Antirepressionsdemo in Mittweida
Veröffentlicht am 11. Dezember 2007
Wenn es noch einen Beweis bedürfe, dass es die Meinungsfreiheit in diesen Apparat nicht gibt - Bautzen wäre der Beweis. Wenn es noch einen Beweis bedürfe, dass sich dieser Apparat in keiner Weise von dem unterscheidet, den unsere Eltern einst in opfereichen Kämpfe zu fall brachten - Bautzen wäre der Beweis. Wenn es noch einen Beweis bedürfe, dass diese Kunstfiguren in Radio und Fernsehen zwar täglich von Freiheit schwatzen, es eine Freiheit unter ihrer Herrschaft aber niemals geben kann - Bautzen wäre der Beweis.
Was haben sie geglaubt? Dass sich der Widerstand mit dem Verbot abfinden und die politischen Gefangenen aus dem Gedächtnis ausblenden wird? Was haben sie sich vorgestellt? Dass die Widerstandskämpfer sich nun in das Heer derer einreihen werden, deren Handeln in dieser Zeit nur noch vom Kaufrausch des Weihnachtsfestes bestimmt wird? Was haben sie gedacht? Dass sie sich nach alldem, wohlgenährt und kenntnislos, übervorteilt und zufrieden, darüber hinwegtäuschen alles getan zu haben, um auf das Schicksal ihrer Freunde hinter Gitter und Stacheldraht aufmerksam zu machen?
Video zur Demonstration
Als die Widerstandskämpfer in den Straßen Mittweidas auftauchten, sich zu einem Demonstrationszug formierten, um zu fordern, was ihnen in Bautzen zu fordern verboten wurde, da hat auch der naivste Befürworter des Verbotes erkennen müssen, dass es bequemer gewesen wäre sich diesen Forderungen in Bautzen zu stellen. Da musste es ihnen plötzlich bewusst werden, dass ihre Schlägereinheiten nicht “auf alles vorbereitet” sein können und ihr ganzer Apparat, ihre Agenten, ihre Richter und ihre Medien eine Idee zwar kriminalisieren und verbieten, niemals aber auslöschen können.
Der Kampf um Befreiung ist untrennbar verbunden mit dem Kampf um die politischen Gefangenen. Daran ließen die Widerstandskämpfer keinen Zweifel, als sie sich ihren Weg durch die gefüllten Straßen Mittweidas bahnten, vorbei an den vielen Menschen, die sich versammelt hatten, um den Umzug der Berg- und Hüttenleute zu sehen und nun Zeuge wurden, von der Kraft einer Idee, die diese jungen Menschen immer wieder antreibt den Herrschaftsapparat herauszufordern. Einer Kraft, die sie ebenso, wie diese jungen Menschen jetzt, einst imstande waren aufzubringen, um sich zu befreien, von der Lüge und Heuchelei des Willkürapparates von einst.
Was die Widerstandskämpfer in den Straßen Mittweidas forderten, ist nicht neu sondern alt. Es sind die Forderungen, die unser Volk immer dann stellte, wenn es unterdrückt, seiner Freiheit und Zukunft beraubt wurde. Es sind die Forderungen, die es möglich machen, daran zu glauben, sich mit diesem Schicksal nicht abfinden zu müssen. Und es sind die Forderungen, aus deren die Erfahrungen vergangener Kämpfe lebendig werden, dass die Fesseln durchbrochen werden können, auch wenn auf die Gefesselten eingedroschen, sie verfolgt und inhaftiert werden.
Die Ereignisse der letzten Tage in Sachsen und Brandenburg wurden vom Widerstand bestimmt, nicht von den Herrschern des alten Systems und ihnen blieb keine andere Möglichkeit als ohnmächtig zuzuschauen. Bald werden sie wieder in ihre Palästen hocken, ihre Wut den Hass nähren, neue Einsatzbefehle zu diktieren, neue Einheiten auszusenden, den Widerstandkämpfern die Wohnungen zu stürmen, ihre Versammlungen zu zerschlagen und sie im Knast zu isolieren, doch es wird ihnen nichts mehr nützen.
Zu offensichtlich sind ihre Ziele und Ängste geworden, als das Sie ihre heuchlerische Maske wahren und den Glauben an ein gerechtes System erhalten könnten. Zu brutal und willkürlich ihr Handeln, den Widerstand zu zerschlagen und die Zeit ihrer Herrschaft zu verlängern.
In ihrem blindwütigen Wahn sind sie scheinbar zu dem geworden, was ihre Propagandisten vorgeben zu bekämpfen - zu Totalitaristen und Tyrannen, für die es keine Rechtfertigung mehr gibt. Und dieser blindwütige Wahn ist es, der sie einst zu Fall bringen wird, denn das Menschenrecht bricht das Staatsrecht.






