Brandanschlag auf ein türkisches Kulturzentrum – aber die bundesweite “Empörung” und “Betroffenheit” bleibt aus

Veröffentlicht am 12. September 2007

In Göppingen wurde Ende März ein Brandanschlag auf ein türkisches Kulturzentrum verübt, in welchem 7 Menschen schliefen, und der Tod dieser Menschen billigend in Kauf genommen wurde. Ein politischer Hintergrund der Tat wird nicht ausgeschlossen. Bei solchen Verbrechen ist es normalerweise üblich, dass alle Politiker ihre Empörung und Betroffenheit ausdrücken, sämtliche Fernsehsender mit Sondersendungen darüber berichten, und in der betroffenen Stadt eine Großdemonstration gegen die Täter stattfindet. Doch nichts dergleichen geschah. Auch der sonst übliche Medienkommentar fehlte: „Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach den bislang unbekannten mutmaßlichen rechtsextremistischen Tätern“. Warum? Weil man sofort die Täter gefasst hatte, und es nicht wie „vermutet“ deutsche „Neonazis“ waren, sondern Kurden.

Hätte man nicht sofort die Täter gefasst, dann hätte man das ganze Programm der großen „Betroffenheit“ wieder durchgezogen. Aber diese „Betroffenheit“ ist nichts anderes als pure Heuchelei! Denn „betroffen“ ist man immer nur, solange man „vermuten“ kann, dass die Täter Deutsche gewesen sein könnten, die man dann immer sofort zu „Neonazis“ macht.
Sowie sich aber herausstellt, dass die Täter tatsächlich Ausländer sind, herrscht sofort Ruhe in der „Betroffenheit“. Dann sind die Opfer sofort uninteressant für die Medien und Politiker! Deutsche Opfer interessieren die sowieso von vornherein nicht, aber selbst ausländische Opfer werden dann schlagartig uninteressant, wenn man die Opfer nicht mehr für ihren „Kampf gegen Rechts“ missbrauchen kann!

Und deshalb blieb der große Medienrummel in besagten Fall aus, so erschien jetzt nur eine kleine Kurzmeldung in der örtlichen Regionalpresse:

Kurden gestehen Brandanschlag
Prozessauftakt in Ulm: Racheakt oder politisches Motiv?

Ulm. Gut fünf Monate nach dem Brandanschlag auf ein türkisches Kulturzentrum in Göppingen haben vier Männer kurdischer Abstammung die Tat vor Gericht gestanden. Sie müssen sich seit gestern wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung vor dem Landgericht Ulm verantworten. Die Angeklagten im Alter zwischen 20 und 27 Jahren hätten zwar niemanden verletzen wollen. Sie hätten aber zumindest in Kauf genommen, dass die Bewohner des Hauses im Schlaf von dem Feuer überrascht und getötet werden, sagte der Vertreter der Staatsanwaltschaft zu Beginn des Prozesses.

Drei der vier Männer sollen Ende März mit Benzin gefüllte Bierflaschen gegen die Fenster des Gebäudes geworfen haben, in dem sieben Menschen schliefen. Der vierte Angeklagte soll das Fluchtauto gefahren haben. Das Anschlagsziel wird von einem türkischen Verein benutzt und beherbergt auch eine Moschee. Politische Motive für den Brandanschlag, der am Tag des kurdischen Neujahrsfestes Newroz verübt wurde, werden nicht ausgeschlossen. Die Angeklagten gelten als Sympathisanten der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die Angeklagten selbst bestritten einen politischen Hintergrund. Vielmehr habe es sich um einen Racheakt gehandelt, weil eine Gruppe türkischer Männer einige von ihnen sowie einige ihrer Freunde nach einem Stadtfest “gedemütigt” hatten.

Nur einer der Molotow-Cocktails durchschlug damals ein Fenster zu einem Aufenthaltsraum und entzündete den Bodenbelag, der von den Bewohnern jedoch gelöscht werden konnte. Ein Urteil wird noch für diese Woche erwartet.

Mannheimer Morgen am 11. September 2007

http://www.morgenweb.de/nachrichten/politik/20070911_srv0000001451287.html





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