung verweigern zu müssen und auf ein schnelles Abrücken in den Bahnhof zu drängen. Die angekündigten Sonderzüge standen jedoch noch gar nicht bereit. Das konnten wir zwar nicht wissen, als wir den Bahnhofsvorplatz erreichten, aber die Polizei hätte es wissen können. Es wäre durchaus noch Zeit für eine kurze Kundgebung gewesen, aber die Polizei wurde jetzt unverständlich aggressiv. Als Rechtsanwalt Jürgen Rieger das Deutschland anstimmte und bereits alle zu Singen angefangen hatten, stürmte ein Polizeitrupp sofort auf Rieger zu und versuchte ihm das Mikrophon zu entreißen. Diese blindwütige Bullenaktion hatte logischerweise eine entsprechende Reaktion vieler Teilnehmer zur Folge, die den Kameraden Rieger zu schützen versuchten. Es entstand ein Gerangel, bei dem letztlich das Mikrokabel beschädigt wurde und nicht mehr benutzbar war. Mittlerweile waren die ersten Sonderzüge in Ohlsdorf eingetroffen und die Teilnehmer der nunmehr beendeten Versammlung durften entsprechend abrücken.

Problemlos konnte der Treffpunkt in Wellingsbüttel erreicht werden. Schwierig erwies sich jedoch die Fahrt Richtung Hauptbahnhof für rund 500-600 Aktivisten, denn die S-Bahn fuhr zunächst noch gar nicht in Richtung Hauptbahnhof. So stiegen die Aktivisten in Ohlsdorf in die U-Bahn Richtung Hauptbahnhof. Schon an der nächsten Station, Sengelmannstraße, hagelte es beim Einlaufen in den Bahnhof Steine, der Zug wurde von einer größeren Horde Linker entglast. In aktiver Selbsthilfe säuberten die Kameraden den Bahnhof von Linken. Nun jedoch wurde auch der U-Bahn-Betrieb vorübergehend eingestellt und auch die anwesende Polizei vermochte nicht zu klären, ob und wann die Fahrt zum Hauptbahnhof fortgesetzt werden kann. Die Versammlungsleitung nahm daraufhin Kontakt zur Versammlungsbehörde auf und es wurde ein Sonderzug zugesichert, der dann wenige Minuten später auch tatsächlich einlief und die Kameraden ohne Probleme zum Hauptbahnhof verbrachte. Der Hauptbahnhof war mittlerweile von BGS-Einheiten durchsetzt, so dass es hier zu keinerlei Ausschreitungen mehr kam.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass etwa 100 Aktivisten den Bahnhof Alte Wöhr überhaupt nicht erreichen konnten, weil die Polizei offenbar überfordert damit gewesen ist, diese Reisegruppe zum Startpunkt zu bringen. Nachdem die Reisegruppe bereits von Ohlsdorf aus rund 300 Meter in den Rübenkamp gegangen war und nur noch wenige Minuten von den Kräften auf der Kreuzung Rübenkampf / Lauensteinstraße entfernt war, weigerte sich die Polizei, weiterzugehen und drängte die Aktivisten wieder zurück nach Ohlsdorf, um sie dann mit der U-Bahn nach Norderstedt-Mitte zu schicken. Soweit uns bekannt ist, soll diese Reisegruppe von Norderstedt nach Bad Oldesloe gelangt und dort noch spontan marschiert sein.

Die Zahl der Festnahmen war angesichts der Ereignisse verhältnismäßig gering, es blieb im einstelligen Bereich. Alle Festgenommenen wurden nach Kenntnis des Ermittlungsausschusses (EA) sehr schnell wieder freigelassen. Bis in die Abendstunden wurden noch verstreute auswärtige Teilnehmer eingesammelt und deren Heimreise organisiert. Um 21:30 Uhr wurden die letzten auswärtigen Kameraden an einem sicheren Abreisebahnhof abgesetzt und der Einsatz aus Hamburger Sicht beendet.

Fazit: Der 1.Mai in Hamburg hat mehr oder weniger alles geboten, was ein Demonstrationstag in einer westdeutschen Großstadt bieten kann. Das kriminelle linke Gesindel hat trotz zahlenmäßiger Überlegenheit und massiver Bewaffnung zu spüren bekommen, dass der nationale Widerstand wehrfähig ist, wenn es darum geht, sein Recht auf die Straße zu erkämpfen. Trotz Tausender Gegendemonstranten, die von einem fragwürdigen Gerichtsurteil in ihrem kriminellen Treiben begünstigt wurden, sind wir in Barmbek marschiert. Sowohl spontan, als auch im Rahmen der angemeldeten Versammlung. Die meisten Teilnehmer haben bereits in ersten Reaktionen größte Zufriedenheit über den erlebnisreichen Mai-Kampftag in Hamburg geäußert. Für manche mag das Ausmaß der Ausschreitungen und Konfrontationen vielleicht etwas überraschend gekommen sein, aber für uns Hamburger und viele andere erfahrene Kameraden hat dieser Tag einfach nur das gehalten, was er versprochen hat. Bei fast einem Jahr Mobilisierungszeit war zu erwarten, dass es in Barmbek einen heißen Tanz geben würde und die Veranstalter möchten sich auf diesem Wege herzlich bedanken für hervorragende Unterstützung aller Mitkämpfer, die nach Hamburg gekommen sind!

Bilder vom Tag der Arbeit in Hamburg:





Es sind 5 Kommentare vorhanden:

  1. Hier der Bericht von Christian Worch:

    Chaos in Hamburg-Barmbek:

    Barmbek ist ein alter Arbeiterstadtteil in Hamburg, der durch den „Hamburger Aufstand“ eine damals reichsweite Berühmtheit erlangte. Vielleicht hat Hamburgs militante Linke das als eine Art besondere historische Verpflichtung angesehen, aggressiver vorzugehen als man es in den letzten Jahren von ihnen kannte. Schon in der Anreisephase stellte sich heraus, daß der Bahnverkehr durch brennende Barrikaden auf den Gleisen an mindestens vier Stellen im Stadtgebiet unterbrochen war. Eine Gruppe von etwa dreihundert Demonstranten machte sich daher kurzentschlossen von Wellingsbüttel aus zu Fuß auf den Weg. Nach gut einem Kilometer wurde sie von der hektisch heanrückenden Polizei gestoppt und zugesichert, daß Transportraum als Schienenersatzverkehr beschafft würde. Nach einer längeren, wenngleich nicht unangemessenen Wartezeit geschah dies dann auch.

    Eine Kolonne von acht Reisebussen, die eigentlich an einem ruhigen Ort in die S-Bahn umsteigen wollte, entschied sich unter diesen Umständen, näher an den Ort der Auftaktkundgebung heranzufahren. Dies geschah dann auch, allerdings war die Polizei so blöd, die leeren Busse nicht gleich weiterzufahren, was sie aus dem Gefährdungsgebiet heraugebracht hätte. So war es im späteren Verlauf den Linken möglich, einige Busse zu beschädigen und auch deren Fahrer zu bedrängen, zu bedrohen und teilweise anzugreifen.

    Mit entsprechender Verzögerung sammelten sich die aus verschiedenen Regionen kommenden Teilnehmergruppen am Bahnhof Alte Wöhr. Wegen zeitgleicher Demonstrationen in Nürnberg und im Rhein-Neckar-Gebiet waren außer den Hamburgern vornehmlich Kameradinnen und Kameraden aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Niedersachsen und vor allem Nordrhein-Westfalen dabei. Vereinzelt fielen mir auch Kameraden aus Sachsen-Anhalt und Thüringen auf. Stark war das Kontingent der Niederländer.

    Noch am Abend vor der Demonstration hatte das Hamburger Oberverwaltungsgericht eine Entscheidung der ersten Instanz gekippt und den Linken im Prinzip erlaubt, unsere Route zu benutzen, nur eben früher als wir. Damit war das polizeiliche Konzept weiter räumlicher Trennung gescheitert. Auch wenn Richterschelte eher als unfein gilt, ist dem scheidenden Innensenator Udo Nagel hier zuzustimmen, wenn er die Entscheidung der Oberverwaltungsrichter kritisiert. Diese erwies sich als unheilvoll.

    Für uns bedeutete es erst einmal eine längere Standzeit, bis die Demonstration dann starten konne; der blockierten Strecke wegen auf einer Ausweichstrecke, die zum Bahnhof Ohlsdorf führte.

    Zwischenzeitlich wurde die Lage in Teilen Barmbeks richtig chaotisch. Auf hanseatische Weise vornehm zurückhaltend bezeichnete die Polizei es als „zeitweilig unübersichtlich“. Auf mich als erfahrenen Demonstranten machte das polizeiliche Agieren eher den Eindruck völliger Überforderung. Außer den bereits genannten Streckenblockaden durch brennende Reifen wurde das Reifenlager einer Tankstelle „abgefackelt“, es wurde ein Streifenwagen abgebrannt und eine Mehrzahl von Privat-PKWs. Auch war selbst unsere Alternativroute immer wieder von ausgebrannten oder noch schwelenden oder gar brennenden Containern gesäumt. Anderswo in Barmbek mag es noch ein wenig heftiger ausgesehen haben.

    Bevor es losging, hielt Constant Kusters von der Niederländischen Volksunion (NVU) eine Ansprache. Dann konnte sich der Zug in Bewegung setzen, etwa drei Stunden später als eigentlich geplant. Vereinzelt kam es unterwegs zu Bewurf durch Steine, Obst und Farbbeutel. Als Ordner der Demonstration sich einen dieser Werfer greifen wollten, weil die Polizei dazu offenbar nicht willens oder imstande war, wurde dieser Ordner festgenommen. Eine Intervention der Versammlungsleitung (Inge Nottelmann) mit Unterstützung des Hamburger Rechtsanwalts Jürgen Rieger sorgte allerdings für baldige Freilassung des Ordners. Bezeichnend ist der Vorgang trotzdem.

    Der ggen kurz nach 15.oo Uhr gestartete Zug bewegte sich langsam, weil immer wieder entweder kleinere Blockaden aufzulösen waren oder teilweise brennender Unrat beziehungsweise umgeworfene Container, Mülleimer und dergleichen vom Weg geräumt werden mußten. An einer Stelle war ein Straßenschild aus der Verankerung gerissen worden (was eine Menge Energie voraussetzt), an anderen Stellen sah man „entlattete“ Zäune. Weil es ein sonnniger und bis dahin trockener Tag war, verrieten große Wasserlachen, an welchen stellen Wasserwerfer zum Einsatz gekommen waren.

    Am Bahnhof Ohlsdorf sollte eine Kundgebung stattfinden, auf die drei vorgesehenen Redner zu Wort kommen sollten: Rechtsanwalt Jürgen Rieger (Hamburg), Dr. Reinhold Oberlercher (Hamburg) sowie Dieter Riefling (Niedersachsen). Jetzt allerdings sah die Polizei den Notstand gegeben. Lustigerweise erklärten sie diesen nur gegenüber der Versammlungsleiterin. Eine Erklärung gegenüber den Teilnehmern, die eigentlich für die Auflösung zwingend nötig gewesen wäre, unterblieb. Immerhin konnte Jürgen Rieger noch einen Satz über die Lautsprecheranlage von sich geben. Dieser bestand in der Aufforderung, gemeinsam das Lied der Deutschen (Deutschlandlied) zu singen. Während die erste Strophe erklang, stürmten Polizeibeamte in die Versammlung und versuchten, Jürgen Rieger das Mikrophon zu entreißen. Jürgen Rieger sah allerdings keinen Grund, ihnen dies zu überlassen. Es entspann sich ein richtiggehendes Tauziehen um das Mikrophon, das damit endete, daß das Kabel zerriß. Leider hatte die Besatzung des Lautsprecherwagens wohl versäumt, ein Reservemikrophon und ein Reserverkabel mitzuführen. Nachdem der demo-eigene Lautsprecherwagen auf diese Weise ausgeschaltet war, wurde der der Polizei aktiv. Er forderte die Beamten auf, die Teilnehmer in den Bahnhof Ohlsdorf zu drängen.

    Die Teilnehmer waren zwischen 1.000 und 1.100. Dies ist nicht allein meine Schätzung, teilweise aufgrund von Kenntnis der Stärke der einzelnen Reisegruppen. (Eine korrekte Zählung wurde umständehalber nicht durchgeführt.) Es sind auch die Angaben von NDR (1.000) und SPIEGEL ONLINE (1.100).

    Tausend Leute in einen Bahnhof hineinzudrängen, ist nicht ganz einfach. Vor allem dann nicht, wenn diese den Bahnhof nicht wirklich betreten können: Die Türen waren nämlich von der Bundespolizei blockiert. Allein das zeigt schon, wie unsinnig die Polizei an diesem Tag agiert hat – schwerer handwerklicher Fehler! Da wußte die linke Hand nicht, was die rechte Hand tat. Wenn die berufenen Ordnungshüter sich so dämlich anstellen, dann kann es eigentlich keinen Wundern, daß linksextreme Autonome einen Stadtteil beinahe völlig vom öffentlichen Nahverkehr abschneiden und an Dutzenden von Stellen Brände legen können.

    Schließlich kriegte die Polizei nach Einsatz von Knüppeln und Pfefferspray oder Tränengas irgendwann einmal mit, daß sie Blödsinn anstellte. Also unterließ sie ihre weiteren Versuche, aber dafür teilte sie den Teilnehmern mit, diese würden jetzt mit Sonderzügen zum Hauptbahnhof gebracht. Das allerdings entsprach nicht dem Wunsch eines beträchlichen Teiles der Leute, weil diese ihre Fahrzeuge in Wellingsbüttel stehen hatten oder die unbeschädigt gebliebenen Busse dorthin beordert waren. Aber die völlig überforderte und sachlich nicht mehr rational agierende Polizei erwies sich als unkommunikativ und uneinsichtig. Gut, dachten sich tausend Leute, dann fahren wir halt alle zum Hautpbahnhof; und dort brauchen wir dann entsprechend viel Zeit, um uns in die Gruppen zu sortieren, die gemeinsam irgendwo hin fahren wollen. Und wenn dann die Linken hinterherkommen, dann hat halt der Hauptbahnhof Pech gehabt.

    Vielleicht merkte das irgendwann auch einmal die Polizei, und siehe da, es war plötzlich durchaus möglich, auch in Richtung stadtauswärts zu fahren.

    Somit konnte dann kurz vor 18.oo Uhr die Weiterreise in die jeweils gewünschte Richtung angetreten werden.

    Nach Medienberichten erwartet die Polizei noch für den Abend beziehungsweise die Nacht Ausschreitungen.

    Die Teilnehmer der parteifrei angemeldeten, aber von der NPD Hamburg unterstützen Demonstration waren insgesamt mit dem Ablauf zufrieden. Es war ein ereignisreicher Tag gewesen. Vor allem in der Anmarschphase hatte erfolgreich agiert werden können, und bei einer Gelegenheit war der Übermut vorstoßende linker Aktivistengruppen rasch gebrochen, als sie sich plötzlich ohne eine für sie schützende Polizeikette fünfhundert nationalen Aktivisten gegenübersahen. Da hieß es dann Fersengeld geben. Auch Vertreter insbesondere linker Medien sahen sich teilweise dem Unmut nationaler Aktivisten ausgesetzt. Der bekannte Links“journalist“ Andre Arden mußte panisch fliehen, als ein paar Leute ihn für seine manchmal unsägliche Berichterstattung zur Rede stellen wollten. Und ein Kamerateam des Norddeutschen Rundfunks beschwerte sich darüber, bei seiner Tätigkeit bedrängt bzw. abgedrängt worden zu sein, wobei man dem einen oder anderen wohl auch noch unfreundlich in die Hacken getreten hat. Tja, da bekommt dann schon mal der eine oder andere Journalist zu spüren, welchen Unmut die tendentielle Berichterstattung seines Senders hervorrufen kann. Trifft zwar in solchen Fällen eher die „kleinen Lichter“, aber die können sich dann ja bei ihren Regisseuren, Abteilungsleitern, Indentanden oder wie all diese Leute heißen beschweren. Vorausgesetzt, sie haben die Zivilcourage dafür. Ansonsten müssen sie halt damit leben, daß Journalisten inzwischen ähnlich unbeliebt sind wie Polizisten.

    Das wir zufrieden waren, wird die militante linke Gegenseite nicht daran hindern, auch zufrieden zu sein. Das liegt in der Natur der Sache. Wer aber am wenigsten zufrieden sein dürfte, ist die Polizei, die zeitweilig einfach den Überblick und die Kontrolle verloren hat. Ein für die Innenbehörde Hamburg peinliches juristisches Nachspiel wird die wohl unausweichliche Folge sein. Na, Hamburg hat ja schon Übung darin, sich vor Gerichten schallende Ohrfeigen zu holen. Da kommt noch was nach!

    Abschließend ein kurzes Streiflicht zu anderen Veranstaltungen. In Nürnberg führte die NPD ihre zentrale 1.-Mai-Demonstration durch. Interne Quellen sprechen teilweise von 1.500, teilweise von 2.000 Teilnehmern. Die Veranstaltung verlief störungsfrei. Auch im Rhein-Neckar-Gebiet gab es eine Doppeldemonstration. Daran nahmen ca. 300 Aktivisten teil. Die erste von zweien verlief störungsfrei, bei der zweiten gab es geringfügige Störungen. Dem Vernehmen nach sollte auch in Sachsen durch parteifreie Kräfte aus dem Umfeld des „Freien Netzes“ demonstriert werden. Informationen hierüber liegen mir noch nicht vor. Unter dem Strich sieht es so aus, als hätte das nationale Lager zum 1. Mai dieses Jahr bei 3.000 oder eher über 3.000 Teilnehmer für verschiedene Demonstrationen mobilisiert. Gegenüber dem Vorjahr leider kein Fortschritt, aber auf jeden Fall eine Stabilisierung.

    Hamburg, den 1. Mai 2008
    Christian Worch

    http://www.1mai.net

  2. Hier ein kleiner Bericht zum Vorabend des 1. Mai in Hamburg. Quelle ist “Der Nonkonformist”.

    Am heutigen 01. Mai wird es in Hamburg zu einer Demonstration in Hamburg-Barmbek unter dem Motto “Arbeit und soziale Gerechtigkeit für alle Deutschen, gemeinsam gegen Globalisierung” kommen. Treffpunkt ist der S-Bahnhof Alte Wöhr um 12 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter 0175 - 257 48 70.

    Wir haben den heutigen Abend im Hamburger Schanzenviertel gemacht um uns selbst ein Bild von den Vorbereitungen auf linker Seite zu machen. Am Schulterblatt fanden wir eine große Ansammlung eher mehr als minder heruntergekommener Gestalten. Während der erste Eindruck an der Sparkasse noch recht ruhig war, hörten wir nur wenige Meter weiter hinter einem Bauzaun Gegröhle und Gegrunze. Ein paar Meter stießen wir dann auf einige etwa 15-Jährige, die mit Butterfly-Messern hantierten oder mit Fahnen umhergingen und so taten, als würden sie sich gegenseitig die Fahnenstangen auf dem Rücken zerschlagen.

    Auf dem Rückweg wurden wir dann gefragt, ob wir einem der Linken eine halb leer getrunkene Cola-Flasche abkaufen wollten. Kurz darauf sahen wir wie die Scheiben der Sparkasse zu Bruch gingen, Flaschen auf Polizisten flogen und brennende Barrikaden errichtet wurden. Offenbar war man sich auf linker Seite nicht bewußt, daß die Polizei Einsatzwagen an allen Zufahrtswegen zum Schulterblatt postiert hatte und so die Lage schnell unter Kontrolle brachte.

    Von linker Seite erregte man sich dann auch sofort, daß die Polizei durchgegriffen hatte und ergab sich in Jammertiraden. An jeder Straßenecke standen kleinere Grüppchen, die sich über vermeintliche Polizeibrutalität ausweinten und Wunden leckten.

    Wir hingegen fanden die Polizei hingegen sehr zuvorkommend und möchten uns an dieser Stelle bei dem freundlichen Polizisten bedanken, der uns ein gutes Restaurant abseits “dieser Typen” empfahl.

  3. Nur eben eine kleine Klarstellung: Das NL-Kontingent bestand zum ueberwiegenden Teil aus Personen der NSA/ANS, diese sind nicht mit Kusters (NVU) angereist und standen auch nicht unter dessen Leitung. Wenn C.Cremer aus NRW irgendwo anreist behauptet auch niemand, dass zB. die ANs aus Dortmund “von ihm” gewesen seien. Ein Vertreter der nld. Autonomen Nationalen Sozialisten/NSA sollte eigentlich auch reden, konnte dies aber wohl wg. der “garantierten Demonstrationsfreiheit” in der BRD nicht mehr.

  4. Christian Worch zu den Vorwürfen des Hamburger Polizei-Einsatzleiters Peter Born:

    Der Versager von Barmbek:

    Der Versager von Barmbek heißt Peter Born und war Einsatzleiter der Polizei. Jener Polizei, von der die Hamburger Morgenpost am 2. Mai berechtigt schrieb, sie sei total überfordert gewesen und habe die Lage zeitweilig nicht mehr unter Kontrolle gehabt.

    Natürlich muß man Herrn Born zugeben, daß er keine leichte Aufgabe hatte. Das zweifellos gut durchdachte Konzept der Polizei (räumliche Trennung) war unrealisierbar geworden, als das Hamburgische Oberverwaltungsgericht am Mittwochabend den Linken erlaubte, genau die gleiche Demonstrationsstrecke zu nehmen wie wir. Dies wurde wohl so ungefähr gegen 22.00 Uhr bekannt.

    Trotzdem blieben noch mindestens 14 Stunden, um ein neues Konzept zu erstellen; am besten ein Konzept mit mehren Alternativen auf der Basis des „was-wäre-wenn-Spiels“. Wenn es darum geht, tausend Leute in einen Bahnhof hineinzuprügeln, kann die Polizei ja auch in Minutenschnelle agieren, teilweise sogar in Sekundenschnelle. Binnen 14 Stunden ein neues Konzept auszuarbeiten, sollte für eine professionell geführte Organisation also möglich sein.

    Der Polizei Hamburg war es ersichtlich nicht möglich.

    Und daher suchte Herr Born einen Sündenbock.

    Wen nimmt man in den heutigen Zeiten als Sündenbock? Natürlich, die bösen Rechten! Das drückte Peter Born am Freitag gegen 13.oo Uhr auf einer Pressekonferenz dann ungefähr so aus:

    Wenn sich die Polizei nicht dazwischengeworfen hätte, dann hätte es Tote gegeben”, sagte Einsatzleiter Peter Born. “Das ist meine feste Überzeugung.
    Quelle: SPIEGEL ONLINE

    Richtig melodramatisch ging es dann weiter

    Er bezog sich dabei auf eine Schlägerei zwischen mehr als hundert “autonomen Nationalisten” und einer etwa gleich großen Gruppe linker Gegendemonstranten zum Beginn der stundenlangen Ausschreitungen. Besonders von der rechten Seite sei “nackte Gewalt” ausgegangen. Die rechten Autonomen seien auf Stichwort auf die Linken eingestürmt. “Es kam zu wüsten Schlägereien.”
    Quelle: Gleichfalls SPIEGEL ONLINE

    An anderer Stelle liest es sich unter Berufung auf Peter Born folgendermaßen:

    Die Aggression ging von den Rechten aus.
    Quelle: STERN ONLINE

    Ah. Ja. Es waren Rechte, die den Bahnverkehr mit brennenden Reifen unterbrochen haben. Es waren Rechte, die ein Reifenlager nur 20 Meter von einer Tankstelle entfernt angezündet haben und damit eine gewaltige Treibstoffexplosion riskiert haben. Es waren Rechte, die schätzungsweise acht PKWs „abgefackelt“ haben, darunter zwei Polizeiwagen. Es waren Rechte, die ihre eigenen Busse „entglast“ haben. Es waren Rechte, die immer wieder in kleineren oder größeren Trupps an die andere Demonstration heranzukommen versucht haben. Die dabei nicht nur gepöbelt, sondern ständig auch Steine, Flaschen, Obst oder Farbbeutel auf die anderen Demonstranten und die Polizei geworfen haben. Es waren Rechte, die Barrikaden gebaut und angezündet haben und die die Feuerwehr angegriffen haben, damit sie nicht mehr löschen konnte. Natürlich! Zweifellos! Ja! Denn, so Born:

    Die Aggression und nackte Gewalt ging von den Rechten aus”, sagte Einsatzleiter Born.
    Quelle: Nochmals STERN ONLINE

    Intessanterweise ist bei uns über diese „wüste Schlägerei“ zwischen zwei jeweils hundert oder mehr Personen umfassenden Gruppen de „Autonomen Nationalisten“ einerseits und der linken Gegendemonstranten andererseits zu Beginn der Ausschreitungen überhaupt nichts bekannt. Von einer wirklichen Massenschlägerei ist absolut nichts bekannt. Immer dann, wenn es mal dazu kam, daß größere Gruppen sich ohne dazwischenstehende Polizeikette relativ nahe kamen, waren die Linken geflüchtet, bevor es überhaupt zu einer Schlägerei kommen konnte. Und sie waren dann derart olympiareif weggelaufen, daß es selbst bei bösem Willen völlig zwecklos gewesen wäre, sie zu verfolgen. Panik kann ungeheuer leistungssteigernd wirken.

    Also erzählt der Versager von Einsatzleiter schlichtweg eine Latrinenparole. Ein Gerücht, das ihm von irgendwem zugeflüstert worden ist und nach dem er wie nach einem rettenden Strohhalm in der Flut öffentlicher Kritik dankbar gegriffen hat. Oder das er selbst erfunden hat. Möglicherweise in einer schlaflosen Nacht nach einem verpatzten Einsatz, der zudem, was die Auflösung unserer Kundgebung am Ohlsdorfer Bahnhof betrifft, noch illegal war!

    Auch wenn er als Einsatzleiter eine Niete war, erweist Peter Born sich in der Nachbereitung immerhin als intelligent im Sinne der vorherrschenden Meinung. Denn die Medien springen zweifellos dankbar darauf an, wenn ihnen die bösen Rechten als Sündenbock präsentiert werden. So bringt er sich selbst aus der Schußlinie medialer Kritik. Welch Zufall, daß der Mann mit Vornamen Peter heißt! Was er treibt, nennt man ein „Schwarzer-Peter-Spiel“. In Zeiten von Video-Games,Chatrooms und anderen elektronischen Unterhaltungsmöglichkeiten sicherlich aus der Mode gekommen; aber gleich mir ist Peter Born wohl alt genug, um es aus Kindertagen noch zu erinnern.

    Traurig nur, daß er dabei klar gegen das behördliche Neutralitätsgebot verstoßen hat. Vor allem, indem er eine „wüste Schlägerei“, nein, pardon, gleich mehrere „wüste Schlägereien“ erfunden hat, die es überhaupt nicht gegeben hat.

    Für den grünen Teil der neuen schwarz-grünen Landesregierung mag eine solche blühende Phantasie eine Empfehlung sein. Nach dem Beamtenrecht ist sie nicht zulässig. Aso sind dienstrechtliche Konsequenzen zu ergreifen. Der Mann hat erst versagt und dann wilde Erfindungen in die Welt gesetzt. Das eine oder das andere allein mag heutzutage ja noch als verzeihlich gelten. Die Kombination von beidem ist zuviel.

    Hamburg, den 2. Mai 2008
    Christian Worch

    http://www.1mai.net

  5. “Zu den Opfern der Hamburger Ausschreitungen gehört auch unser Online-Reporter Peter Wüst. Autonome brannten seinen BMW X3 ab. Die Feuerwehr kam später, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Ungeschnitten zeigt Wüst die Bilder seines Verlusts.”

    http://www.shz.de/artikel/article/111/shzde-reporter-peter-wuest-angegriffen.html

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